16.09.2019 - 09:24 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Symbiose von Natur und Schießbetrieb

Seit über 100 Jahren wird der Grafenwöhrer Truppenübungsplatz militärisch genutzt - und ist dennoch ein "Grünes Paradies". Warum das so ist, zeigt eine Sonderausstellung im Kultur- und Militärmuseum der Soldatenstadt.

Zahlreiche Gäste nehmen an der Ausstellungseröffnung "Grünes Paradies und Schießbetrieb" im Kultur- und Militärmuseum teil.
von Angela BuchfelderProfil

Rund 50 Gäste folgten der Einladung des Grafenwöhrer Heimatvereins, an der Eröffnung der neuen Sonderausstellung "Grünes Paradies und Schießbetrieb" am Sonntagabend teilzunehmen. "Trotz intensiver militärischer Nutzung seit über 100 Jahren ist unser Truppenübungsplatz in Grafenwöhr ein Naturparadies, das seinesgleichen sucht," begrüßte Heimatvereins-Vorsitzender Willi Buchfelder die Gäste im Museum. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Umweltabteilung der US Garnison Bavaria, der Abteilung Integrated Training Area Management (ITAM) und des Bundesforsts. Die Ausstellung zeigt, wie auf dem Übungsplatz Militär und Natur eine Symbiose bilden. Ergänzt wird die Ausstellung durch zahlreiche Bilder und Texte von Gerald Morgenstern.

Trotz Übungsbetriebs sei die Natur im Übungsplatz, wo viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten leben und wachsen, ein Alleinstellungsmerkmal, betonte Bürgermeister Edgar Knobloch und beglückwünschte die Organisatoren zu der gelungenen Ausstellung. Howard A, Johnston, stellvertretender Kommandeur der Garnison Bavaria, lud die Gäste ein, ehrenamtliche "Umweltoffiziere" zu werden. Denn "die Verantwortung liegt bei jedem von uns", erklärte Johnston. Er bedankte sich für die Gelegenheit, in dieser Ausstellung wenigstens einen kleinen Teil der Arbeit der Umweltabteilung zeigen zu können. In den letzten drei Jahren investierten die Amerikaner durchschnittlich acht Millionen Dollar in Umweltschutz, Präventionsmaßnahmen, Altlastsanierungen und Artenschutz. So soll es den Soldaten und Partnern ermöglicht werden, auf dem Platz üben zu können. Gleichzeitig werde der Platz so bewirtschaftet, dass die Natur möglichst wenig Schaden nehme, erklärte der stellvertretende Kommandeur. Aaron Soutu von der ITAM stellte die fünf Säulen des Kernprogamms der Abteilung vor: Integration militärischer Anforderungen, Bewertung natürlicher Grundlagen des Militärstandorts, Wiederherstellung der Fläche und Wartung, nachhaltiges Umweltbewusstsein militärischer Plätze sowie technisch-raumbezogene Infosysteme (Infokarten). Gleichzeitig bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit mit der USAG Bavaria und dem Bundesforst.

Hubert Anton von Bundesforst bekräftigte, dass der Übungsplatz in Grafenwöhr wohl einmalig sei in Mitteleuropa, was die militärische Nutzung und den Umweltschutz sowie Analyse und Dokumentation der Maßnahmen betreffe. "Im Platz sind über 3000 Arten registriert, und trotzdem werden jedes Jahr weitere entdeckt", berichtete Anton. Es sein schön, bedrohte Tiere – wie beispielsweise den Wolf – in seiner natürlichen Umgebung beobachten zu können. "Die US-Armee nimmt den Umweltschutz sehr ernst und investiert dafür seit 1995 amerikanische Steuergelder", erklärte Anton und bedankte gleichzeitig sich für die Zusammenarbeit. Bundesforst, USAG Bavaria und ITAM hätten schon einige tolle Projekte gemeinsam durchgeführt. Kulturmanagerin Birgit Plößner und Heimatvereins-Vorsitzender Willi Buchfelder bedankten sich bei allen Organisatoren über überreichte ihnen eine Flasche Wein. Plößner wies auf das umfangreiche Begleitprogramm zur Sonderausstellung hin.

Info:

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis 15. März zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Öffnungszeiten sind am Dienstag, Donnerstag und Sonntag jeweils von 14 bis 17 Uhr. In dieser Zeit finden zahlreiche Vorträge und Sonderführungen statt. Informationen gibt es im Internet unter www.museum-grafenwoehr.de.

Aaron Soutu von der Abteilung Integrated Training Area Management erklärt das Umweltschutzprogramm der Abteilung.
Flora, Fauna, Boden, Luft und Wasser müssen im Truppenübungsplatz geschützt werden. Wie das funktioniert, darüber informieren zahlreiche Fotos und Schautafeln.

Aktuell und Wissenswert

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