Ortskenntnis, Ausdauer, Ehrgeiz und Orientierungssinn sind die notwendigen Elemente einer jeden Schnitzeljagd. Wer glaubt, all diese Eigenschaften zu besitzen, kann sich jetzt selbst einer Herausforderung stellen: Markus Stümpfl hat sich eine Strecke vorbei an markanten Punkten in Grafenwöhr einfallen lassen.
An jeder Ortsmarke befindet sich eine Nachricht mit einem Hinweis, Foto und – wenn jemand gar nicht mehr weiter weiß oder nicht aus Grafenwöhr stammt – den GPS-Koordinaten des nächsten Wegpunkts. Die ausgewählten Orte sind allesamt bekannt und sollten mit ein wenig Ortskenntnis und Überlegung zu finden sein.
Start ist die geschnitzte Wildsau am Naturlehrpfad Bierlohe. Über insgesamt zehn Stationen führt die Tour die Abenteurer von dort aus durch das ganze nördliche Stadtgebiet.
Etwas Zeit sollte man dafür schon einplanen: Die Route ist circa sieben Kilometer lang, schnelle "Schnitzeljäger" brauchten dafür eindreiviertel Stunden. Familien mit Kindern waren auch schon bis zu drei Stunden unterwegs. Aber natürlich kann man auch Pause machen und einfach am Unterbrechungspunkt später seine Reise fortsetzen.
Markus Stümpfl kam die Idee dazu beim Spazierengehen mit seinem Sohn. Eigentlich war die Aktion nur für seinen Stammtisch, die "kulinarischen Wildschweine" gedacht. Diese besuchen regelmäßig die Grafenwöhrer Gastronomie zum genüsslichen Schlemmen – im Corona-Teil-Lockdown augenblicklich unmöglich.
Seine Kollegen machte Stümpfl über die Whatsapp-Gruppe der "kulinarischen Wildschweine" auf seine Idee aufmerksam. Passend zum Namen startet die Schnitzeljagd darum auch an der geschnitzten Wildsau am Naturerlebnispfad Bierlohe. Im Vorfeld hat Stümpfl dafür bei Spaziergängen die Fotos gemacht und die Koordinaten aufgenommen.
Bisher hat er nur positives Feedback bekommen. Seine Freunde fanden die Aktion so toll, dass sie die Schnitzeljagd weiter verbreiteten und sich in der Folge immer mehr Bekannte und Familien auf den Weg machten. Wegen des großen Erfolgs sollen nun auch alle anderen Grafenwöhrer an dem Spaß teilhaben dürfen.
"Das bisherige Ziel war bisher bei uns zu Hause, und unsere Freunde wurden nach Anmeldung wegen Corona einzeln mit Glühwein und selbstgebackenen Plätzchen empfangen. Das muss ich nun natürlich noch ändern", erklärt Stümpfl und lacht. Der letzte Hinweis war aber auch vorher nur für Insider verständlich und deshalb ohne einen Koordinaten-Hinweis.
Stümpfl bittet alle Teilnehmer darum, die Hinweiszettel nach dem Lesen am Fundort wieder zurückzulegen. Auch macht er darauf aufmerksam, dass Start und Ziel etwa zwei Kilometer auseinanderliegen und dies beim Abstellen eines Autos eingeplant werden muss.

















Leider ließ sich am letzten Sonntag die Schnitzeljagd nicht durchführen, weil am Start (bei dem geschnitzten Wildschwein) mehrere Nistkästen, aber kein Schild oder Zettel mit der nächsten Station zu finden war. Die Wanderung auf dem Naturerlebnispfad war auch schön, aber viel kürzer, als beabsichtigt. Vielleicht könnten die Bayerischen Forsten und die Stadt Grafenwöhr Herrn Stümpfl erlauben, Schilder fest anzubringen?
Kritisch möchte ich anmerken, dass der Start für Auswärtige schwer zu finden ist (Google Maps kennt ihn nicht!), die Koordinaten des Wander-Parkplatzes N49.7259,E11.9187 hätten geholfen.
Freundliche Grüße
Axel Matthia
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