04.06.2020 - 11:11 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Grafenwöhr: Historische Felsenkeller erhalten

Aus der alten Legislaturperiode lagen dem Grafenwöhrer Stadtrat noch drei Anträge der SPD vor. Corona hatte eine Diskussion verhindert. Nun stellte Thomas Weiß die Pläne vor. Nicht alles fand Zustimmung.

Die SPD-Fraktion des Grafenwöhrer Stadtrats will die historischen Felsenkeller auf dem Annaberg erhalten.
von Stefan NeidlProfil

Die SPD will die historischen Felsenkeller auf dem Annaberg erhalten. Diese stammen noch aus dem 18. Jahrhundert und wurden als Lagerplatz für Nahrung und Bier genutzt. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs fand die Bevölkerung darin Schutz vor den Fliegerbomben darin.

Zwei der 19 Keller befinden sich im Besitz der Stadt, andere haben gesicherte Nutzungsrechte am Anwesen. "Bei einem Besichtigungstermin konnten wir uns persönlich von den teils desolaten Zuständen der Felsenkeller überzeugen", informierte Fraktionssprecher Thomas Weiß. Er beantragt die Prüfung von Förderungen, damit die Keller bestehen bleiben. Der Eingangsbereich solle einheitlich mit Sandsteinfassungen und Eichentüren gestalten werden. Beim Verkauf von Anwesen sollten Nutzungsrechte in städtische Hand überführt werden. Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) war skeptisch. Eine Sicherung der alten Gemäuer könne richtig teuer werden. Er will dennoch den Kontakt zu Baufirmen suchen und mögliche Fördergelder prüfen. Gerhard Mark (CSU) wies dabei gleich auf zwei bestehende Felsenkeller in Hütten hin, die bereits saniert wurden und als Vorbild dienen könnten.

Weiter will die Fraktion der SPD an zehn alte Mühlen und Hammerwerke in Grafenwöhr, Gmünd und Hütten erinnern. "In der Blütezeit des Mittelalters wurden sie als ,Ruhrgebiet der Oberpfalz´ bezeichnet", berichtete Weiß. An den alten Standorten sollen Hinweistafeln mit Erläuterungen aufgestellt werden, darunter die Stadtmühle, das Josephstal und das Hammerwerk in Hütten von 1270. Heimatverein und Kulturausschuss sollen mit eingebunden werden. Thomas Mayer (CSU) brachten eine Kooperation mit dem St. Michaelswerk ins Spiel.

Irgendwann wird die Coronakrise wieder vorbei sein – und dann gäbe es in der Stadt genügend Gelegenheiten für Feste. Hütten hätte dieses Jahr die 750-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung. 2030 wäre dies in Gößenreuth so weit, 2034 wäre die 700 Jahr-Feier in Gmünd. Die SPD beantragt, dass die Verwaltung aufgefordert werden soll, diese Daten festzuhalten und sie dem Stadtrat dann mitzuteilen. Nicht ganz nachvollziehbar für jeden: Thomas Schopf (FW) war der Meinung, die Initiative für Feste solle aus den Ortsteilen kommen: "Wir können keinem vorschreiben, zu feiern." Timo Schön (SPD) fand schon, dass ein Rahmenprogramm von der Stadt kommen müsse. Der Stadtrat einigte sich, dem Kulturausschuss das Thema zu übergeben.

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