Der Fluch ist gebrochen: Nach zwei Finalniederlagen in Folge konnte "Cancelled" aus Nürnberg wieder den Masters-Cup gewinnen. Eigentlich hatte ihr Gegner "Ausgecancelled" aus Augsburg große Ambitionen und sich den mehrmaligen Waldbadcup-Sieger sogar als Inspiration genommen. Doch nach zwei Sätzen war das Finale schon vorbei. Der Sieger von 2022, 2023 und 2024, "Chickentown" aus Henfenfeld, nahm in diesem Jahr nicht teil.
Im Fun-Cup siegten die Neulinge "Wadenkrampf Sisters" aus Weiden in drei Sätzen gegen die "Kokosnuss-Kracher" aus Grafenwöhr. Eine Titelverteidigung wird es nicht geben: Der Sieger des Fun-Cups tritt im Folgejahr traditionell im Masters-Cup an.
Ist der Waldbadcup der SV Grafenwöhr als vier gegen vier Beachvolleyballturnier eh schon einzigartig, ist dies eine Besonderheit: Turnier- und Vereinsspieler und Hobby-Spieler tragen zwei separate Wettbewerbe aus. So gab es 20 Teams im Masters-Cup und 32 Mannschaften im Fun-Cup.
Wolkenbruch verregnet Spiele
Am Samstag wurde der Waldbadcup fast zum Extremsport: Starker Platzregen zog über das Freibad und verwandelte Wiese und Spielfelder schnell in eine Schlammcatch-Arena. Doch angesichts von hunderten von Spielen, die ausgetragen werden mussten, war der Spielplan eng und alle Matches wurden weiter ausgetragen.
Während sich die einen im eigenen oder dem großen Veranstalterzelt Schutz suchten, mussten je zehn Teams auf den fünf Feldern im strömenden Regen spielen. Anerkennung und Schadenfreude war ihnen gewiss.
Denn trotz allem Wetteifers steht der Spaß im Vordergrund. Nicht umsonst besteht das Turnier, mit Ausnahme von zwei Corona-Jahren, seit 1994 ununterbrochen fort.
Fast wie ein Klassentreffen
Doch was ist die Faszination am Waldbadcup, der jedes Jahr hunderte Spieler nach Grafenwöhr lockt? Peter Weiterer aus Regensburg vom Fun-Cup-Rekordsieger "Sand in der Ritze" muss nicht lange überlegen und sagt mit einem Lachen: "Weil einfach die gleichen Deppen immer dabei sind." Er freut sich auf die Treffen mit Teamkollegen und Konkurrenten, in 31 Jahren sind viele Freundschaften entstanden.
Sein Teamkollege Stefan Hacker stimmt dem zu: "Es ist fast wie ein Klassentreffen." Er und Weiterer schätzen, dass sie schon 26 mal teilgenommen haben. Als Rekordsieger geht es für Hacker aber auch ums Gewinnen: "Wir haben den Cup schon fünf Mal gewonnen. Noch einmal und wir dürfen den Pokal zum zweiten Mal fest behalten." Nach drei Siegen darf ein Team den Wanderpokal nicht mehr zurückgeben.
Teams aus Neu-Ulm, Augsburg und Berlin
Die weiteste Anreise hatte das Team "La Familia" aus Neu-Ulm. Sie kamen die 271 Kilometer nur wegen des Waldbadcups und brauchten mit Stau auf der Autobahn 7 über vier Stunden. "Wir kommen schon seit fünf Jahren", sagt Sven Lüll. "Die Stimmung und die Plätze sind einfach genial." Außerdem ist der Waldbadcup ein kleines Familientreffen: Im Team "Funtastics" aus Forchheim spielen Verwandte.
Tatsächlich hatten zwei Spieler eine noch weitere Anreise: Sebastian Götzl von den "Kokosnuss-Krachern" und Christian Lang von den "Pop-Up Blockern" sind eigentlich Grafenwöhrer, aber beruflich in Berlin tätig, und kamen nun für das Turnier in die Heimat. Götzl sagt: "Ich plane jedes Jahr extra meinen Urlaub nach dem Waldbadcup."
Zum 22. Mal in Folge dabei sind die "Kokosnuss-Kracher" aus Grafenwöhr. Sie standen 2025 schon zum vierten Mal im Finale, warten aber immer noch auf den ersten Turniersieg. Markus Stümpfl kommt vor allem wegen seiner Teamkameraden und Freunde zu dem Turnier. Von den vielen Erlebnissen in der langen Zeit ist ihm eines besonders in Erinnerung geblieben: "Ich habe am Waldbadcup meine Frau einst kennengelernt."
Turnier nach 14 Stunden ausgebucht
Zum ersten Mal dabei war Katarina Do mit ihrem Team "Brave". Das Besondere: Sie sind alles junge Leute aus der Ukraine, die 2022 nach dem Beginn des Krieges nach Deutschland kamen. "Wir wollten schon im vergangenen Jahr teilnehmen, aber waren zu langsam. Diesmal schafften wir es, zumindest ein Team zu melden."
Die reine Anmeldung war schon gar nicht so einfach: Nur 14 Stunden nach dem Beginn der Anmeldung waren alle 52 Startplätze weg – so schnell war der Cup noch nie ausgebucht.
Darum war es umso wichtiger, dass das Waldbad rechtzeitig fertig wurde: Die Sanierungsarbeiten verzögerten sich und so herrschte Unsicherheit, ob der Cup stattfinden kann. Dritter Bürgermeister Thomas Weiß dankte dem Organisationsteam um Franziska und Tobias Reiter, die den Cup seit Jahrzehnten veranstalten: "Ohne euch gäb's das alles nicht."
Auch Sportvereinigungs-Vorsitzender Thomas Reiter kann nur den Hut ziehen: "Es ist Wahnsinn, das Level an Organisation und den sportlichen Aspekt über so einen langen Zeitraum zu halten."




















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