Großkonreuth bei Mähring
19.07.2019 - 13:19 Uhr

30 Jahre Grenzöffnung: Dokumentation bekommt Förderung

In Mähring stehen die Zeichen auf Jubiläum. 30 Jahre Grenzöffnung soll unter anderem mit einer zeitgeschichtlichen Publikation groß gefeiert werden, Dafür gibt es Fördermittel.

Mit viel Elan fürs anstehende Projekt nahmen Dritter Bürgermeister Franz Schöner, Rosa Schöner, Hama Noravcova und Bürgermeister Josef Schmidkonz (von links) den Förderbescheid der Euregio Egrensis von Harald Ehms und Alexander Dietz (links und rechts außen) in Empfang. Bild: ubb
Mit viel Elan fürs anstehende Projekt nahmen Dritter Bürgermeister Franz Schöner, Rosa Schöner, Hama Noravcova und Bürgermeister Josef Schmidkonz (von links) den Förderbescheid der Euregio Egrensis von Harald Ehms und Alexander Dietz (links und rechts außen) in Empfang.

Am 1. Mai 1990 öffnete sich der Schlagbaum am Grenzübergang von Mähring nach Promenhof (Broumov) zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg. Zur Feier dieses außergewöhnlichen Jubiläums hat sich extra eine Arbeitsgruppe zusammengetan. Deutsche und tschechische Bürger wollen das große Ereignis in einer umfangreichen Publikation aufarbeiten. Damit das Projekt finanziell abgesichert ist, hat der Markt Mähring Fördergelder bei der Euregio Egrensis erbeten.

Der Wunsch ging in Erfüllung. Die Idee zur Aufarbeitung der Grenzsituation während der Wende stieß bei Harald Ehms und Alexander Dietz von der Euregio Egrensis auf große Resonanz. Beide waren jetzt ins Großkonreuther Rathaus gekommen, um den Förderbescheid zur Bewilligung der Gelder persönlich vorbeizubringen. Bürgermeister Josef Schmidkonz sowie als Projektvertreter Dritter Bürgermeister Franz Schöner, Rosa Schöner und Hama Noravcova aus Plana begrüßten die Gäste mit Freude, denn damit steht die Idee einer Dokumentation schon einmal auf finanziell stabilen Füßen.

Schmidkonz meinte, es sei kaum zu glauben, dass seit der Grenzöffnung schon 30 Jahre vergangen sind. Er gab zu bedenken, dass kurz vorher noch an der Grenze bei Mähring ein Wanderer von tschechischer Seite erschossen worden ist. "Seitdem haben wir die Grenzöffnung bereits fünf Mal gefeiert, weil wir das alle fünf Jahre tun", sagte Schmidkonz. Er erklärte den Euregio-Vertretern, dass in Mähring und im nahen Tschechien mit viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement die Freundschaft beider Länder gepflegt werde. Und das seit 30 Jahren. Aber ohne finanzielle Stütze seien solche Projekte eben nicht machbar.

Die Anwesenden informierten, dass am 1. Mai 2020 eine große Feier geplant ist. Bis dahin soll die zeitgeschichtliche Dokumentation fertiggestellt sein. Inhaltlich denken die Initiatoren an viele Fotos, alte Zeitungsartikel, Berichte von Zeitzeugen, geschichtliche Hintergründe und vieles mehr. Man will aber nicht nur die Grenzöffnung, sondern auch die Jahre davor einfließen lassen und wie es heute, 30 Jahre später, in der Region ausschaut. "Wir arbeiten gut 40 Jahre auf", sagte Franz Schöner. Zu Wort kommt auch die tschechische Seite, darunter Hama Noravcova, deren Idee die Dokumentation gewesen sei.

Bei derart viel Engagement der Mähringer Bürger reichten Harald Ehms und Alexander Dietz den Förderbescheid gern an den Markt Mähring weiter. Bei 80 Prozent der Investitionssumme in Höhe von 9900 Euro für das Projekt seien dies 8400 Euro, aus EU-Mitteln, sagte Ehms.

 
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