Großensees bei Leonberg
23.08.2018 - 11:13 Uhr

Bürger packen selber an

Die Gemeinde Leonberg saniert viele Brücken in eigener Regie. Auch der Bürgermeister packt selber mit an.

Thomas Lindner beim Sandstrahlen der Brücke in Großensees. Das ist viel Schweiß geflossen. Bild: jr
Thomas Lindner beim Sandstrahlen der Brücke in Großensees. Das ist viel Schweiß geflossen.

(jr) 18 Brücken gibt es in der Gemeinde Leonberg, 10 davon gehören zum Verantwortungsbereich der Kommune, der Rest dem Landkreis. "Wir sind die wohl brückenreichste Gemeinde im Landkreis", sagt Bürgermeister Johann Burger.

Nach dem Brückendrama in Genua schrillen auch hierzulande die Alarmglocken. Zwar ist es im Gemeindebereich bei weitem nicht so schlimm, doch der Rathauschef will nach und nach die Sanierung der Gemeindebrücken angehen. Um Kosten zu sparen, soll dies in Eigenregie erfolgen.

Der Bürgermeister freut sich über den Vorteil, bauerfahrene Handwerker mit viel Wissen zu haben, die auch anpacken können. An der Brücke in Großensees waren sie schon. Am Ortseingang fließt die Wondreb derzeit auf Niedrigwasser. Burger und seine Mannen halten vor allem nach versteckten Mängeln Ausschau. Weiter arbeiten sie die Mängel ab, die ein Brückengutachter festgestellt hat. In Großensees wurde so zum Beispiel das Flußbett wieder befestigt, damit die Wondreb nicht die Fundamente der Brücke beschädigen kann.

Burger weist darauf hin, dass viele Brücken aus den 60er und 70er Jahren stammen. "Da kommen jetzt allmählich die ersten Probleme." In Großensees wurde das Schrammbord neu ausgerichtet, weiter werden verschiedene Schäden an Beton und Geländer ausgebessert. Das Schrammbord und der Untergrund der Brücke wurden sandgestrahlt. Mit dabei waren Thomas Lindner, Alois Männer, Gottfried Bayer, Norbert Haberkorn und der Rathauschef.

Die Sanierungskosten für die Brücke in Großensees hat ein Gutachter auf rund 50 000 Euro geschätzt. Die Gemeinde hofft, dass sie durch die Eigenleistungen mit 10 000 Euro auskommt. Burger erklärt, dass im kommenden Jahr wieder alle Brücken der Gemeinde begutachtet werden und da wollen die Kommune gerüstet sein. Als größten Feind der Brücken nennt er das Salzwasser im Winter, das greife die Substanz an. Bis in spätestens zwei Wochen sollen die Arbeiten in Großensees, die ja nur nebenbei gemacht werden, abgeschlossen sein. Dann sollte einer erfolgreichen Begutachtung im kommenden Jahr nichts im Wege stehen.

Machen sich dreckig, die Arbeiter an der Brücke in Großensees. Mit dabei waren (von links) Alois Männer, Bürgermeister Johann Burger, Norbert Haberkorn und Gottfried Bayer. Bild: jr
Machen sich dreckig, die Arbeiter an der Brücke in Großensees. Mit dabei waren (von links) Alois Männer, Bürgermeister Johann Burger, Norbert Haberkorn und Gottfried Bayer.
Das Flußbett wurde mit Feldsteinen neu befestigt, so dass die Wondreb nicht die Fundamente der Brücke beschädigen kann. Bild: jr
Das Flußbett wurde mit Feldsteinen neu befestigt, so dass die Wondreb nicht die Fundamente der Brücke beschädigen kann.
 
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