28.02.2019 - 12:04 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Es lebe die Freundschaft

Rund 30 Jugendliche aus Grafenwöhr wollen bei Musicals nicht nur im Publikum sitzen. Die Sänger des Chors "Sin Falta" bringen seit einigen Jahren Stücke auf die Bühne.

Singen macht gute Laune.
von Doris MayerProfil

Musicals begeistern die Menschen. Rund 30 Jugendliche des Chors "Sin falta" aus Grafenwöhr wollten nicht nur im Publikum sitzen. Seit einigen Jahren begeistern die jungen Leute ihr Publikum mit tollen Familien-Musicals. Heuer wird "Tabaluga - Es lebe die Freundschaft" aufgeführt.

Wer kann die Melodie von "Nessaja", "Ich wollte nie erwachsen sein", nicht mitsummen? Generationen von Kindern begleiteten die Lieder rund um den kleinen, freundlichen Drachen Tabaluga und seine Freunde durch die Kindheit. Der Jugendchor "Sin Falta" hat sich für heuer dieses bezaubernde Stück vorgenommen. Im Grafenwöhrer Jugendheim laufen die Proben. Was motiviert die Jugendlichen, viel Zeit und Engagement zu investieren?

"Ich habe viel Freude am Singen. Beim Singen fühle ich mich frei. Und unsere Gemeinschaft im Chor finde ich toll", erzählt die zwölfjährige Katharina Biersack, eine "Newcomerin", die mit anderen Mädchen gleichen Alters erst sechs Monaten dabei ist. "Die Proben fürs Musical finde ich sehr schön. Wir haben viel Spaß miteinander."

Neues Team

Neue Rollen im Chor und Musical-Team haben die "alten Hasen" Rebecca Reiß (22 Jahre), Veronika Bräutigam (19 Jahre) und Kathrin Groß (19 Jahre) eingenommen. Sie gehören dem Chor seit der Gründung oder kurz danach an und haben unter anderem bei den bekannten Musicals "Peter Pan", "Biene Maja" oder "Aladdin" mitgewirkt. Im Oktober 2018 gab die ehemalige Chorleiterin Ute Groß die Verantwortung an das junge Dreiergespann ab. Für den Bereich "Musical" zeichnet sich vor allem Rebecca Reiß, die in den vergangenen sieben Jahren immer in einer Hauptrolle auf der Bühne stand, verantwortlich.

Was hat sich für sie verändert? "Die größte Veränderung ist wohl, dass ich heuer das erste Mal nicht mitspiele. Neben Wolfgang Bräutigam, der nach wie vor Regie führt, bin ich ab diesem Jahr für die musikalische Seite des Musicals verantwortlich. Das ist nicht ohne. Seit November proben wir die Lieder. Diese sitzen inzwischen schon ganz gut. Im Chor bin ich aber nach wie vor aktiv dabei."

Viel Unterstützung

Verantwortung spürt auch Kathrin Groß, die bei Gottesdienstgestaltungen und weiteren Auftritten den Chor dirigiert und auch an der Gitarre begleitet. "Aber", so meint sie, " da wir eine gute Unterstützung von weiteren langjährigen Chormitgliedern bekommen, klappt es sehr gut und macht viel Freude."

Luisa Gradl ist seit zwei Jahren im Chor. Schon von Kindheit an ist Singen ihr liebstes Hobby. Was ihr besonders am Jugendchor "Sin Falta" gefällt? "Obwohl wir uns teilweise nicht so gut kennen und auch ein unterschiedliches Alter haben, halten wir zusammen und haben eine tolle Gemeinschaft."

Eben probt "Schneemann Arktos", gespielt von Lukas Braun, eine Szene ein. Zur Freude seiner Mitspieler trägt er dabei schon einen Teil seines Kostüms, einen weiten Reifrock. Und schon stimmt der gesamte Chor in das Lied mit ein. Ein kräftiger, glockenreiner Klang ertönt im Saal des Jugendheims.

Mit Herzblut

Das Musical-Team mit Sängerinnen und Sängern von 12 bis 22 Jahren bringt die interessante Geschichte von Tabaluga mit viel Herzblut auf die Bühne. Man darf gespannt sein, wie das Bühnenbau-Team Grünland und die Eiswelt entstehen lässt. Professionelle Tontechnik, farbenfrohe Kostüme und eine atemberaubende Lichtshow bereichern die Darbietungen.

Die Vorstellungen finden statt im Jugendheim am Freitag, 29. März, um 19 Uhr, am Samstag, 30. März, um 15 Uhr und um 19.30 Uhr (Zusatzvorstellung). Die Aufführung am Sonntag, 31. März, um 15 Uhr ist bereits ausverkauft. Karten (Erwachsene: sechs Euro, Kinder: drei Euro) gibt es im Vorverkauf bei "Spielwaren Gradl" in Grafenwöhr (Telefon 09641/2332) oder per E-Mail an tickets[at]sinfalta-musicalteam[dot]de.

Hintergrund:

Singen bringt Freude – und kann sogar das Leben verlängern

Die gute Stimmung im Chor „Sin Falta“ ist auch in anderen Chören zu finden. Die moderne Forschung hat nachgewiesen, dass bereits nach 30 Minuten Singen unser Hirn erhöhte Anteile von Beta-Endorphinen, Serotonin und Noradrenalin – allesamt Hormone, die für gute Stimmung zuständig sind – produziert. Nebenbei werden Stresshormone wie Cortisol mit abgebaut.

Wer singt, lebt gesünder, meint auch Wolfram Seidner, emeritierter Professor an der Klinik für Phonatrie und Audiologie der Charité Berlin. Der ausgebildete Sänger befasste sich jahrzehntelang mit Hör-, Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen und beriet Solisten der Staatsoper und der Komischen Oper Berlin.

Wer viel singt, schützt sich vor Erkältungen und stärkt sein Immunsystem, entdeckten kürzlich Wissenschaftler vom Institut für Musikpädagogik der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Die Forscher untersuchten die Speichelproben der Mitglieder eines Kirchenchores vor und nach dem Singen des Mozart-Requiems. Nach der Chorprobe war die Anzahl der Immunglobuline A, die in den Schleimhäuten sitzen und Krankheitserreger bekämpfen, stark gestiegen. Wenn die Chormitglieder dagegen Mozarts Musik nur vom Band hörten, blieb die Anzahl der Antikörper unverändert.

Schwedische Forscher haben bereits in den 90er Jahren 12 000 Menschen aller Altersgruppen untersucht und fanden unter anderem heraus, dass Chorsänger eine signifikant höhere Lebenserwartung haben, als Menschen, die nicht singen.

Ein guter Grund, sich einem Chor oder einer Gesangsgruppe anzuschließen ... (myd)

(Quelle: www.welt.de/wissenschaft)

Zum Stück:

„Tabaluga – Es lebe die Freundschaft“

Tabalugas Erzfeind, der Schneemann Arktos, verursacht in Grünland einen gigantischen Schneesturm. Tabaluga wird unter den Schneemassen verschüttet.

Kann er gerettet werden? Und wenn ja, wie geht es dann weiter? Im weiteren Verlauf spielen ein kleiner, zufällig heranfliegender Glückskäfer sowie eine Ameisenarmee und alte Freunde wichtige Rollen, um weitere Abenteuer zu bestehen. Später kommt dann Erzfeind Arktos wieder ins Spiel. Wird alles gut ausgehen? (myd)

Die Proben laufen auf Hochtouren. Sobald die Bühnenbauer (Väter und Verwandte) tätig geworden sind, wird die Bühne zu Grünland, der Heimat von Tabaluga. „Schneemann Arktos“, gespielt von Lukas Braun, trägt schon einen Teil seines Kostüms, einen weiten Reifrock.
Zu den Gesangseinlagen studieren die Jugendlichen unterschiedliche Tänze ein.
Während der Probe gibt Regisseur Wolfgang Bräutigam (Zweiter von rechts) immer wieder Hilfestellung.
Kathrin Groß dirigiert bei Gottesdienstgestaltungen und anderen Auftritten den Chor und begleitet die Sänger auch mit der Gitarre.
Luisa Gradl ist seit zwei Jahren im Chor. Schon von Kindheit an ist Singen ihr liebstes Hobby. Bild: Doris Mayer
„Die Proben fürs Musical finde ich sehr schön. Wir haben viel Spaß miteinander“, sagt Katharina Biersack.
„Aladdin“ freut sich im gleichnamigen Musical über die tatkräftige Hilfe durch den Flaschengeist Dschinn. Seit einigen Jahren bringt der Jugendchor Musicals auf die Bühne.

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