30.07.2020 - 14:16 Uhr
GebenbachOberpfalz

Feuerwehr Atzmannsricht: Neubau oder Pacht eines leeren Stalles?

Neubau oder Anpachtung eines leeren Stalles? Die Schaffung eines Gerätehauses für die Feuerwehr Atzmannsricht beschäftigt den Gebenbacher Gemeinderat. Das Gremium treibt die Planungen für die Dorferneuerung Kainsricht voran.

Alternativ zu einem Neubau könnte für die Feuerwehr Atzmannsricht ausreichend Platz durch den Umbau einer aufgelassenen Stallung geschaffen werden. Der Gemeinderat Gebenbach besichtigt das Gebäude. Die Möglichkeiten erläutern Kommandant Johannes Kohl (Dritter von links) und Bürgermeister Peter Dotzler (Dritter von rechts).
von Autor GFProfil

Die Dorferneuerung in Kainsricht und Verbesserungen für die Atzmannsrichter Feuerwehr waren die Kernthemen der Sitzung des Gebenbacher Gemeinderates. Bei einem Vororttermin schilderte Kommandant Johannes Kohl dem Gremium die Situation seiner Feuerwehr. "Unsere Räumlichkeiten sind viel zu eng, wir können den Corona-bedingten Mindestabstand zur Zeit nur schwer einhalten", beklagte er. Die steile Auffahrt zum vor gut 60 Jahren erbauten Gerätehaus führe zu Problemen, da der Tragkraftspritzenanhänger rückwärts den Hang hinauf in das Gerätehaus geschoben werden müsse.

Wenn Atzmannsricht eventuell den gewünschten Mannschaftstransportwagen (MTW) erhalte, brauche die Wehr mehr Platz. Der MTW sei notwendig, da den Aktiven und vor allem den Atemschutzträgern nicht zumutbar sei, mit Privat-Autos zum Einsatz zu fahren, betonte Kohl. Angedacht sei auch, einen Stellplatz in einer benachbarten aufgelassenen Stallung anzumieten. Jedoch lehne es die gemeindliche Unfallversicherung ab, für Schäden einzustehen, die dann durch das Überqueren einer öffentlichen Straße eintreten könnten. Die Wehr brauche mindestens zwei voneinander abgetrennte Umkleideräume und einen mindestens zehn Meter langen Abstellplatz.

Die Gemeinderäte besichtigten die von der Atzmannsrichter Feuerwehr angedachte Stallung, deren Fläche von 13 mal 22 Metern ausreichen würde, um neben der Stellfläche für das Fahrzeug auch Materialablagen und Umkleiden mit Trockenbaumaßnahmen zu schaffen. "Pachten wir diesen Stall", so der Kommandant, "dann bekommen wir den Um- und Ausbau nicht gefördert. Aber trotzdem sollte man den Platzbedarf berechnen und die Kosten kalkulieren."

Bürgermeister Peter Dotzler erläuterte, dass alternativ ein Gerätehaus-Neubau in Frage komme, der auch förderfähig wäre. Als Standort für das Feuerwehrhaus würde sich ein Grundstück an der Dorfeinfahrt aus Richtung Gebenbach eignen. Dieser Platz wäre gut erreichbar und böte genügend Fläche, um Fahrzeuge abzustellen oder Übungen abzuhalten. Kohl meinte auch, dass hier alle Umfallverhütungsvorschriften umsetzbar seien. Eine gute Zufahrt sei gegeben, und das Gerätehaus könnte in energetischer Bauweise errichtet werden. Vorrangig sei nun, ein Konzept zu entwickeln, mit dem der Platzbedarf und die eventuell anfallenden Kosten ermittelt werden.

Nach Gebenbach-Kainsricht nun FFW Atzmannsricht an der Reihe

Gebenbach

Über Änderungen bei den Entwürfen für die Dorferneuerung Kainsricht informierte Landschaftsplaner David Neidl den Gemeinderat. Demnach wird nördlich von Kainsricht ein Regenrückhaltebecken gebaut, das selbst die Wassermengen eines Jahrhunderthochwassers fassen könnte. Nach Vorstellung der Landschaftsplaner bekommt der Waldkindergarten sechs zusätzliche Stellplätze. Für den Gehweg zwischen Bushaltestelle und Ortsmitte und weiter von der Ortsmitte zum Baugebiet Kainsricht West einigten sich die Gemeinderäte nach heftigem Meinungsaustausch auf geschnittenes Großkopfgranit, "ein Belag für die Ewigkeit", wie Markus Rösch befand. David Neidl erläuterte auch die geänderte Wasserführung in Kainsricht. Der Teich in Ortsmitte sollte mit Folie abgedichtet werden, sagte er. Der Gemeinderat billigte die vom Planer vorgestellten Änderungen für die Dorferneuerung, entsprechende Ausschreibungen können nun veranlasst werden.

Einstimmig beschlossen die Gemeinderäte, Vereinszuwendungen in Höhe von 4550 Euro zu vergeben. Zusätzliche 500 Euro erhält die KLJB Gebenbach. Genehmigt wurde die Jahresrechnung 2019 für den Kindergarten St. Martin in Höhe von rund 420 000 Euro bei einem Gewinn von gut 6000 Euro. Der Haushaltsplan 2020 des Horts mit knapp über 350 000 Euro fand ebenso die Zustimmung.

Für das neue Baugebiet in Kainsricht lagen dem Gemeinderat zwei Bauvoranfragen vor, für die das Gremium das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht stellte. Ein Einfamilienhaus soll entgegen den Vorgaben des Bebauungsplans mit einem Walmdach versehen werden, beim zweiten Bauvorhaben soll die Baugrenze geringfügig überschritten werden, auch entsprechende Befreiungen von der Festsetzung des Bebauungsplans sollen erteilt werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.