06.09.2019 - 17:44 Uhr
GebenbachOberpfalz

Mausbergfest: Frauenpower hinter dem Schanktisch

Der Mittwoch in der Mausbergfestwoche ist der Frauentag. Ihn wollten einige Damen aus der Pfarrei nutzen, um einmal den typischen Männerplatz am Ausschank zu testen.

Frauenpower hinter dem Ausschank am Tag der Frauen auf dem Mausberg (von links): Theresa, Annette und Angelika Schöpf.
von Autor SWOProfil

Dabei standen sie nicht nur am Zapfhahn, sondern durften auch die Fässer tauschen und den Getränkenachschub in Kisten sichern. Natürlich gehörte auch das Gläserspülen zu ihren Aufgaben. Diese meisterte das Damen-Team mit Bravour: An einem der besucherstärksten Tage hatten sie die Lage jederzeit im Griff. Einige ihrer männlichen Kollegen schnürten sich derweil Schürzen um und halfen beim Bedienen der Gäste. Auch bei technischen Problemen durften die Männer Hand anlegen.

So wurde es zu einem schönen Miteinander bei der Arbeit - und durch den Rollentausch für einige auch eine neue Erfahrung. Dies ist auch ein Vorteil des Mausbergfestes: Bei den ehrenamtlichen Arbeiten gibt es hier keine feste Rollenverteilung, sondern ein großes Maß an Flexibilität. Jeder ist bereit, dem anderen zu helfen. Einige Ehrenamtliche berichten über ihre Beweggründe und Erfahrungen:

Wichtigste Frau am Berg

Susanne Lindner.

Susanne Lindner ist die wichtigste Frau auf dem Mausberg. Als Kirchenpflegerin und Mesnerin muss sie den Gesamtüberblick behalten und ist jeden Tag im Einsatz. Sie meint, der Zusammenhalt und das Ehrenamt auf dem Mausberg seien schon erstaunlich. Da möchte auch sie nicht fehlen: "Man schaut jeden Tag in freundliche und lächelnde Gesichter. Bei den Gottesdiensten und Predigten bekomme ich neue Impulse für den Alltag und lerne viele Priester und interessante Personen aus nah und fern kennen. Auch sonst treffe ich hier Menschen, die ich sonst das ganze Jahr über nicht sehe." Und natürlich will Lindner ihren Teil zum Gelingen des Festes beitragen.

Annette Schöpf.

Annette Schöpf hatte großen Anteil daran, dass die Frauen einmal den Ausschank übernahmen. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung als Bedienung, auch bei anderen großen Festen und Anlässen, möchte sie auch einmal die andere Seite im Ausschank kennen und verstehen lernen. "Als Bedienung habe ich eine gewisse Erfahrung, kann nun aber auch leichter verstehen, woran es liegen kann, wenn es beim Ausschenken der Getränke einmal hakt. Wenn man es einmal selbst unter stressigen Bedingungen gemacht hat, kann man sich leichter in die Rolle des anderen hineinversetzen."

Plausch gehört dazu

Brigitte und Theresia Kick.

Brigitte und Theresia Kick, die beiden nicht verwandten Frauen, arbeiten seit langen im Kuchenverkauf ehrenamtlich mit. Dieser wird bereits seit Jahrzehnten von der Familiengemeinschaft organisiert. Da sei es inzwischen Tradition, diese Erfolgsstory weiterzuführen, sagen die beiden. Sie helfen gern "beim schönsten Bergfest" mit. Ganz besonders, weil hier alles noch ehrenamtlich und nicht kommerziell gemacht werde. Außerdem mache es Spaß, die Kuchen zuerst selbst zu backen und sie dann zusammen mit den anderen zu verkaufen. Und ein kleiner Plausch zwischendurch mit Kolleginnen oder Gästen gehöre natürlich dazu.

Julia Finster.

Julia Finster kommt schon im dritten Jahr zum Bedienen aus Schnaittenbach auf dem Mausberg. Dazu angeregt hat sie ihre Patin Renate, die alljährlich die Bedienungen mit einteilt. "Sonst bediene ich eigentlich nicht, aber hier bereitet es mir schon sehr viel Spaß. Ich treffe viele Bekannte, aber auch viele fremde Leute auf dem Mausberg, die alle sehr nett sind. Oft ergeben sich interessante Gespräche."

Einen Wermutstropfen hat der große Andrang allerdings - die Unvernunft mancher Auto- und Radfahrer, wie die Helfer sagen. Trotz riesiger kostenloser Parkplätze würden Autos am Straßenrand in Halteverboten abgestellt und behinderten Fußgänger, Nachschub- und Rettungswege. Manche Wallfahrer wollten wohl keinen Meter mehr als nötig gehen.

Auch Fahrräder würden inzwischen willkürlich mitten auf dem Festgelände oder direkt vor der Sakristeitür abgestellt, obwohl im Umfeld genügend Platz wäre. Bergfeste sind eigentlich Feste, bei denen man gemeinsam feiert und aufeinander Rücksicht nimmt, meint die Runde. So sei es schade, wenn der Egoismus einzelner die Gemeinschaft stört.

Info:

Das Programm am Wochenende

Das Mausbergfest geht an diesem Wochenende zu Ende. Samstag ist der Tag der Vereine und Verbände mit dem Thema „Im Glauben und in der Gemeinschaft Verbundenheit spüren“.

Bereits um 9.30 Uhr gibt es eine Eucharistiefeier mit Pater Alfred Lindner und den AOVE-Veehharfen. Um 16 Uhr findet in der Mausbergkirche ein Kinderwortgottesdienst speziell für Drei- bis Achtjährige statt. Das Familiengottesdienstteam hat ihn mit Pfarrvikar Christian Preitschaft vorbereitet. Der Gottesdienst der Vereine und Verbände folgt um 19 Uhr. Domkapitular Thomas Pinzer aus Regensburg ist Hauptzelebrant und Festprediger. Die Männergesangvereine aus Gebenbach und Ursulapoppenricht begleiten ihn.

Mit dem Hauptfest Mariä Geburt endet am Sonntag die Festwoche. Das Thema lautet „Erlöster Glaube – In Gottes Hand geborgen“. Der Beichtgelegenheit um 8 Uhr schließt sich eine Eucharistiefeier mit Pfarrvikar Christian Preitschaft um 8.30 Uhr an. Den Festgottesdienst um 10 Uhr hält Pfarrer Thomas Helm aus Amberg. Der Kirchenchor St. Martin Gebenbach singt. Immer am zweiten Mausbergfestsonntag, also morgen, gibt es ein Konzert in der Wallfahrtskirche – diesmal um 14 Uhr mit der Blasmusik Gebenbach und Melodien vom Musical „Jesus Christ Superstar“ bis zur Filmmusik zu „Saving Private Ryan“. Am Dirigentenpult stehen Gerhard Böller und Angelika Schöpf. (Eintritt frei).

Fast schon traditionell zelebriert der gebürtige Gebenbacher Pfarrer Martin Schöpf den Abschlussgottesdienst um 16 Uhr. Die Stauber-Moidln stellen wieder ihr Können bei der Gestaltung der Messe unter Beweis. Die Familiengemeinschaft wartet im Festzelt der Pfarrei am Sonntag wieder mit selbstgemachten Kuchen und Kücheln auf. Bratwürste und Käse sowie Bier und andere Getränke gibt es selbstverständlich auch.

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