Update 20.03.2019 - 17:55 Uhr
Grünau bei Luhe-WildenauOberpfalz

Wasserrohrbruch mal drei

Bei einem Ranking der häufigsten Wasserrohrbrüche pro Einwohner wäre Grünau vorne mit dabei. Am Dienstag war die Leitung gleich an drei Stellen undicht. Gefragt ist nicht nur die Feuerwehr. Ein Anwohner erhebt Vorwürfe an die Gemeinde.

Mit über 100 Schläuchen stellt die Feuerwehr in Grünau die Wasserversorgung sicher. Und das nicht zum ersten Mal.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Gegen Mittag habe seine Frau entdeckt, dass auf dem Lagerplatz für Pflaster seiner Firma Wasser aus dem Boden sprudelt, berichtet Johann Kick. Der Landschaftsbauer rief bei der Verwaltung an, die die übliche Maschinerie bei Rohrbrüchen in Gang setzte. Bauhof und eine Baufirma suchten nach dem Leck. Am Ende waren es derer drei innerhalb von zehn Metern, die Reparaturen absehbar langwieriger. Erst am Mittwochnachmittag gegen 14 Uhr lief das Wasser wieder.

Um in der Zwischenzeit Anwesen und Bewohner zu versorgen, verlegte die Feuerwehr eine Notleitung von Neudorf in den Nachbarort. Mehr als 100 Schläuche mit einer Länge von je 20 Metern kuppelten die rund 30 Einsatzkäfte zusammen. Vor Inbetriebnahme wurde diese Notversorgung von der Gemeinde gespült. Schlauchbrücken führten in die Milchviehbetriebe und sonstigen Anwesen. Da eine einzelne Feuerwehr nicht genügend Material für so eine lange Strecke besitzt, halfen die Wehren Neudorf, Oberwildenau, Schnaittenbach und Pfreimd zusammen. Die Einsatzleitung hatte Neudorfs Kommandant Michael Klaschka.

Achtmal seien in den vergangenen zwei Jahren die Leitungen in dem kleinen Ort geborsten, klagt Kick, der für die CSU im Marktgemeinderat sitzt. "Seit drei Jahren fordern wir eine Erneuerung der verbrauchten Rohre aus Beton. Die fallen in sich zusammen." Am Mittwoch sei endlich auch ein Ingenieurbüro vor Ort gewesen, beobachtete der Anwohner.

Neben dem Ärger und der Probleme der Milchviehhalter im Ort koste so ein Rohrbruch auch Geld. Kick geht von einer Summe von "bestimmt 10 000 Euro" beim aktuellen Schaden aus. Solche Ausgaben könne man sich nach einer Erneuerung der betagten Leitungen sparen.

Er vermutet, dass der starke Regen der vergangenen Tage für das aktuelle Malheur verantwortlich sei. Weil am Montag ein Durchlass verstopft gewesen sei, habe den eine Firma gespült. Das aber halten die maroden Wasserrohre nicht aus. Sie könnten zusammenbrechen, wenn es zu starker Wasserentnahme und damit zu Verwirbelungen und Druckschwankungen käme, meinte Kick.

Auch von Kräften der Feuerwehr, die an dem Einsatz beteiligt waren, war zu erfahren, dass es in dem Ort bei jedem Aufdrehen eines Hydranten aufgrund von Druckschwankungen die Gefahr von Rohrbrüchen gebe. Sollte es in Grünau brennen, könne das die Löschwasserversorgung gefährden.

Bürgermeister Karl-Heinz Preißer betonte, dass der Markt seit Jahren kontinuierlich an der Verbesserung der Wasserversorgung arbeite. Aber: "Wir müssen Prioritäten setzen." Gegebenenfalls werde man heuer Grünau und die Fichtenstraße in Oberwildenau vorziehen. Ein Ingenieurbüro sei über den Planungen. Dessen Besuch am Mittwoch nicht dem Rohrbruch geschuldet, sondern schon länger vereinbart gewesen.

In Oberwildenau sei man beispielsweise dabei, eine Verbindung mit Luhe herzustellen, da es für den Ort keine eigenen Hochbehälter gebe, sagte der Bürgermeister. Im Haushalt habe man 2018 mehrere 100.000 Euro eingestellt gehabt für Verbesserungen wie den Anschluss an die "Glaubendorfer-" und "Steinwaldgruppe". Rohrbrüche seien aber nicht prinzipiell zu vermeiden. "Tauscht man 100 Meter Leitung aus, dann bricht sie dahinter."

Kick nahm den Wasserrohrbruch auch mit Humor, schließlich seien die Grünauer damit vertraut. "Den Kaffee habe ich am Morgen mit Mineralwasser gemacht."

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