(mor) "Wir stehen zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit den Amerikanern, der Bundeswehr und übenden Nationen und wollen uns nachhaltig dafür einsetzten", gab Stephan Oetzinger, Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion, ein eindeutiges Bekenntnis zum Standort Grafenwöhr ab. Die CSU-Kreisräte informierten sich mit Landrat Andreas Meier, Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht und Bürgermeister Edgar Knobloch über die Belange des Standorts.
"Willkommen, es ist auch unsere Heimat", begrüßte Oberst Timothy Davis, der Operation-Officer des 7. US-Armee Ausbildungskommando (7th ATC), zusammen mit der stellvertretenden Kommandeurin der US-Armee-Garnison Bavaria, Anette Evans, die Mandatsträger der CSU. Die jüngsten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten über einen möglichen Abzug seiner Truppen aus Deutschland bewogen die CSU-Fraktion dazu, sich vor Ort zu informieren und die Bedeutung des Truppenübungsplatzes herauszustellen.
"Grafenwöhr ist der Hauptstandort der amerikanischen Heerestruppen in Deutschland. Unser Üben zusammen mit der Bundeswehr und den Nato-Partnern ist wichtig", betonte Colonel Davis. Für viele Einsätze und Übungen auch in den Osteuropäischen Ländern sei Grafenwöhr eine wichtige Plattform für die Sicherheit in Europa. 19 Nationen beteiligten sich an der jüngsten Übung "Saber Strike", für 2020 kündigte Davis nach Planungen der Militärs eine noch größere Übung an. "Wir schätzen ihr Verständnis und setzen weiter auf Partnerschaft und Freundschaft", beendete Colonel Davis sein Statement. Andre Potzler und Peter Mock vom Stab des 7th ATC gingen in den Museumsräumen des Wasserturms auf die über 100-jährige Geschichte des Übungsplatzes und die derzeitige Situation ein.
Bürgermeister Knobloch zeigte die wirtschaftlichen Daten des Übungsplatzes auf. Nach den jüngsten Angaben der US-Armee seien rund 3000 zivile, deutsche Arbeitnehmer bei den Amerikanern im Gesamtbereich der Garnison beschäftigt. Auf über 625 Millionen Euro wird der "Economic Input" der US-Armee beziffert. Darunter fallen Lohnkosten, Mieten Ausgaben für den Umweltschutz, Aufträge an deutsche Firmen, private Ausgaben der Amerikaner, Versorgungskosten und weiteres. "Es sei ein Trugschluss dass dies nur Grafenwöhr betrifft. Es hat eine Strahlkraft in den gesamten Landkreis", unterstrich Landrat Meier. "Die Amerikaner leben gut in der Oberpfalz und wir gut mit ihnen", stellte Knobloch fest. Viele Probleme könnten direkt mit den zuständigen Kommandeuren vor Ort geregelt werden. Auch habe die Bevölkerung großes Verständnis. Einzelne Gegner und Beschwerden gebe es im Raum Auerbach, stellte Hauptmann Hans Jürgen Gmeiner heraus. Die Nutzungsart und das Üben sei aber eindeutig in den Zusatzabkommen des Nato-Truppenstatut geregelt. Der derzeitige Kommandant der Truppenübungsplatzkommandantur Gmeiner stellte die Bundeswehr als "Juniorpartner der Amerikaner" mit 25 Soldaten und rund 100 Zivilbeschäftigten vor. Gmeiner brachte in die Debatte auch den Aufbau und die mögliche Stationierung einer Deutsch-Tschechischen Brigade ein.
Enttäuscht zeigte sich Knobloch über den Zuschlag des Nato-Kommandos für Ulm. "Auch Grafenwöhr habe sich beworben. Eie Entscheidung sei wahrlich nicht für den ländlichen Raum ausgefallen, die 350 qualifizierten Stellen wären ein deutliches Zeichen gegenüber den Amerikanern und für ein Pro-Grafenwöhr gewesen", bedauerte er.
Bundestagsabgeordneter Ruppercht bestätigte die herausragende Bedeutung des Übungsplatzes und seiner Militärs in der Region. Keine andere politische Gruppierung habe sich mehr für Grafenwöhr eingesetzt wie die CSU im Landkreis. "Dem sollten auch die Kollegen in Amberg folgen", forderte der Bundestagsabgeordnete mit Blick auf den Standort Vilseck. "Wir müssen Gespräche führen, bevor Trump weiter vorgeht", sagte Rupprecht. "Amerikaner und Bundeswehr sind in der Region willkommen", resümierte Stephan Oetzinger abschließend.
Grafenwöhr
13.07.2018 - 10:10 Uhr
Ja zu den Amerikanern und zu Grafenwöhr
von Autor MOR

Die CSU-Kreisräte mit Fraktionschef Stephan Oetzinger, Landrat Andreas Meier, Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht und Bürgermeister Edgar Knobloch bekunden ihre Solidarität und informieren sich über die Situation der Amerikaner und Militärs rund um den Wasserturm, dem Wahrzeichen des Truppenübungsplatz.
mor
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