14.02.2019 - 11:11 Uhr
Oberpfalz

Das Glück der Geborgenheit

Nur wer sich geborgen fühlt, kann darauf vertrauen, dass sich Träume erfüllen, Probleme lösen lassen und Pläne verwirklichen. Schaffen Sie sich Geborgenheit, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Unter Geborgenheit verstehen wir Zärtlichkeit, Wärme, Wohlbefinden, Vertrauen, Sorglosigkeit, Liebe und Akzeptanz.
von Autor EWAProfil

"Geborgenheit ist ein stärkeres Wort für Glück", schrieb einmal Johann Wolfgang von Goethe. Und dieses Wort hat es tatsächlich in sich. Nicht umsonst zählt der Begriff "Geborgenheit" laut einer Jury des Deutschen Sprachrats zu den fünf schönsten Worten der deutschen Sprache. Wenn wir jemanden etwas "borgen", so schenken wir ihm Sicherheit - ebenso, wenn wir für ihn "bürgen" oder ihn "bergen". Die Bedeutung dieser Verben ist verwandt und steht für die Spuren dieses ganz besonderen Gefühls: der Geborgenheit.

Dabei handelt es sich um eine Empfindung, die einfach nur positiv ist. Unter Geborgenheit verstehen wir Zärtlichkeit, Wärme, Wohlbefinden, Vertrauen, Sorglosigkeit, Liebe und Akzeptanz. "Wir Menschen sehnen uns immer. Und das Hauptziel der Sehnsucht, das heißt Geborgenheit", so Autor Rainer Kaune. Wir alle brauchen und suchen sie: die Geborgenheit. Und sie ist die wohl wichtigste Quelle für eine positive Lebenseinstellung. Nur wer sich - zumindest von Zeit zu Zeit - geborgen fühlt, kann darauf vertrauen, dass sich Träume erfüllen, Probleme lösen lassen und Pläne verwirklichen.

Jedoch ist die Geborgenheit keine Empfindung, die plötzlich auftritt wie etwa Wut oder Heiterkeit, sie muss langsam wachsen. Seit über zwei Jahrzehnten erforscht Psychologe Hans Mogel, was Menschen auf der ganzen Welt Geborgenheit gibt. Ein Ergebnis seiner Befragungen: Am stärksten hängt die Empfindung davon ab, wie sicher wir uns fühlen - ob in Gemeinschaft oder allein. Und inzwischen weiß man auch: Bereits in der Kindheit wird zu einem großen Teil festgelegt, in welchem Maße wir uns als Erwachsene geborgen fühlen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass wir nicht auch im höheren Alter noch den Weg zur ersehnten Geborgenheit finden können. So empfiehlt Mogel etwa, sich dieses Gefühl einfach selbst zu verschaffen. Dafür gibt es drei Methoden: Geborgenheit kann entstehen, wenn wir bewusst Räume gestalten, in denen wir uns nur mit Dingen umgeben, die unseren Sinn für Schönes und Genuss wecken. Oder indem wir dafür gezielt solche Orte aufsuchen, zum Beispiel draußen in der Natur.

Die Geborgenheit in uns selbst können wir laut Mogel stärken, indem wir lernen, unsere inneren Bedürfnisse wahrzunehmen. Oder Beschäftigungen nachgehen, in denen wir uns verlieren können. Bei anderen können wir Geborgenheit finden, wenn wir gezielt die Nähe von Menschen suchen, sei es in Freundschaften, zu Arbeitskollegen oder im Verein. Und noch einen sicheren Weg soll es geben, sich geborgen zu fühlen: anderen zu helfen. In anderen Worten: Wenn wir anderen Menschen Geborgenheit schenken, kann sie auch in uns selbst wachsen. Und somit auch das Glück. (ewa)

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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