19.08.2020 - 17:03 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Zwei Konzepte für Häuser in Marienstraße in Fuchsmühl

An der Marienstraße sanieren oder neue Mietshäuser entstehen lassen? Den Marktrat beschäftigen derzeit beide Alternativen, um für die drei Wohneinheiten eine Zukunft zu schaffen. Näheres erfuhr man jetzt vom Architekten Peter Hilgarth.

Die Häuserzeile an der Fuchsmühler Marienstraße ist Eigentum der Marktgemeinde. Offen bleibt nach wie vor, ob die drei Gebäude saniert oder zurückgebaut werden, um dort neue Wohneinheiten entstehen zu lassen.
von Werner RoblProfil
Die Alternativen „Sanierung“ oder „Neubau“ stellte Architekt Peter Hilgarth (links) den Markträten bzw. Bürgermeister Wolfgang Braun (rechts) im Detail vor.

Erbaut wurden die vermieten Wohneinheiten kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Thema, was mit den Häusern Marienstraße 36, 38 und 40 künftig geschehen soll, beschäftigt sich der Marktrat bereits seit einiger Zeit. Welche der Varianten - Sanierung oder Neubau - besser ist, muss aber noch näher beleuchtet werden. Möglich wäre beides.

Sicher ist, dass dringend Handlungsbedarf besteht. Möglich wäre auch ein Rückbau, um an gleicher Stelle neue und deutlich modernere Häuser entstehen zu lassen. Architekt Peter Hilgarth beleuchtete die Vor- und Nachteile beider Varianten. "Bei den drei Häusern an der Marienstraße handelt es sich um identische Gebäude mit gleichen Grundrissen", legte Hilgarth die Pläne vor. Deutlich machte er aber, dass die Wohnungen längst nicht mehr den modernen Anforderungen entsprechen. "Sie sind einfach nicht mehr zeitgemäß."

Zwei Alternativen vorgestellt

Die erste Alternative sei eine komplette Umstrukturierung. Grundlegendes Ziel sei es, damit einen sozialgerechten Wohnungsbau mit insgesamt 15 Einheiten zu schaffen. Barrierefrei ausbauen könne man aber nur die Räume in den Erdgeschossen, bedauerte Hilgarth. Anpassen werde man die bereits vorhandenen Stellplätze für die Pkw. Den Kostenaufwand für die nach und nach zu sanierenden Häuser bezifferte Hilgarth auf rund 3,4 Millionen Euro.

Anders dagegen würde sich ein Neubau gestalten. Einen Mehrwert stellten die "wohnungsgleichen" Laubengänge und der Aufzug (einer für alle Häuser) dar. Um das Vorhaben verwirklichen zu können, müsste der Markt Fuchsmühl für die drei neuen Gebäude voraussichtlich rund 4,08 Millionen Euro in die Hand nehmen. Deutliche Unterschiede ergeben sich auch bei der gesamten Größe aller Anwesen. Statt bisher 1 650 Quadratmeter Geschossfläche stünden mit der Variante Neubau rund 150 Quadratmeter mehr zur Verfügung. Fördermöglichkeiten erörtert

Über die Fördermöglichkeiten erkundigte sich CSU-Markträtin und Zweite Bürgermeisterin Andrea Hecht. Bürgermeister Wolfgang Braun bedauerte: "Wir müssen erst einmal einen genauen Kostenvergleich in Händen haben." Erst danach könne auch darüber gesprochen werden". Braun versprach aber, die Förderprogramme auszuloten. "Wir müssen uns heute noch nicht für eine der beiden Varianten entscheiden." Wissen wollte der Bürgermeister von seinen Markträten lediglich, ob die Machbarkeitsstudie mitgetragen werde.

Dazu schaltete sich auch CSU- Marktrat Markus Troesch ein: "Das Ortsbild wird mit neuen Impulsen aufgewertet", kommentiere Troesch die vorgestellte Machbarkeitsstudie des Architekten. Nicht abgeneigt war er, die Häuser abreißen und neu errichten zu lassen. Troesch zeigte sich aber vom "beträchtlichen Kostenunterschied" überrascht. SPD-Marktrat Ernst Tippmann vertrat die Meinung, dass man erst dann entscheiden solle, wenn die Förderung bekannt sei. Tippmann machte aber keinen Hehl daraus, dass er die Studie für aussagekräftig hält. Einen Neubau empfahl FW-Marktrat Christopher April. Als Grund für seine Anregung nannte er die zu erwartenden Folgekosten nach einer Altbau-Sanierung. Zudem empfahl er einen Blick auf die freie Gestaltung und die Grundrisse der möglichen neuen Häuser zu werfen. Die Machbarkeitsstudie wurde einstimmig befürwortet.

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Fuchsmühl

Die Jahresrechnung für 2019 ist fertig. Geprüft wurde das umfangreiche Zahlenwerk am 20. Juli. Der Vorsitzende des Rechungsprüfungsausschusses, Harald Bächer, von der CSU, ht eine Gesamthaushaltssumme in Höhe von 3 580 427 Euro festgestellt. Das Zahlenwerk wurde einstimmig genehmigt. Keine Einwände folgten auch bei den festgestellten Haushaltsüberschreitungen (über- und außerplanmäßige Ausgaben) im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt. Die Gesamtsumme dafür beträgt 180 422 Euro.

Der zweite Rettungsweg für die Schießanlage im Untergeschoß der Mehrzweckhalle ist schon seit längerem geplant. Zwischenzeitlich wurden auch Firmen mit der Bitte, Angebote abzugeben, kontaktiert. "Leider liegt uns nur eine Rückmeldung vor", bedauerte Braun.

Ausschreibung aufgehoben

Mit der Kostenberechnung zeige man sich aber nicht einverstanden, so der Gemeindechef. "Die ermittelten Kosten liegen um über 50 Prozent über unseren Schätzungen.", Das sei wirtschaftlich nicht umsetzbar. Braun empfahl, die Ausschreibung aufzuheben.

Das Thema werde man aber zu einem späteren Zeitpunkt neu aufgreifen. "Die Frage nach der Förderkulisse sollte man weiterhin im Auge behalten", mahnte SPD-Marktrat Tippmann. Dem Vorschlag der Aufhebung folgten die Markträte einstimmig.

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