15.09.2021 - 13:29 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Rücktritte bei der Laienspielgruppe Fuchsmühl

Bei der Laienspielgruppe Fuchsmühl hofft man, dass sich der Vorhang bald wieder vor ausreichend Publikum heben darf. Und noch ein Problem belastet die Theaterleute: Zwei Führungsposten müssen neu besetzt werden.

Eingebunden in die Jahreshauptversammlung der LSG Fuchsmühl war die Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder. Urkunden erhielten (von rechts) Veronika Robl und Margitta Sandner. Die Auszeichnung für Michael Köllner nahm dessen Mutter Marianne (links) entgegen. Geehrt wurde auch Albert Günthner. Bürgermeister Wolfgang Braun, Zweiter Vorsitzender Michael Bäumler und Vorsitzender Alexander Derwart (hintere Reihe, von links) gratulierten.
von Werner RoblProfil

Theater spielte der damals noch namenlose Verein zum ersten Mal im Jahr 1960. Nach dem Erfolg des Erstlings-Stückes „Der Knopf im Klingelbeutel“ gründete sich ein Jahr später die Laienspielgruppe (LSG) Fuchsmühl. „60 Jahre LSG“ gebührend zu feiern, war wegen der Corona-Pandemie bis heute nicht möglich. Der Traditionsverein ist ausgebremst. Aktuell betroffen ist auch das (eigentlich) bevorstehende, aber erneut abgesagte Herbsttheater.

Fragen wirft auch das vorweihnachtliche Angebot "Nikolausgehen" auf. „Wie es heuer wird, wissen wir nicht. Wir suchen aber nach einer Lösung“, sagte Vorsitzender Alexander Derwart in der Jahreshauptversammlung der Laienspielgruppe im Gasthof „Weißenstein“. Er lenkte den Blick auf die Gestaltung des Nikolaus-Abends und meinte: Statt der üblichen Strafpredigt könnte es – „wie es früher einmal war“ – ein Säckchen mit Orangen und Nüssen geben. Zur Weihnachtsfeier könne man noch keine konkreten Aussagen treffen.

„Ziemlich blöd“

„Nach der letzten Jahreshauptversammlung ahnte niemand, was uns in den kommenden Monaten bevorstehen wird.“ Lange Monate musste man sich – außer einem Aktiventreff - mit fast völliger Funkstille abfinden, kam Vorsitzender Alexander Derwart auf die zurückliegende Vereinssituation zu sprechen. Der Vorsitzende wörtlich: „Alles ist ziemlich blöd!“ Zu roten Zahlen führte die Corona-Zeit aber nicht. Das bestätigte Schatzmeister Andreas Günther mit Blick in die von ihm erstellte Gewinn- und Verlustrechnung.

Bei den nächsten Wahlen

Beim Mitgliedertreffen gab es aber eine folgenreiche Nachricht: Der LSG Fuchsmühl steht ein Führungswechsel bevor. Vorsitzender Alexander Derwart deutete seinen Rücktritt an. „Aber erst bei den nächsten Wahlen.“ Derwarts Leidenschaft gilt der Feuerwehr. Anklingen ließ er auch, dass er sich mehr dem Theaterspielen und verstärkt dem Bühnenbau widmen möchte. Hauptentscheidungsgrund sei zweifellos der Familienzuwachs. „Ich möchte mich meiner Familie ganz besonders widmen“, warb der frischgebackene Familienvater um Verständnis. „Ich wollte es euch rechtzeitig sagen, damit ihr Bescheid wisst.“ Zu einem weiteren Wechsel, der der LSG ins Haus steht, äußerte sich Derwart aber noch nicht.

Das Thema warf Ehrenvorsitzende Angela Sperrer auf. Ihr war zu Ohren gekommen, dass auch Spielleiter Wolfgang Lang, der der Jahreshauptversammlung aus privaten Gründen fernbleiben musste, seinen Posten zur Verfügung stellen möchte. „Darüber sollte man hier und heute sprechen“, bohrte die um Transparenz bemühte ehemalige Vorsitzende nach. „Der Spielleiter wird seine Entscheidung an anderer Stelle und persönlich bekannt geben“, bat LSG-Vorsitzender Derwart um Verständnis für das Stillschweigen. Alexander Derwart fügte hinzu, dass er Lang nicht vorgreifen möchte. Das Aufschieben stieß bei der Ehrenvorsitzenden aber auf wenig Verständnis und führte zu einer sachlich geführten Diskussion unter den Anwesenden. Derwart beugte sich Sperrers energischem Druck: „Also gut, dann teile ich euch mit, dass Wolfgang Lang seine Aufgabe als Spielleiter abgeben wird.“ Über die näheren Hintergründe wollte sich Derwart in der Versammlung aber nicht äußern.

Lösung in Sicht

Der angekündigte Rücktritt der Erwachsenenspielleitung macht eine Neubesetzung notwendig. Im Verlauf der Debatte kündigte die aktive Bühnendarstellerin Johanna Thoma eine Lösung an: „Daniela Seidel und ich werden die Regieaufgaben bei den Erwachsenen übernehmen.“

Auf Anfrage von Oberpfalz-Medien führte Wolfgang Lang persönliche Rücktrittsgründe an, zu denen er sich aber nicht näher äußern wollte. Das von Lang verfasste und bereits fertiggestellte Theaterstück wird vorerst in dessen Schublade bleiben. Angedacht war eine Uraufführung im Rahmen des terminlich bereits geplanten, später aber geplatzten Sommertheaters. „Bei der Rücktrittserklärung spielt dies aber keine Rolle“, erklärte Spielleiter Lang wenige Tage nach der Jahreshauptversammlung. Wann die von ihm geschriebenen Dialoge in Szenen umgesetzt werden, ließ Lang offen. Er werde sich vom Theaterleben aber nicht zurückziehen. „Sofern es meine Zeit erlaubt, werde ich mich an anderer Stelle im Verein einbringen“, deutete der Spielleiter, Stückeautor und aktive Darsteller an.

Bürgermeister Wolfgang Braun freute sich in der Jahresversammlung der LSG, dass das Vereinsleben langsam wieder hochgefahren wird. Ein Höhepunkt des Treffens waren Ehrungen langjähriger Mitglieder. 50 Jahre: Erich Diesner, Albert Günthner und Herbert Tischler. 30 Jahre: Markus Ulrich, Michael Köllner (die Ehrung nahm seine Mutter Marianne in Empfang). 20 Jahre: Andreas Käs, Margit Haslauer, Albert Haslauer, Walter Aigner, Veronika Robl und Margitta Sandner.

Die Aufführungen der Laienspielgruppe Fuchsmühl sind stets ein Publikumsmagnet

Fuchsmühl
Aktuell wird die derzeit arbeitslose LSG-Bühnencrew von Wolfgang Lang geleitet. Die Nachricht von seinem bevorstehenden Rücktritt sorgte für eine Aussprache in der Jahreshauptversammlung.

„Also gut, dann teile ich euch mit, dass Wolfgang Lang seine Aufgabe als Spielleiter abgeben wird.“

Vorsitzender Alexander Derwart

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.