21.03.2019 - 16:29 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Buttersäure-Fall und Brand: Es gibt eine Gemeinsamkeit

Einen verfolgt das Pech momentan besonders arg: Reiner Hoffmann. Er ist Geschäftsführer der Wohnungsbau GmbH. Und zu dieser gehört nicht nur das Buttersäure-Haus in Eschenbach, sondern auch noch der abgebrannte Schuppen in Grafenwöhr.

Der Brand in Grafenwöhr gibt weiterhin Rätsel auf, genau wie der Buttersäure-Vorfall in Eschenbach. Beide haben noch eine Gemeinsamkeit.
von Anne Spitaler Kontakt Profil

Mit "mehr als ärgerlich" kommentiert Reiner Hoffmann das Geschehen in den vergangenen zwei Wochen. Gleich zwei Mal schlug das Schicksal bei ihm zu. Zuerst in der Stirnbergstraße in Eschenbach in Form von stinkender Buttersäure. Kurz darauf in der Eichendorffstraße in Grafenwöhr, als ein Schuppen lichterloh in Flammen stand. An einen Zusammenhang glaubt Hoffmann aber nicht. "Das sind zwei vollkommen unabhängige Dinge", ist sich der Sassenreuther sicher. Auch einen Racheakt gegenüber der Wohnungsbau GmbH schließt der Geschäftsführer aus. Ärger mit Mietern gebe es keinen, und die letzte Mieterhöhung sei auch schon einige Jahre her.

Hoffmann ist aber davon überzeugt, dass es Brandstiftung war. Er vermutet, dass ein Fremder seinen Frust ablassen wollte und der Schuppen gerade recht kam. Ein technischer Defekt, wie die Polizei ihn auch schon ausgeschlossen hat, könne es nicht gewesen sein: "Es gibt dort keinen Strom, kein Kabel." Besonders ärgerlich sei der Brand auch für die Mieter. Diese hätten dort unter anderem Fahrräder und Gartenmöbel abgestellt. "Wenn sie keine Hausratversicherung haben, dann gehen sie leer aus", sagt er.

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Grafenwöhr

"Kommissar Zufall"

Mit dem Aufräumen konnte Hoffmann noch nicht beginnen. Der Bereich sei von der Polizei noch nicht freigegeben worden. Die verkohlten Reste wolle er aber so bald wie möglich entsorgen. "Ich muss erst einmal sortieren, das Metall raus klauben." Wie viel ihn die Entsorgung kostet, weiß er noch nicht. Die restlichen alten Schupfen will Hoffmann dann so schnell wie möglich abreißen. Eine erste Idee sei, stattdessen Carports aufzustellen - so wie in dem Fall vor drei Jahren, als schon einmal ein Schuppen brannte. Dass die Übeltäter in beiden Fällen gefunden werden, glaubt Hoffmann zwar nicht, aber er hofft es. "Irgendwann hast vielleicht Kommissar Zufall. Dass sich jemand verplaudert."

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Eschenbach

Schlüssel nur bei Familie

Bei dem Buttersäure-Vorfall ist Hoffmann noch gespannter, was passiert ist. Er kann sich nicht erklären, wie die Buttersäure in die Eschenbacher Wohnung gelangt sein könnte. Einen Schlüssel habe nur die betroffene Familie, sagt er. Hoffmann bestätigt zwar, dass es mal ein Problem mit Nachbarn gegeben habe, weil die Garage kurzzeitig blockiert worden war, allerdings sehe er keinen Zusammenhang.

Die Kosten für die Reinigung der Wohnung muss die Wohnungsbau GmbH übernehmen. 2000 Euro sind für den Hausmeisterservice angefallen, erzählt der Geschäftsführer. Wegen des Gestanks musste auch viel weggeschmissen werden, unter anderem die Matratzen. "Ich habe ihnen zwei neue spendiert." Auch die Eschenbacher Kleiderkammer habe geholfen. Für die Mieter und für sich wünscht sich Hoffmann, dass nun wieder Ruhe einkehrt.

Info:

Ermittlungsstand der Polizei

Nach dem Zeugenaufruf der Polizei zum Brand in Grafenwöhr sind ein paar Hinweise eingegangen, allerdings nichts Vielversprechendes, teilte Dietmar Winterberg, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, am Donnerstag auf Nachfrage mit. „Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, aber wir befürchten, dass es so ausgeht, wie vor drei Jahren.“ Hinweise auf einen Zusammenhang zu dem Brand im Juni 2016 gebe es weiterhin nicht, doch das werde noch geprüft.

Die Frage, ob es einen Zusammenhang zum Vorfall in Eschenbach gebe, kommentierte Winterberg überrascht mit: „Nicht, dass ich wüsste.“ Er habe zwar von dem Fall gehört, aber nicht gewusst, dass beide betroffenen Bereiche zur Wohnungsbau GmbH gehören. Er wolle das mit dem zuständigen Ermittler der Weidener Kriminalpolizei noch einmal besprechen.

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