20.11.2019 - 20:38 Uhr

Nicht gleichgültig werden

In die Metalltafeln des Stullner Kriegerdenkmals sind 51 Namen eingetragen. Viele Familien hatten einen schweren Schicksalsschlag hinzunehmen, erinnert Bürgermeister Hans Prechtl. „Möge der Volkstrauertag ein Volksfriedenstag werden“.

Viele Familien hatten einen schweren Schicksalsschlag hinzunehmen, erinnert Bürgermeister Hans Prechtl in seiner Ansprache vor dem Ehrenmal. Bild: ohr
Viele Familien hatten einen schweren Schicksalsschlag hinzunehmen, erinnert Bürgermeister Hans Prechtl in seiner Ansprache vor dem Ehrenmal.

Nach dem Gottesdienst mit Pfarrvikar Joseph Kokkoth als Zelebrant in der St.-Barbara-Kirche gruppierten sich die Fahnen tragenden Vereine, Gemeinderat und Kirchenbesucher auf dem Vorplatz um das Kriegerdenkmal. Gemeinde und Pfarrei gedachten der Opfer von Krieg und Gewalt. Musiker der Kapelle Schwarzenfeld umrahmten die Zeremonie mit Chorälen.

Mit Abstand zum Krieg verblasse die Erinnerung und die Gefahr bestehe, dass sich gegenüber dem Volkstrauertag Gleichgültigkeit anbahne, betonte Bürgermeister Hans Prechtl. Nur noch heute über 90-Jährige mussten als Soldat in den Krieg ziehen. Der Spruch auf der Fahne des Kriegervereins "Mortui viventes obligant" - Die Toten mahnen die Lebenden - verpflichte zur Verantwortung. "Wenn wir den Volkstrauertag als Mahnung zu Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit verstehen, dann ist dieser Tag heute noch genauso aktuell wie Vater- und Muttertag", verdeutlichte Prechtl. Frieden sei keine Selbstverständlichkeit und könne nicht gekauft werden. "Frieden muss man spenden" - und zwar zwischen den Menschen und den Völkern. Dies gelinge in Europa recht gut. "Europa ist die größte Friedensbewegung unserer Zeit". Zweifler sollen Soldatenfriedhöfe besuchen. Aktuell gebe es 28 Kriege und bewaffnete Konflikte auf der Welt, merkt der Bürgermeister an. Seit 1992 haben auch 110 Soldaten der Bundeswehr ihr Leben im Auslandseinsatz verloren.

Der stellvertretende Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft, Helmut Kramer, bedankte sich bei den beiden Soldaten der 2. Kompanie des Panzerbataillons 104 Pfreimd für die Mahnwache. Kramer stellte am Ehrenmal eine Blumenschale nieder.

 
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