20.12.2018 - 15:52 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Vorstände der Neue Energien West eG: „Lassen uns nicht in Misskredit bringen“

Der geplante Windpark "Frankenpfalz" mit sechs Windrädern bei Speichersdorf und im Speinsharter Forst steht vor dem Aus. Etwas anderes stößt den Vorständen der Neue Energien West eG sauer auf.

Die Verantwortlichen der Neue Energien West eG - v.l. Wolfgang Haberberger, Helmuth Wächter, Udo Greim und Bernhard Schmidt - wehren sich gegen die Attacken der Windkaft-Gegner, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Grafenwöhr/Speichersdorf.(stg) Und zwar die Kampagne, die Windkraftgegner gegen sie fahren. "Angefressen" ist wohl die passende Bezeichnung für den Gemütszustand der Verantwortlichen der Neue Energien West eG. Grund sind Vorwürfe und Aussagen einer Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Windpark "Frankenpfalz" mobil macht.

"Ich empfehle dringend, bei der Wahrheit zu bleiben", meint Vorstandsvorsitzender Helmuth Wächter nun in einer Pressekonferenz. Er hatte dazu gemeinsam mit den Vorstandskollegen Wolfgang Haberberger und Udo Greim sowie Geschäftsführer Bernhard Schmidt nach Grafenwöhr geladen. "Wir wollen und müssen einiges richtigstellen", sagte Wächter. Konkret geht es um den geplanten Windpark "Frankenpfalz", der im Bereich der Gemeinde Speichersdorf und im angrenzenden gemeindefreien Gebiet Speinsharter Forst errichtet werden soll.

Im Windpark seien in den Planungsdarstellungen für die laufenden Untersuchungen sechs Windkraftanlagen der neuesten Baureihen eingeplant. Aktuell laufe noch die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, die im März 2019 abgeschlossen sein soll. "Den Auftrag dafür haben wir vergeben, das wird auch noch zu Ende gebracht", erklärte Helmut Wächter.

"Wir werden von Vertretern der Bürgerinitiative beschuldigt, eine schlechte Informationspolitik zu betreiben, nicht auf Anfragen zu antworten und unser eigenes Süppchen zu kochen", so Wächter. Fakt sei aber auch, dass es immer wieder Gespräche mit den betroffenen Gemeinden und Bürgern gegeben habe. Unter anderem fand im Juni in der Speichersdorfer Sportarena eine breit angelegte Öffentlichkeitsveranstaltung statt, um das Projekt vorzustellen. "Und zur Wahrheit gehört auch, dass keine offiziellen Mails und Schreiben der Bürgerinitiative bei den Vorständen oder in der Geschäftsstelle eingegangen sind", betonte Wolfgang Haberberger. Warum die Windkraftgegner mit Angstmache und falschen Argumenten arbeiten würden - als Beispiel nannte Wächter einen Flyer mit einer bewusst falschen Projektion von Windrädern rund um den Rauhen Kulm - könne er nicht nachvollziehen.

Es werde versucht, die Neue Energien West eG in Misskredit zu bringen und ihr eine "Hinterzimmer-Politik" zu unterstellen. "So kann man mit uns nicht umgehen", betonte Udo Greim. Auch Geschäftsführer Bernhard Schmidt beklagte einen "unfairen Umgang" mit der Energie-Genossenschaft. "Für uns ist das Thema ,Windräder' vom Tisch", erklärte Haberberger. Denn: Schon im Juli habe man von der Gemeinde Speichersdorf eine Mail bekommen mit dem Inhalt, dass es im Gemeinderat keine Mehrheit für Windräder gebe. Das habe insofern überrascht, da es zuvor bereits viele Gespräche gegeben habe und die Neue Energien West auch dazu animiert worden sei, das Projekt voranzutreiben.

Klar sei, dass die Neue Energien West eG nichts unternehme, was sich gegen die Interessen der Partnerkommunen richtet. Kritik äußerten die Vorstandsmitglieder an der Informationspolitik der Gemeinde Speichersdorf. "Der Ball bei dem Thema liegt eindeutig in Speichersdorf", sagte Greim. Derzeit sehe es windenergetisch aber nach einer vertanen Chance für die Region aus.

Auch wenn vieles, was man thematisch derzeit von Windkraftgegnern höre, an den Haaren herbeigezogen sei, ziehe man sich als Neue Energien West eG jetzt nicht in die "Schmollecke" zurück, wie Geschäftsführer Schmidt betonte. "Wir sind nach wie vor gesprächsbereit." Das Thema Windkraft wird die Genossenschaft auch künftig weiter verfolgen. Für Haberberger steht fest: "Der Klimawandel wird sicher noch einige Meinungen kippen lassen."

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