06.03.2020 - 13:37 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Piraten entern Jugendheim in Fuchsmühl

Vor 30 Jahren wurde die Jugendgruppe der Laienspielgruppe (LSG) ins Leben gerufen. Den runden Geburtstag feiern die „Theaterfüxe“ mit einer Uraufführung. In den Mittelpunkt rücken ein Kobold, Piraten und eine mahnende Botschaft.

von Werner RoblProfil

Seit der Gründung der Jugendgruppe im Jahr 1990 gehören die Aufführungen der "Theaterfüxe", wie sie sich heute nennen, zum Programm des Traditionsvereins, der im kommenden Jahr 60-jähriges Gründungsjubiläums feiert. Nicht zum ersten Mal wagte sich die LSG an eine Uraufführung. Das Kindermusical "Claus und der Klabauter" entführt in die Welt der Freibeuter. Das Stück spielt vor und auf der Bühne, auf der erst ein gekapertes Schiff und später eine Schatzinsel zu sehen sind. Es erzählt von Reichtum, Macht und Gier, aber auch davon, dass man damit nicht glücklicher wird. Bereits beim Einzug der gesetzeslosen Piraten durch den Zuschauersaal machte sich Abenteuerstimmung breit.

Die Matrosen werden von einem grimmigen Kapitän angeführt. Die Schiffsbesatzung leidet unter dem Tyrannen, der nichts anderes kennt als Geld, Gold und Edelsteine. Es gilt nur das, was der Säbel schwingende Herrscher befiehlt - auch wenn es noch so unsinnig ist.

Klabautermann an Bord

Doch mit einem hat der "Herr der sieben Meere" nicht gerechnet: Auf dem Schiff lebt ein Klabautermann (hervorragend gespielt von Amelie Buba), der mit dem Matrosen Claus (dargestellt von ihrer äußerst talentierten Schwester Anna) nicht nur dicke Freundschaft schließt, sondern auch vereinbart, dem Käpt'n - auf ihre Art - die Leviten zu lesen. Wohl ahnend, dass dessen Macht dahinschwindet, versucht er alles abzuwiegeln: "Männer, hier gibt es keinen Klabautermann." Schließlich sei doch er der Kapitän. "Ich müsste das wohl wissen. Alles klar?" Mehr und mehr erfahren die großen und kleinen Besucher, die zur Premiere in Scharen ins Jugendheim strömten, warum Freundschaft, Teilen und Bescheidenheit fröhlicher machen als ständiger Egoismus und das Horten von Schätzen. "Wozu braucht man die Gold- und Edelsteinkisten, die doch nur vergraben werden, um in Vergessenheit zu geraten?", mahnt der Klabautermann. "Das Teilen tut gar nicht weh", gesteht der Piratenkapitän, nachdem man, erst widerwillig, aber davon dann doch überzeugt, die Bonbon-Schätze hervorholt, um sie im Publikum zu verteilen.

Die Uraufführung unterstützten die "Pfarreispatzen" unter der Leitung von Werner Fritsch. Der Kinderchorleiter zeigte sich begeistert von der Idee, mit seinen singenden Buben und Mädchen erneut mitwirken zu dürfen. Regie führte Wolfgang Lang, der bei einem Schattenspiel mit Bertold Höcht, auch unerkannt selber mitspielte. Die Traum-Erzählung wird zur mahnenden Schlüsselszene, um der Handlung eine Wende zu geben.

Jung und Alt begeistert

Begeistert applaudierten die kleinen und auch die großen Zuschauer am Schluss. Alexander Derwart überzeugte als grimmiger Kapitän. Die 27 Buben und Mädchen, voller Sing- und Spielfreude, verzauberten die Besucher mit ihren hellen Kinderstimmen. Das Schiffsdeck, auch die Insel, auf der sprechende Tiere, darunter ein kunterbunter Papagei (Mia Höcht), die vergrabenen Schätze hüten, hatten die Bühnenhandwerker selbst erarbeitet. Im Souffleurkasten wartete Yvonne Scheckenbach auf Texthänger, um sie zu beheben. Unterstützt wurde sie von Jasmin Mayerhöfer, die im Bühnenraum pantomimisch Anweisungen gab. Für Kostüme und Maske waren Mirijam Drews, Pamela Lang und Christina Robl zuständig. Alexander Schön kümmerte sich um Scheinwerfer und Bühnenmikrofone.

Zweiter Vorsitzender Michael Bäumler dankte den Darstellern und den "Pfarreispatzen", für die schönen Stunden. Er hatte während der Proben auch mit dafür gesorgt, dass aus der Uraufführung ein voller Erfolg wurde. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt. Bildergalerie im Internet www.onetz.de/

Weiterer Termin:

Wiederholung am 15. März

"Claus und der Klabauter" ist im Bonner Plausus-Verlag erschienen. Geschrieben wurde das melodienreiche Kindermusical von Harald Poker, die Musik komponierte Frank Engeln. Am Sonntag, 15. März, wird die Geschichte um 15 Uhr noch einmal erzählt. Der Eintritt an der Nachmittagskasse kostet 4 Euro. Die Laienspielgruppe Fuchsmühl bittet darum, die vordersten Stuhlreihen für die Kinder freizuhalten. (wro)

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.