Hirschau
18.08.2026 - 10:54 Uhr
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AKW ändert Pläne für Schnaittenbach und Hirschau: Was Anwohner dazu sagen

Die Amberger Kaolinwerke bauen ihre neue Nassaufbereitung nun nicht in Schnaittenbach, sondern in Hirschau. Sind die Anwohner der Kaolinstraße jetzt zufrieden? Oberpfalz-Medien hat nachgefragt.

Kaolinabbau in Schnaittenbach. Die Amberger Kaolinwerke haben ihre ursprünglichen Planungen nun geändert. Archivbild: Wolfgang Steinbacher
Kaolinabbau in Schnaittenbach. Die Amberger Kaolinwerke haben ihre ursprünglichen Planungen nun geändert.

Die Auseinandersetzung hat für viel Gesprächsstoff gesorgt: Anwohner der Kaolinstraße in Schnaittenbach protestierten in den vergangenen Jahren immer wieder öffentlich gegen die Verkehrsbelastung vor ihren Häusern. An den Gartenzäunen fährt der Schwerlastverkehr zwischen Kaolinwerk und Bundesstraße 14 vorbei und der ist an manchen Tagen enorm. Bis zu 120 Lkw-Fahrten werden täglich in der Straße gezählt. "An einigen Tagen ist nix", sagt Anwohner Heinrich Kraus. "An anderen Tagen umso mehr." Kraus gehört der "Interessengemeinschaft Kaolinstraße" an, in der sich Nachbarn zusammengeschlossen haben, um ihren Unmut kundzutun.

Gemischte Gefühle

Nun hatten die Amberger Kaolinwerke (AKW), die zur Quarzwerke-Gruppe mit Sitz im nordrhein-westfälischen Frechen gehören, geplant, in Schnaittenbach eine neue Nassaufbereitung zu bauen, die "die Produktion von hochqualitativen Kaolinen, Feldspäten und Quarzsanden langfristig sichern soll", wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Für die Kaolinstraße hätte das eine deutliche Zunahme des Verkehrs bedeutet, die Anwohner gingen sogar von einer Verdoppelung aus. Anfang Juli 2026 hieß es dann plötzlich: Die Nassaufbereitung wird nicht in Schnaittenbach, sondern in Hirschau errichtet.

Ein Sieg für die Interessengemeinschaft Kaolinstraße? Sprecherin Erna Märkl verneint das. "Wir haben gekämpft, dass der Verkehr weniger wird. Unser Ziel ist eine Alternativroute." Mit einer Alternativroute - so hoffen die Anwohner der Kaolinstraße - könne der gesamte Werksverkehr verlegt werden. Das Thema ist für sie nicht vom Tisch. "Wir sehen die Änderung der Pläne für die neue Nassaufbereitung mit einem lachenden und einem weindenden Auge", erklärt Märkl. Zwar würden die Anwohner jetzt vom befürchteten Zusatzverkehr verschont, der bisherige Verkehr bleibe aber. Die IG jedenfalls löse sich jetzt nicht auf, bekräftigt Märkl.

AKW begründet die Planänderung so: "Gegenüber der zuvor geprüften Standort-Variante in Schnaittenbach bietet Hirschau-Ost mehrere Vorteile: Mit dem Neubau der Nassaufbereitung in Hirschau wird die bestehende Werksstruktur verschlankt und technisch auf den neuesten Stand gebracht", heißt es in einer Pressemitteilung. "Gleichzeitig kann die Rohstoffversorgung des Werks effizienter sichergestellt werden. Zudem erfolgt die Verkehrsanbindung an das öffentliche Straßennetz außerhalb der Ortslage, wodurch die Bevölkerung entlastet wird." Eine Weiternutzung der Bahnverladung sei ebenfalls vorgesehen. Das zuständige Projektteam der Quarzwerke Gruppe arbeite bereits mit Genehmigungsbehörden und externen Partnern an der konkreten Planung und Umsetzung.

Schnaittenbach bleibt "Kernelement"

„Wir investieren rund 80 Millionen Euro in den Neubau der Nassaufbereitung am Standort Hirschau/Schnaittenbach“, wird Robert Lindemann-Berk, geschäftsführender Gesellschafter der Quarzwerke Gruppe in der Presse-Info zitiert. Thomas Perterer, für AKW zuständiger Geschäftsführer, unterstreicht darin die strategische Bedeutung des Projekts: „Diese Investition schafft eine Win-win-Situation für alle Beteiligten: Sie sichert Arbeitsplätze in der Region, stärkt Hirschau als Industriestandort und bietet uns die Chance, das Werk Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.“

Wie geht es mit dem Standort Schnaittenbach weiter? Die Rohstoffgewinnung und Aufbereitung im neu gebauten Sandwerk in Schnaittenbach bleibe unverzichtbare Grundlage für die Produktion von Kaolin und Feldspäten, heißt es. "Der Standort Schnaittenbach bleibt daher als Kernelement im Werksverbund erhalten und wird – wie bisher – das Werk mit wichtigen Zwischenprodukten versorgen und gleichzeitig hochwertige Quarzsande und Kiese für unterschiedlichste Anwendungen für unsere Kunden herstellen."

Der Schnaittenbacher Bürgermeister Marcus Eichenmüller war in den vergangenen Tagen urlaubsbedingt nicht zu erreichen. Die Hirschauer Bürgermeisterin ist unterdessen guter Dinge. "Wir werden das Vorhaben wohlwollend unterstützen", sagt Beate Dietrich. "Der Werksneubau ist gut für Hirschau und gut für die ganze Region." Sie stimmt voll mit der Unternehmensleitung überein, dass mit der Investition Arbeitsplätze gesichert würden. Für Hirschau bedeute das Projekt auch, dass die Grundlage für die Gewerbesteuereinnahmen aus diesem Bereich auf lange Sicht erhalten bleibt.

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