28.08.2020 - 15:53 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Spenderblut gesucht: BRK ruft in Zeiten von Corona verstärkt zum Blutspenden auf

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Der Lockdown in der Coronakrise hat den Terminkalender des Blutspendedienstes des BRK komplett über den Haufen geworfen. Im September stehen wieder neue Termine an - auch im Kreis Neustadt und in Weiden. Und die sind dringend nötig.

Täglich werden in Bayern 2000 Blutkonserven benötigt. Deshalb rufen BRK und Blutspendedienst auch in der Coronakrise zum Blutspenden auf. Die nächsten Termine im Kreis Neustadt und in Weiden stehen schon fest.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Blutspenden in Zeiten von Corona - das ist ein selbstloser, beeindruckender Einsatz, sagt Patric Nohe, Pressesprecher des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der auch für die Blutspende-Termine im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden zuständig ist. Die Organisatoren seien froh über jeden, der kommt - vor allem während der Coronakrise, denn die Menschen in den Krankenhäusern brauchen auch dann lebenswichtige Blutkonserven. Und das nicht nur einmal. Doch während kurz nach Ende des Lockdowns bayernweit eine gewaltige Welle der Hilfsbereitschaft mit außergewöhnlich vielen Erstspendern ausbrach, sei diese momentan wieder verebbt.

"Es ist Ferienzeit, die Leute sind nicht da, und wir haben das Thema mit den Reiserückkehrern, die vielleicht in einem Risikogebiet waren und für das Blutspenden zurückgestellt sind", erklärt Patric Nohe die schwierige Situation. Gleichzeitig sei der Bedarf an Blutpräparaten hochgegangen, weil die Krankenhäuser die während des Lockdowns aufgeschobenen Operationen nachholen würden. "Das führt dazu, dass wir uns am unteren Rand der Versorgungskapazitäten befinden, wir können die Versorgung aber noch gewährleisten." Von einem Notstand will Nohe deshalb noch nicht sprechen, er bittet die Menschen aber eindringlich darum, ihr Blut für andere zu spenden. Große Angst, sich gerade beim Blutspenden mit dem Coronavirus zu infizieren, müsse man keine haben. "Wir sind es gewohnt hygienisch zu arbeiten, und wir sind sehr diszipliniert", sagt Nohe. Die Teams des Blutspendedienstes und die ehrenamtlichen Helfer des BRK seien gut vorbereitet. Ein kleines Restrisiko gebe es aber natürlich immer.

Kann Blutplasma von positiv getesteten und mittlerweile wieder gesunden Menschen schwerkranken Covid-19-Patienten helfen?

Weiden in der Oberpfalz

Für die Blutspende-Termine in der Coronazeit - auch im Kreis Neustadt und in Weiden - muss der Blutspendedienst nun aber auch einiges organisieren, was vorher nicht nötig war. "Wir mussten logistisch vieles meistern: die Locations checken, ob genügend Platz ist, ganz viele neue Locations organisieren." Das war beispielsweise auch in Etzenricht und Grafenwöhr der Fall. Außerdem müssen genügend Desinfektionsmittel vorhanden sein, genauso wie die Möglichkeit, Abstand zu halten. Das Tragen einer Mund-Nase-Maske ist stets Pflicht. Wer Symptome hat oder nachweislich mit dem Coronavirus infiziert ist, der darf natürlich nicht zum Blutspenden kommen, zählt Nohe weitere Regeln auf. Wer zuvor in einem Risikogebiet war, braucht ein aktuelles negatives Testergebnis. Wichtig ist dem Sprecher aber auch, zu erwähnen, dass das Virus nicht über das Blut oder die Blutpräparate übertragbar sei. "Das ist nachgewiesen", sagt er. Menschen, die gerne spenden würden, sich aber unsicher sind, weil sie nicht wissen, ob sie schon Kontakt mit dem Virus hatten, seien also jederzeit willkommen - vorausgesetzt sie fühlen sich gesund und haben keine Erkältungssymptome.

Markus Zimmermann, Leiter des Referates Blutspende des BRK-Kreisverbandes Weiden-Neustadt/WN, ist bei den Blutspende-Terminen in der Region ebenfalls oft dabei und koordiniert zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern vor allem das "Drumherum" um das Blutspenden. Dazu gehört besonders, die Spender zu verpflegen - selbst in Zeiten von Corona. Statt eines Essens vor Ort richtet der Kreisverband nun eben Lunchpakete her, die die Menschen mitnehmen können. "Letztes Mal haben wir einen Spender gehabt, der unter anderem zum Blutspenden kommt, weil er ratschen kann. Aber das geht halt momentan nicht, und das geht ihm schon ab", erzählt Zimmermann. Er meint, dass die Umstellung auf Lunchpakete die größte Veränderung für die Spender sei. "Dass wir beispielsweise nun die Liegen hinterher desinfizieren, bekommen sie ja nicht mehr mit."

Das erste Mal Blutspenden: So erging es unserer Autorin

Weiden in der Oberpfalz
Markus Zimmermann.
Blutspenden im September:

Die Termine im Landkreis Neustadt und in Weiden

  • Etzenricht: 3. September von 16 bis 20.30 Uhr in der Turnhalle der Ludwig-Meier-Grundschule (Schulweg 6).
  • Grafenwöhr: 9. September von 16.15 bis 20 Uhr im Jugendheim (Kolpingstraße 4).
  • Eslarn: 11. September von 17 bis 20 Uhr in der neuen Schule (Friedhofstraße 2).
  • Weiden: 21. September (11 bis 18 Uhr) und 22. September (13 bis 20 Uhr). Beide Termine sind in der Turnhalle der Europa-Berufsschule (Stockerhutweg 52).
  • Floß: 29. September von 16.30 bis 20 Uhr in der Volksschule (Schulstraße 14).
Hintergrund:

Wer darf alles Blut spenden?

Zum Blutspenden kann jeder gesunde Mensch, der zwischen 18 und 72 Jahre alt ist. Frauen können sich vier Mal, Männer sechs Mal innerhalb von zwölf Monaten anzapfen lassen. Zur Blutspende nicht zugelassen sind: Menschen mit Erkältungssymptomen, mit Kontakt zu Coronavirus-Infizierten oder Menschen, die selbst infiziert sind. Weitere Informationen und einen Spende-Check gibt es auch unter www.blutspendedienst.com.

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