04.08.2019 - 08:48 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Auch Singen in geselliger Runde

1994 beschließen acht Fuchsmühler, einen „Holzrechtler-Stammtisch“ zu gründen. 25 Jahre danach erinnert man sich an die Anfänge und warum ein eigenes Liederbuch entstand.

Der Holzrechtler-Stammtisch – gegründet 1994 – feierte vor wenigen Tagen sein 25. Jubiläum. Vorangegangen war ein Gottesdienst; danach erinnerte Vorsitzender Heinrich Schärl (links) an die Anfänge.
von Werner RoblProfil

An die Holzschlacht in der Schrammlohe erinnert alle zehn Jahre ein Festspiel der Fuchsmühler Laienspielgruppe. "Und ewig währe das Recht" - verfasst von Frank Spörrer und uraufgeführt 1994 - stand vor 25 Jahren auf dem Proben- und Festspielplan. Regie führte die damalige Spielleiterin Inge Schärl. Nach den Freilicht-Aufführungen am Naturdenkmal aber war für alle Schluss. Der große Darstellerkreis, der monatelang zusammengearbeitet hatte, löste sich auf.

"Wir aber waren der Meinung, dass die Stimmung, die bei den Probenarbeiten vorherrschte, nicht abrupt enden sollte", erinnert Vorsitzender Heinrich Schärl an die Gründungsidee, die dazu führte, dass der in der Region zweifellos einmalige "Holzrechtler-Stammtisch" unter dem Vorsitz von Ludwig Günthner ins Leben gerufen wurde. Kassier wurde der 2014 verstorbene Manfred Klarner.

Gedenkgottesdienst

Seitdem ist ein Vierteljahrhundert vergangen. Die gesellige, anfangs aber auch belächelte Runde ist auf 20 Mitglieder gewachsen und existiert heute noch. Gemeinsam erinnerte man sich vor wenigen Tagen an die Gründung. Nicht fehlen durfte ein Gedenkgottesdienst mit Pfarrer Joseph in der Wallfahrtskirche. Gefeiert wurde anschließend im Gründungslokal Hotel "Hackelstein".

"Unsere monatlichen Zusammenkünfte waren von Anfang an für alle und für jeden offen", blickte der jetzige Vorsitzende, Heinrich Schärl, bei der Jubiläumsfeier zurück. "Holzrecht ist kein Muss." Man müsse auch nicht als Darsteller auf der Naturbühne mitgewirkt haben, erklärte der Sprecher und ergänzte: "Gleichgesinnte, die die Geselligkeit lieben, sind immer willkommen." Das reiche für eine Mitgliedschaft. "Wir möchten aber kein Verein im üblichen Sinn sein", hob Schärl mit Nachdruck hervor.

Liederbuch

Ein "Buntes Liederbücherl" entstand. Schließlich war bei den geselligen Treffen in froher Runde das gemeinsame Singen stets wichtig. "Immer wieder stellten wir aber eine gewisse Textunsicherheit, meist schon nach der ersten oder zweiten Strophe fest", kommentierte Schärl die zündende Idee für ein Liederbuch. Die Herausgabe war Martin Betz und Gottfried Sperrer zu verdanken.

Gitarrist Martin Betz von der Fuchsmühler Ludwigshöhe begleitete auch von Anfang an die Holzschlacht- oder andere volkstümliche Lieder, die in der Runde immer noch angestimmt werden. Später stieß auch der Poppenreuther Anton Schmaus mit seinem Akkordeon hinzu. "Danke euch beiden", sagte Schärl in seiner kurzen Ansprache beim Gründungsjubiläum. "Ich freue mich, euch alle hier begrüßen zu dürfen", startete er sogleich in den geselligen Jubiläumsabend, der zugleich auch ein Gedenkanlass für die verstorbenen zehn Mitglieder war. Zwei Jahre nach dem ersten Treffen war Heinrich Oppl gestorben, zuletzt - im Juli 2018 - musste man sich von Inge Schärl verabschieden.

2019 - daran erinnerte Vorsitzender Heinrich Schärl aber auch - sei nicht nur Jubiläumsjahr für den "Holzrechtler-Stammtisch", zudem blickt die Gemeinde am 12. Oktober auf die blutigen Ereignisse bei Herzogöd vor 125 Jahren zurück. Im Gründungslokal versprach Heinrich Schärl, bevor die "Tapferen Bayern", das bekannte Lied der Holzrechtler, angestimmt wurde: "Im Herbst werden wir, entsprechend gekleidet, öffentlich auftreten."

2024 folgt weiterer Höhepunkt. Dann nämlich ist es wieder so weit: Die Fuchsmühler tauchen erneut in die Probenarbeiten zum Festspiel ein, bei dem auch die Holzrecht-Stammtischler nicht fehlen und als rebellierende Fuchsmühler Bauern auftreten dürfen.

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