Mit Leidenschaft und Herzblut bauen die beiden auf ihrem 3000 Quadratmeter großen Grundstück Gemüse und Pflanzen aller Art an. Biodiversität heißt das oberste Gebot der zwei Naturliebhaber für den Anbau in ihrem Garten. Dort siedeln sich gern Insekten an, gibt es doch vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst ausreichend blühende Pflanzen als Futterquellen und jede Menge Brutplätze, Nistmöglichkeiten und Unterschlupf.
Der Garten von Daniela und Christian Dotzler ist als „Hortus Bios“ ausgezeichnet; das Ehepaar ist Mitglied im Hortus-Netzwerk. „Wir legen großen Wert auf unkontrolliertes biologisches und Insekten-freundliches Gärtnern. Die ständige Erweiterung der Artenvielfalt in unserem Garten ist uns extrem wichtig“, betont Christian Dotzler. Er und seine Frau sind weitgehende Selbstversorger und haben auch große Freude daran, Samen von ihren Pflanzen zu gewinnen. Da den Dotzlers Natur und Umwelt sehr am Herzen liegen, sind sie in verschiedenen Organisationen ehrenamtlich tätig, etwa als Berater für Insekten-freundliche Gärten oder beim Vielfaltsmacher-Netzwerk.
Daniela Dotzler ist als Leiterin der Kindergruppe des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins immer auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre kleinen Gärtner für ein naturnahes Leben zu begeistern. Als sie in einem Ratgeber des Bayerischen Landesverbands für Gartenbau und Landespflege einen Beitrag über das Anlegen einer Blumenuhr mit Kindern entdeckte, brachte sie das auf eine Idee. Der Botaniker, Arzt und Naturwissenschaftler Carl Linné hatte im 18. Jahrhundert entdeckt, dass jede Pflanze ihren eigenen Biorhythmus und ihre bestimmte Blühphase hat, die mit dem Bestäuben der Blüten durch die Insekten zusammenhängt. Die Blüte und ihre Bestäuber sind ein perfekt eingespieltes Team, folgerte er aus seinen Beobachtungen von Pflanzen und Insekten.
„Das Insektensterben lässt neuerdings die Blumenuhren langsamer laufen. Umso wichtiger ist es, jetzt für unsere Insekten einen üppig gedeckten Tisch zu bereiten“, ist Daniela Dotzler ein wichtiges Anliegen. Mit dem Anlegen einer Blumenuhr hofft sie, nicht nur den Insekten Nahrung zu bieten, sondern auch den Kindern auf anschauliche Weise das perfekte Zusammenwirken von Pflanzen und Insekten aufzuzeigen.
Bevor man eine Blumenuhr anlegt, sollte man laut Daniela Dotzler wissen, dass sich der Standort und das Wetter auf das Schließen oder Öffnen der Blumen auswirken. Ein freier, sonniger Standort wäre gut. Für eine Blumenuhr braucht man vier Balkonkästen und einen runden Topf. Die Blumenkästen werden mit einer Drainage-Schicht aus Kies befüllt und mit (torffreier) Blumen- oder Gartenerde, die mit etwas Sand vermischt ist, aufgefüllt.
Daniela Dotzler verwendet zum Anlegen der Blumenuhr zusammen mit den Kindern folgende Blumenarten: Klatschmohn, der sich um 5 Uhr öffnet und um 18 Uhr schließt; Ringelblume mit einer Blühzeit von 7/8 bis 14 Uhr täglich; Margerite mit einem Blühbeginn ab 9 Uhr; Stockrose, die ab 10 Uhr blüht. Die Mittagsblume mit einer Blühdauer von 11 bis 16 Uhr, die Tigerlilie mit ihrem Aufblühen um 12 Uhr und die Nachtkerze als Spätblüher in der Zeit von 20 bis 6 Uhr morgens sollen laut Dotzler ebenfalls in die Blumenuhr Eingang finden.
„Es braucht schon ein bisschen Übung, bis man so eine Blumenuhr richtig lesen kann. Am besten, man beobachtet die Blüten genau, notiert seine Eindrücke und platziert dann kleine Schilder mit der entsprechenden Uhrzeit in den Kästen, damit man seine Erfahrungen in das Vorhaben sinnvoll einfließen lassen kann", sagt sie. Eine Blumenuhr könne natürlich mit weiteren Blumenarten in zusätzlichen Blumenkästen oder Töpfen ergänzt werden.
















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