Interessant war Tatort "Charlie" allemal für die Tatortfans - besonders die in der Region. Komparsen der US-Armee aus Grafenwöhr, wie der ehemalige Garnisonskommandeur Oberst Kevin Poole und auch Pressesprecher Andre Potzler, wirkten beim Dreh auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels mit.
"Ich habe die Show wirklich genossen. Ich war sehr beeindruckt von dem Realismus und wie sie Hohenfels und das Ausbildungskommando der 7. US-Armee positiv dargestellt haben", schreibt Oberst Poole per Whatsapp aus seinem jetzigen Standort, Fort Sam Houston in San Antonio in Texas. "Ich war beeindruckt von der Professionalität und dem Fachwissen der Schauspieler und der Crew. Mir war nicht klar, wie detailliert es ist, eine Fernsehsendung oder einen Film zu produzieren. Ich war vier Stunden lang am Set und drehte eine Szene, die weniger als eine Minute in der Show ist" so Poole. Für ihn und seine Frau Patricia hat Hohenfels auch eine besondere Bedeutung, es wird nach seiner Dienstzeit ihr Wohnsitz in der Oberpfalz sein.
Sensationelle Bilder
Zur Handlung: Nachdem in einem Militärfahrzeug ein unbekannter Toter gefunden wurde führt der erste Weg der Münchener "Tatort"-Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) auf das US-Manövergelände Hohenfels. Gemeinsam mit der US-Militärpolizei mit Military Police Officer Jennifer Miller (Yodit Tarikwa) finden die Kommissare nicht nur den Tatort, sondern auch einen weiteren Toten in einem aufgelassenen Militärlager mit dem Namen "Charlie". Die Tote war als "Civilian on the Battlefield" (COB) für das stattfindende Nato-Manöver "Allied Spirit 24" engagiert.
Während Leitmayer mit der MP durch die Militärbasis streift und unter den Soldaten und Funktionären Nachforschungen anstellt, mischt sich Batic im fiktiven Dörfchen Übungsheim, das in Hohenfels auch real existiert, undercover unter die COBs und führt so die Ermittlungen. Mit nächtlichem Kugelhagel, krachenden Explosionen und unübersichtlichem Häuserkampf-Szenario das sich plötzlich wie ein Kriegsfilm anfühlt, endet der Tatort Charlie und bringt wie üblich die Lösung des Falls.
Ein kriegerischer Krimi
Angetan vom Dreh in der realistischen Manöverszene in Hohenfels waren auch Udo Wachveitel und Miroslav Nemec. In einem Vorbericht zum Tatort Charlie beschreiben sie die Spontanität bei den Dreharbeiten. Wenn der Hubschrauber toll übers Set flog, wurde die Mittagspause gleich unterbrochen und sofort gefilmt. "Der Aufwand hat sich gelohnt, sensationelle Bilder, die man sonst von einem Tatort-Budget nicht bezahlen kann", so Wachtveitl.
Anfragen ans Pentagon
Es war das erste Mal, dass die US-Armee mit einer ausländischen Produktionsfirma zusammenarbeitete. Anfragen mussten bis ans Pentagon gestellt werden, eine Presseoffizierin aus den Staaten begleitete die Dreharbeiten in Hohenfels. Federführend für die pressetechnische Beratung war die Public-Affairs Abteilung des 7. US-Armee-Ausbildungskommandos mit Captain Harold Shorter und Pressesprecher Andre Potzler. Potzler durfte bei den Dreharbeiten als Komparse in die Uniform eines US-Leutnants schlüpfen und war in der turbulenten Schlussszene beim Gefecht im fiktiven Übungsdorf kurz im Bild. Weitere Unterstützung gab es von Soldaten des Joint Multinational Training Commands in Hohenfels und dem 2. US-Kavallerieregiment, das in Vilseck stationiert ist.
Gedreht wurde der Tatort Charlie nicht nur in Hohenfels, sondern auch in Bad Tölz in einer Industriebrache, in der sich die Schlussszenen abspielten. Die Ausstrahlung des Tatorts von Drehbuchautorin Dagmar Gabler und Regisseur Lancelot von Naso am Sonntag treffen eher zufällig auf das aktuelle Zeitgeschehen im Weißen Haus. Der Tatort wurde bereits im Februar 2024 gedreht. Laut den Demoskopen erreichte der Tatort "Charlie" starke 8,13 Millionen Zuschauer der Marktanteil zeigt hiermit eine Quote von überzeugenden 29,8 Prozent.
























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