Großbrand in Gärmersdorf - Schadenshöhe und Brandursache unklar

Gärmersdorf bei Kümmersbruck
01.06.2023 - 17:07 Uhr
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Die Rauchwolke war so dick, dass die Polizei sogar eine Warnung für die Verkehrsteilnehmer auf der nahe gelegenen B 85 herausgab: In Ortskern von Gärmersdorf bei Amberg ist am Donnerstagmittag eine Scheune in Flammen aufgegangen.

Ein Brand im dicht bebauten Ortskern von Gärmersdorf, einem Ortsteil von Kümmersbruck in direkter Nachbarschaft von Amberg, hat am Donnerstag ein Großaufgebot an Einsatzkräften mehrere Stunden beschäftigt: Als die ersten Kräfte von Feuerwehr und Polizei gegen 11.30 Uhr eintrafen, stand hier im Hof eines Anwesens eine große Scheune lichterloh in Flammen. Die Feuerwehr spricht in diesem Fall von einem Vollbrand, gegen den 88 Aktive der Feuerwehren Kümmersbruck, Haselmühl, Amberg, Ebermannsdorf, Freudenberg und Hiltersdorf vorgingen. Sie konnten verhindern, dass die Flammen auch auf andere Gebäude, insbesondere die benachbarten Wohnhäuser, übergriffen. Da dazu sehr viele Atemschutzgeräteträger benötigt wurden, waren entsprechend viele dieser Spezialisten im Einsatz: Sie sind körperlich so gefordert, dass sie alle 20 bis 25 Minuten ausgewechselt werden müssen.

Die Scheune selbst war nicht zu retten: Das Feuer verschlang den Holzbau, am Nachmittag wurden mit Hilfe eines Baggers Reste der Konstruktion und die Metallteile des Dachs abgerissen, damit die Feuerwehr näher heran kommen konnte. Sie musste noch glimmende Teile und versteckte Glutnester löschen. Das Technische Hilfswerk aus Amberg und Schwandorf rückte zusätzlich mit schwerem Räumgerät an. Auch, um den Brandschutt auf einen Lkw zu verladen, der das Material zu einer extra eingerichteten Lagerfläche beim Sportzentrum Kümmersbruck transportierte: So wurde der Brandschutt aus dem Weg und an eine Stelle geschafft, wo er keine Gefahr mehr darstellte.

Warnung für Bahn und Straßenverkehr

Auch wenn die Scheune letztlich ein Raub der Flammen wurde, sei immerhin niemand ernsthaft zu Schaden gekommen, wie Polizei-Pressesprecher Dominik Lehmeier informierte. Ein Anwohner sei leicht verletzt worden, er habe eine Rauchvergiftung erlitten. Die Rauchentwicklung war extrem, wie Lehmeier sagte: Die dicke Rauchwolke, die von Gärmersdorf zum Amberger Stadtteil Bergsteig zog, sorgte dafür, dass auf der nahe gelegenen Bundesstraße 85 besorgte oder auch neugierige Autofahrer anhielten. Deshalb gab die Polizei eine Warnung heraus, die die Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht mahnte, aber zur Weiterfahrt aufforderte. Um die Anwohner zu informieren und darauf hinzuweisen, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten, waren in Gärmersdorf Einsatzfahrzeuge mit Lautsprecherdurchsagen unterwegs. Auch für die nicht weit entfernte Bahnstrecke von Schwandorf nach Amberg waren wegen der starken Rauchentwicklung entsprechende Warnhinweise ausgegeben. Beeinträchtigungen habe es aber nicht gegeben.

Weil laut Lehmeier zunächst unklar war, ob sich Menschen in der Scheune aufhielten, suchten Atemschutzgeräteträger dort nach Personen. Dabei fanden sie eine Katze, die sie wohlbehalten ins Freie bringen konnten. Die Hühner, die in der Scheune waren, konnten sich offenbar selbst retten: Sie liefen aufgeregt im Garten zwischen den Feuerwehrschläuchen herum. Obwohl viel Wasser gebraucht wurde, gab es keine Engpässe: Die Feuerwehren konnten neben den Löschmitteln in ihren Fahrzeugen und aus Hydranten auch den nahe gelegenen Krumbach als Wasserquelle nutzen. Wie immer, wenn lange Schlauchleitungen gelegt werden, standen aber auch Tragkraftspritzen als Reserve bereit, für den Fall, dass Pumpen ausfallen. Hier spielen laut Einsatzleiter Daubenmerkl gerade die kleineren Feuerwehren eine wichtige Rolle, weil sie diese zusätzlichen Geräte beisteuern können.

Gefahr durch Gasflaschen

Eine zusätzliche Gefahr waren Gasflaschen, die in der Scheune lagerten, wie der Kreisbrandinspektor erklärte: Um an sie heranzukommen, hätten die Einsatzkräfte eine Bretterverschalung entfernen müssen, was zu lange gedauert hätte. Deshalb bohrte das THW ein Loch in die Holzwand, durch das die Feuerwehr mit speziellen Geräten wie Löschlanze und -nagel ("Fog-Nail")mit Hochdruck einen Wassernebel auf die Gasflaschen sprühen konnte, um sie zu kühlen, bis sie gesichert und aus dem Gebäude gebracht werden konnten. Das gelang dann auch ohne Zwischenfälle. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung und die bei ihr verankerte Drohnengruppe der Kreis-Feuerwehr lieferten Ausrüstung und Luftbilder für die Lagebesprechung. Die Schnelleinsatzgruppe Betreuung sorgte für die Verpflegung der insgesamt rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW, von denen viele bis zum späteren Nachmittag vor Ort waren. Die Feuerwehr Kümmersbruck blieb bis zum Abend, um als Brandwache das Gelände im Blick zu behalten.

Zur Höhe des Schadens gab es am Donnerstag noch keine Informationen – ebenso wie zur Ursache des Brandes. Hinweise auf Brandstiftung gibt es laut Polizei nicht. Nach solchen großen Bränden sei es aber Routine, dass die Kriminalpolizei eine Brandortbegehung macht, sagte PI-Pressesprecher Dominik Lehmeier. Die Experten würden dies voraussichtlich am Freitag tun.

Kümmersbruck01.06.2023
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