Grafenwöhr
06.09.2019 - 15:23 Uhr

Für Grenzmauer: Trump streicht in Grafenwöhr

Weil er Geld für ein Wahlversprechen braucht, streicht US-Präsident Donald Trump anderswo. Das wirkt sich nun auch auf dem Übungsplatz in Grafenwöhr aus.

Der Truppenübunsplatz Grafenwöhr Bild: Armin Weigel
Der Truppenübunsplatz Grafenwöhr

Die Mauer zu Mexiko ist wichtiger: Weil er Geld für die Grenzsicherung braucht, lässt US-Präsident Donald Trump eine Millioneninvestition auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr bis auf Weiteres platzen. Seit einigen Tagen macht in US-Medien eine Streichliste des US-Verteidigungsministeriums die Runde. Neben anderen Projekten weist sie ein „Mission Training Complex“ in Grafenwöhr aus. 31 Millionen Dollar waren ab Januar 2020 dafür eingeplant. Der Bau der Trainingsanlage ist verschoben. Ein neuer Termin wird nicht genant.

Hintergrund ist ein Streit Trumps mit der demokratischen Mehrheit im US-Repräsentantenhaus. Diese hatte dem Präsidenten nicht die gewünschten Mittel für den Bau der Grenzmauer genehmigt. Um sein Wahlversprechen dennoch umzusetzen, hatte Trump im März den nationalen Notstand erklärt. Dies erlaubt ihn, Mittel im Verteidigungsetat umzuwidmen. Schon im Frühjahr kursierte eine Liste mit möglichen Streichprojekten, auch darauf war Grafenwöhr vertreten. Überraschend ist die Entscheidung nun also nicht. Insgesamt soll sich Trump auf diese Art 3,6 Milliarden Dollar für seine Mauer beschafft haben. In Deutschland sind bis 2022 Projekte für gut 467 Millionen Dollar betroffen.

 
Kommentare

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Joachim Schmidt

Ich habe eine andere Meinung zum Thema.
Das "platzen" der Investitionen reduziert zumindest etwas die Abhängigkeit vom "Kriegsgeschäft" und Militär. Ich sehe daher diese Umwidmung von Geldern positiv.

Was ich generell kritisiere, ist die Tatsache dass die US Army fast ausschließlich unter den "wirtschaftlichen" Aspekten genannt wird, aber nie unter den geopolitischen und militärischen. Welche Folgen, auch in Grafenwöhr durch Übungen vorbereitete Kriegseinsätze der NATO oder der US Army haben, wird nie/ kaum thematisiert.

11.09.2019
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