23.07.2019 - 09:40 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

In der Radlerhose zur Sonntagsmesse

Rekordteilnahme bei der Stern-Fahrrad-Wallfahrt: Mit den Radlern beten Fußwallfahrer aus Mehlmeisel und Premenreuth und viele weitere Gläubige. Den Segen spendet Pfarrer Manfred Strigl im Freien, wo auch eine Brotzeit wartet.

von Werner RoblProfil

Entstanden ist die Sternfahrt im Wallfahrt-Jubiläumsjahr 2013, die inzwischen, unterstützt von der Steinwald-Allianz, der Gemeinde und der Pfarrei Fuchsmühl, zu einem beliebten und gewachsenen Ereignis geworden ist. Viele Gläubige machen sich per Rad auf den Weg, um aus allen Himmelsrichtungen zur Wallfahrtskirche „Maria Hilf“ zu pilgern. Die Zahl derer, die am Sonntag unterwegs war, war schwer zu schätzen. Überall rund um die Kirche, beim Jugendheim oder beim Vinzentinerkloster und wo auch immer Platz war, parkten E-Bikes oder normale Fahrräder. Weit gereist war eine Gruppe aus Plauen im Vogtland, andere dagegen mussten sich nur wenig, wieder andere dagegen etwas mehr abstrampeln.

Schirmherr Gerd Schönfelder hatte seine Unterstützung versprochen, aus terminlichen Gründen konnte der Kulmainer und mehrfache Paralympics-Medaillengewinner aber nicht dabei sein, um die bunten Gruppen aus dem Steinwald und vielen weiteren Orten im Landkreis persönlich vorzustellen. Für ihn erledigten dies die Mitorganisatoren Monika Kainz aus Immenreuth und Günther Kuhbandner aus Schwarzenreuth (Gemeinde Neusorg), der bereits eine vierwöchige Radwallfahrt nach Santiago de Compostela hinter sich hatte.

Der jüngste Mitfahrer aus dem Feld der 23 gemeldeten Teilnehmergruppen war drei Jahre alt. Der älteste – „Hut ab, eine stolze Leistung“, so Kuhbandner - zählte 80 Lebensjahre. Als radelnde Gottesdienstbesucherin kam Elvira Kastl in die vollbesetzte Kirche, um neben der Landkreiskarte ihr Fahrrad – als Symbol der Veranstaltung – gut sichtbar abzustellen. Kastl hatte vor einiger Zeit zusammen mit Monika Kainz auch das Wallfahrerlied, passend zur Melodie „Ja mir san mit’m Radl da“, getextet, das auch am Sonntag nicht fehlen durfte. Umrahmt wurde der Gottesdienst vom Singkreis „Cantiamo“, an der Orgel spielte Franz Ballon aus Waldsassen.

„Glaube bewegt“, zitierte Pfarrer Manfred Strigl das diesjährige Motto. „Ich lade Sie gleich zu einer Bewegung ein." Strigl fügte hinzu: „Sie dürfen sich jetzt aber setzen.“ Der Festprediger mahnte, sich von dieser Messe bewegen lassen. Die vielfältigen Formen der Bewegung und die Gründe dafür, die Orte zu wechseln, machte er zum Thema der Predigt, die er auf Augenhöhe und im Dialog mit den Kirchenbesuchern führte. „Wer innerlich bewegt ist, der bewegt auch äußerlich etwas“, so der Johannisthal-Direktor. Wie alle Jahre hatte er auch seine Gitarre mitgebracht, um gemeinsam am Ende des mehr als eine Stunde dauernden Gottesdienstes ein Lied anzustimmen und die Kirchenbesucher aufzufordern, mit ihm zu singen.

„Glaube bewegt“ wurde am Ende noch einmal in den Mittelpunkt gerückt. Den Leitsatz bildeten Vertreter aus den Pfarreien durch große Buchstaben. Bereit standen am Altar auch junge Mitglieder der Radsportgruppe aus Immenreuth, die Erinnerungen an die siebte Sternfahrt zur Mutter Gottes nach Fuchsmühl an die Teilnehmer verteilten. Gesegnet wurden danach die Räder samt ihrer bunt gekleideten Fahrer. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, bevor es zunächst bergab nach Hause ging.

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