Grafenwöhr
16.06.2026 - 18:28 Uhr

Grünen-Abgeordnete Laura Weber fordert umfassendes PFAS-Monitoring

Die PFAS-Belastung in Gewässern bei Grafenwöhr sorgt weiter für Aufregung. Grünen-Abgeordnete Laura Weber hat jetzt im Landtag aktuelle Messdaten und ein flächendeckendes Monitoring eingefordert.

Bei Proben in Fischen aus mehreren Gewässern auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr wurde eine zu hohe Konzentration der Chemikaliengruppe PFAS festgestellt. Archivbild: Gabi Schönberger
Bei Proben in Fischen aus mehreren Gewässern auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr wurde eine zu hohe Konzentration der Chemikaliengruppe PFAS festgestellt.

Die Antwort der zuständigen Behörden sei beschämend, so klagte Laura Weber. Die aktuellsten PFAS-Messdaten für Creußen und Haidenaab würden von Ende 2024 stammen, für den Röthenbach gebe es keinerlei belastbare aktuelle Daten. Das Landratsamt verweise auf fehlende Zuständigkeiten und Mittel. Das Wasserwirtschaftsamt verweise auf das Landesamt für Umwelt. Das Landesamt für Umwelt schweige. Und die Bima wolle die Analyseergebnisse nicht veröffentlichen, solange die US-Armee nicht zustimmt. Weber kommt zu dem Schluss: "Das ist ein Zustand, der nicht länger hinnehmbar ist."

Kommt nicht überraschend

Dabei komme das alles nicht überraschend. Bereits der PFAS-Bericht an den Bayerischen Landtag vom September 2024 habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Creußen besonders stark belastet sei und dass Fischproben aus dem Fluss bereits damals Werte jenseits der zulässigen Höchstgehalte aufwiesen. "Wer damals handeln wollte, hätte es tun können. Getan hat sich zu wenig."

Weber hat eigenen Angaben nach im November 2025 in einer schriftlichen Anfrage konkret nachgefragt, wie es um die PFAS-Belastung in bayerischen Gewässern stehe und welche Maßnahmen die Staatsregierung plane. Die Antworten darauf seien "dünn" gewesen. Verweise auf Berichte, Verweise auf laufende EU-Prozesse, Verweise auf Einzelfallprüfungen. "Ein systematisches, flächendeckendes Monitoring? Fehlanzeige. Obwohl sich das Problem immer weiter verschärft", so heißt es in der Mitteilung der Abgeordneten.

Reihe von Maßnahmen nötig

Schon 2019 hätten die Grünen im Bayerischen Landtag auf die verheerenden PFAS-Altlasten an Bundeswehrstandorten – ausdrücklich auch in Grafenwöhr und Hohenfels – hingewiesen und Konsequenzen gefordert. Im Oktober 2025 sei erneut ein Antrag für ein systematisches Monitoring von Böden, Gewässern und Trinkwasser eingebracht worden. Weber wörtlich: "Die Staatsregierung blockiert, verzögert, verweist."

Für die Gewässer rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind laut Weber folgende Maßnahmen sofort erforderlich: Aktuelle, unabhängige Beprobungen von Creußen, Haidenaab und Röthenbach auf PFAS anstelle eines Verweises auf Messdaten von vor mehr als einem halben Jahr, Klare Zuständigkeitsregelungen, damit nicht jede Behörde auf die andere zeige. Vollständige Veröffentlichung der Bima-Analyseergebnisse ("die Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu wissen, was in ihrer Umgebung gemessen wurde") und ein flächendeckendes Monitoring-Programm, das nicht anlassbezogen, sondern systematisch und regelmäßig Daten liefere.

"Daten von Ende 2024 sind angesichts des akuten Geschehens wertlos", so Laura Weber. "Wenn aus dem Übungsplatz PFAS-belastete Bäche in die Creußen und die anderen Flüsse in der Umgebung fließen, müssen wir heute wissen, was dort los ist, nicht erst immer dann, wenn der nächste Bericht an den Landtag fällig ist." Die Bevölkerung rund um Grafenwöhr verdiene Klarheit und keine Beruhigungspillen.

Neustadt an der Waldnaab11.06.2026
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