02.08.2020 - 10:20 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

US-Abzugspläne beschäftigen Stadtrat Grafenwöhr: Knobloch sieht mittelfristig keinen Kaufkraftverlust

Die Pläne zum Abzug von US-Truppen beschäftigen auch den Stadtrat. Timo Schön (SPD) fragt nach Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und bezieht auch das geplante Fachmarktzentrum in die Sorgen mit ein.

Diesmal traf sich der Stadtrat im St. Michaelswerk. Knobloch gab seine Interpretation der Pressekonferenz von US-Verteidigungsminister Esper wider.
von Stefan NeidlProfil

Kurz vor der Sommerpause des Stadtrats kam die Hiobsbotschaft von Trumps Plänen zum Abzug von Truppen aus Vilseck und Grafenwöhr. Gemeinsam mit dem geplanten Fachmarktzentrum auf dem alten Deyerling-Gelände füllen diese beiden Themen das Stadtgespräch.

Timo Schön (SPD) wünschte sich eine Stellungnahme von Bürgermeister Edgar Knobloch (CSU) was denn aktuell Stand der Dinge sei. Er hätte sich dazu einen Tagesordnungspunkt gewünscht und weiß von der Verunsicherung der Bürger und Gewerbetreibenden. Durch einen Abzug von Soldaten ginge Kaufkraft verloren. Wird durch das Fachmarktzentrum die Situation für die Einzelhändler nicht noch prekärer?

Knobloch erklärte die Abwägungen der öffentlichen Beteiligung zum Fachmarktzentrum liefen noch. Der Investor plane nicht wegen den Amerikanern in Grafenwöhr. Er habe die Pressekonferenz von US-Verteidigungsminister Mark Esper genau verfolgt. Die Ankündigungen seien ein reines Konzept. Der Plan müsse erst noch Kongress und Senat vorgelegt werden. Ähnliche Pläne seien im Kongress schon einmal abgelehnt worden. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Jim Inhofe habe die Pläne nicht einmal zur Abstimmung gestellt.

Angekündigter Truppenabzug: Mögliche Auswirkungen für Grafenwöhr

Grafenwöhr

In der Konferenz seien Einheiten aus Grafenwöhr nicht einmal genannt worden. Nach Knoblochs Vermutung könnte es lediglich eine Unit betreffen, deren Muttereinheit in Italien stationiert sei. Tragisch für Vilseck sei der beabsichtigte Abzug der Stryker-Truppen. Aber dies sei alles nur Planung. Knobloch zog Parallelen zum Aufbau der 41st Field Artillery Brigade in Grafenwöhr. Diese solle insgesamt 1500 Mann stark sein, augenblicklich seien es 800. Die Vorlaufzeit zum Aufbau betrug fünf Jahre. Die größere Stryker-Einheit mit fast 5000 Mann wird dementsprechend lange zum Rückzug in die USA brauchen.

Knobloch glaubt, dass die nächsten sieben Jahre nicht viel passieren wird und die Kaufkraft der Amerikaner mindestens über diesen Zeitraum erhalten bleibt. Amerikaner geben jedes 660 Millionen Euro in der Region aus. "Es gab immer ein auf und ab am Truppenübungsplatz. Es kann sein, dass die Stryker gehen, es kann auch sein, dass dafür etwas anders kommen wird."

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