03.06.2020 - 16:35 Uhr
GebenbachOberpfalz

Riesenbovist macht seinem Namen alle Ehre

Der eine so groß wie ein Kürbis, der andere im Format eines Handballs: Die Riesenboviste, die Robert Wilfert an der Böschung eines Parkplatzes bei Gebenbach an der B 14 entdeckt hat, machen ihrem Namen alle Ehre.

Einer der beiden Riesenboviste, die Robert Wilfert in der Nähe eines Parkplatzes an der B 14 bei Gebenbach entdeckt hat.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Zwei riesige, schneeweiße Bälle hat Robert Wilfert an der Böschung eines Parkplatzes an der B 14 bei Gebenbach entdeckt. Der eine so groß wie ein Kürbis, circa 40 bis 50 Zentimeter im Durchmesser. Der andere immerhin noch mit den Ausmaßen eines Handballs. Der Mann aus Neustadt an der Waldnaab wusste sofort, um was es sich handelte: Riesenboviste. Ein Fund, der um diese Jahreszeit durchaus vorkommt. wie Herbert Baumanis, Pilzsachverständiger der Deutsche Gesellschaft für Mykologie, auf Nachfrage erklärt. "Riesenboviste sind jedes Jahr zu sehen", so der Schwammerlexperte aus Amberg. Hauptsächlich wachsen sie von Frühsommer bis Herbst, also von Juni bis September. Der Riesenbovist bevorzugt qualitativ bessere Böden, gedeiht auf Wiesen und Weiden sowie in lichten Wäldern. "Streuobstwiesen mag er sehr gerne", weiß Herbert Baumanis. Ein Exemplar im XXL-Format bringt durchaus zehn Kilo auf die Waage. Der Riesenbovist ist essbar – allerdings nur, solange sein Inneres eine reinweiße Farbe hat. Nicht mehr essen sollte man ihn, wenn die Farbe in Richtung Curry geht. Außerdem sollte er für die Zubereitung eine pralle Haut haben und nicht runzelig wie ein alter Apfel sein. Bei älteren Exemplaren darf man ruhig die Nase rümpfen: Der Riesenbovist riecht dann harnartig. Wer einen jungen, frischen Riesenbovist zubereiten will, schneidet ihn am besten in eineinhalb bis zwei Zentimeter dicke Scheiben und brät ihn in der Pfanne raus. "Man kann ihn auch panieren wie ein Schnitzel", sagt der Schwammerl-Fachmann.Wenngleich momentan Frühsommer ist, waren die Riesenboviste, die Robert Wilfert bei Gebenbach entdeckt hat, durchaus "sehr früh dran", weiß Herbert Baumanis.

Schwammerl-Flaute im Frühjahr

Amberg
Info:

Derzeit kaum Pilze

Herbert Baumanis, geprüfter Pilzsachverständiger aus Amberg, ist immer viel im Wald unterwegs. Pilze entdeckt er bei seinen Spaziergängen in der Natur derzeit kaum. "Es ist staubtrocken draußen", seufzt der passionierte Schwammerlsucher. Die Waldbrandgefahr sei angesichts der Trockenheit hoch, die Chance auf Schwammerln hingegen niedrig. Ende der Woche soll es laut Vorhersage zwei Tage lang regnen. "Mal schauen, was sich dann draußen tut", sagt Baumanis. Überhaupt sei im Moment generell eine Zeit der Flaute im Wald. Die Zeit der Mai-Pilze sei vorbei, die Frühsommer-Pilze wachsen noch nicht. Wenn das Wetter mitspielt, tut sich in zwei, drei Wochen wieder was im Wald, so der Experte. "Dann kommen die Eierschwammerln", freut er sich jetzt schon auf die Pfifferlinge. Außerdem sei es dann die Zeit für die frühen Steinpilze, zu denen sowohl der Kiefernsteinpilz als auch der Sommersteinpilz zählen.

Das kleinere Riesenbovist-Exemplar bringt es immerhin noch auf die Größe eines Handballs.
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