25.03.2020 - 20:29 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Der Glühwürmchen-Effekt

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der Zug in die E-Mobilität war fast schon abgefahren, jetzt ist Fiat doch noch aufgesprungen: mit dem bärigen Panda und dem kultigen 500er. So richtig unter Strom stehen sie aber nicht. Und das hat seinen Grund.

von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Die Italiener beackern seit jeher ein Feld, das naturgemäß über den Preis bestellt wird. Im Kleinwagen-Bereich sind allein schon aus Kostengründen keine großen Technik-Sprünge drin. Also verzichtet Fiat zunächst auf ein reines Elektro-Auto und setzt vorerst auf eine Kombination aus Verbrennungs- und E-Motor, gemeinhin auch als Mild-Hybrid bekannt. Ein vollelektrischer Cinquecento sollte zwar im Sommer noch starten, doch "Corona" dürfte auch hier die Planungen ausbremsen.

An die Steckdose müssen Panda und 500 also nicht. Sie "erzeugen" ihre Energie quasi selbst. Die Aufgabe übernimmt ein sogenannter Riemen-Starter-Generator, der bis zu 3,6 kW (5 PS) an eine Lithium-Ionen-Batterie liefert und über Rekuperation, also beim Bremsen und Stop-and-Go, aktiviert wird.

Dazu gesellt sich aus der neu entwickelten "Firefly(Glühwürmchen)"-Familie ein Einliter-Motörchen, das mit einem Kompressionsverhältnis von 12:1 höher verdichtet ist als gängige Benzinaggregate und mit seinen 77 Kilogramm zu den Leichtgewichten zählt. Der Dreizylinder leistet 70 PS, bringt es auf ein maximales Drehmoment von 92 Newtonmeter und ist jetzt neu mit einem Sechsgang-Handschalter gekoppelt.

Auch wenn Panda und 500er identisch motorisiert sind und das gleiche Leergewicht von 1055 Kilogramm ausweisen, so unterscheiden sie sich dennoch im Datenblatt. Der viertürige Panda schwingt sich in 14,7 Sekunden von Null auf Tempo 100, der zweitürige 500er ist beinahe eine Sekunde und mit 167 km/h auch 12 "Sachen" schneller. "Segeln" können beide gut. Dazu muss der Fahrer nur ab Tempo 30 den Gang rausnehmen, dann rollen die kleinen Italiener im Leerlauf. Kupplung treten und Gang rein, schon springt das Triebwerk wieder an. Im Stadtverkehr eine durchaus sinnvolle Lösung. Und eine sparsame: Ein Verbrauch von 3,9 l/100 km steht in den Papieren. Damit unterbieten beide Modelle das von der EU vorgegebene Ziel von höchstens 90 Gramm Kohlendioxid je Kilometer. Dass Euro 6d erfüllt ist, versteht sich.

Das grüne Mäntelchen des Saubermanns zeigt Fiat aber auch an anderer Stelle: mit Sitzpolstern aus recyceltem Plastikmüll beispielsweise, der aus den Weltmeeren gefischt wurde. Und für jedes verkaufte Hybrid-Modell pflanzt Fiat Deutschland fünf Bäume und sorgt so für eine sauberere Luft.

Mit einem Basispreis von 13 490 Euro für den Panda reklamiert Fiat das preisgünstigste Hybrid-Modell in Europa für sich. Der 500er ist genau 500 Euro teurer. Für beide Modelle gibt es zur Einführung eine Launch-Edition in der Farbe "Tau-Grün" für 15 190 Euro (Panda City Cross) und 17 990 Euro für den Cinquecento. Die Aufpreisliste hält noch ein paar Nettigkeiten parat.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.