12.08.2019 - 11:24 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Demonstration in Grafenwöhr: Für Frieden und Abrüstung

42 Fahrradfahrer touren eine Woche lang durch Bayern und demonstrieren vor verschiedenen militärischen Stützpunkten. Ihr Weg führt sie auch nach Grafenwöhr, um die Umwandlung des Truppenübungsplatzes in einen reinen Naturpark zu fordern.

42 Friedensaktivisten demonstrieren eine Woche lang vor militärischen Anlagen. Auch in Grafenwöhr machen sie Halt.
von Stefan NeidlProfil

Mehrere Bündnisse veranstalten seit Jahren ihre "Friedensfahrradtour". Dabei fahren die Teilnehmer mit dem Fahrrad sieben Tage lang zu verschiedenen militärischen Stützpunkten, Rüstungsstandorten und großen Städten und demonstrieren dort für "Frieden, Abrüstung und ein ziviles Europa". Mitinitiator Bernhard Kusche stellt aber klar: "Wir sind absolute Pazifisten und demonstrieren rein friedlich."

Die Tour der "Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinte KriegsgegnerInnen", des "Friedensnetzwerkes Regensburg", des "Bundes für Geistesfreiheit" und der "Bürgerinitiative Keine Drohnen in der Oberpfalz" führte dieses Mal von Ulm bis nach Weiden. Eine der Stationen war auch Grafenwöhr mit seinem Truppenübungsplatz. Die 42 Radfahrer waren zuvor in Vilseck und machten dann Halt vor der Wache 3 in Grafenwöhr, um dort eine Weile zu demonstrieren. Anschließend führte der Weg weiter zum Marktplatz zu einer 45-minütigen Abschlusskundgebung mit einer riesigen aufblasbarer Skulptur.

Der Mitinitiator und sein Team setzen sich für die Umwandlung von Truppenübungsplätzen wie dem in Grafenwöhr in reine Naturparks ein. Anstelle der Tausenden Soldaten solle die Region auf Tourismus setzen: "Es gibt mittlerweile gute Beispiele, wo alte Stützpunkte der Bundeswehr durch den Tourismus erst aufgeblüht sind. Das Militär vermisst dort keiner." Kusche glaubt nicht, dass die Region auf die Amerikaner angewiesen sei, auch wenn sie einer der größten Arbeitgeber seien.

"Wir könnten sogar noch mehr Kriegsgegner begeistern, nur ist es für eine größere Gruppe schwierig, Übernachtungsmöglichkeiten zu finden", erklärt Kusche. Die Demonstration in Grafenwöhr fand am letzten Tag der Initiative statt. "Wir hatten keinerlei Vorfälle oder Probleme", berichtet Kusche erfreut. Werner Stopfer, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach,bestätigt auf Nachfrage, dass die Demonstration friedlich verlaufen ist: "Es gab keinerlei Vorfälle oder Behinderungen. Die Demonstranten sind mittlerweile auch keine Unbekannten mehr, sondern waren bereits die letzten Jahre in Grafenwöhr."

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