Kinder und Jugendliche sind keine "kleinen Erwachsenen", ist von denjenigen zu hören, die es wissen müssen. Zurecht. Gleichwohl haben Kinder und Jugendliche die gleichen Grundrechte wie Erwachsene. Auch sie haben Anspruch auf würdige Behandlung. Das, was die Studie "Children's Worlds+" der Bertelsmann-Stiftung nun offenbart, zeigt, dass Politik, Schulen und Kindertageseinrichtungen, aber auch die Gesellschaft, noch einige Hausaufgaben erledigen müssen.
Wenn es in einem reichen Land wie Deutschland jedem vierten Kind kaum möglich ist, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, dann läuft trotz der Programme gegen Kinderarmut etwas grundlegend falsch. Zumal mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen sagt, dass sie sich gelegentlich, häufig oder sogar immer Sorgen um die finanzielle Lage ihrer Familie machen. Ein unbeschwertes Aufwachsen sieht anders aus. Eine Antwort ist: Kinder müssen unabhängig von ihren Eltern abgesichert werden.
Es fehlt aber nicht nur am Geld, sondern auch an Zeit und Geborgenheit. Kinder und Jugendliche klagen über zu wenig Zuwendung durch Vertrauenspersonen wie Eltern und Lehrer. Bei Ersteren dürften häufig ökonomische Gründe ausschlaggebend sein. Angesichts des drastischen Lehrermangels kann es auch nicht überraschen, dass sich Kinder in der Schule zu wenig beachtet fühlen. Besonders dramatisch ist aber, dass sich ein Drittel der Kinder an Haupt-, Gesamt- oder Sekundarschulen nicht sicher fühlt. Dabei sollen gerade Schulen ihnen einen geschützten Raum bieten.
Kinder und Jugendliche sind Experten ihres Lebens. Wenn sie erkennen lassen, dass die gesellschaftliche Erosion sie beeinträchtigt, darf der Warnruf nicht überhört werden.













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