18.02.2020 - 08:47 Uhr
GuteneckOberpfalz

Kleine Gemeinde, große Aufgaben

Glasfaser ins Haus, ein neues Baugebiet, Kinderbetreuung, Anliegen der Jugend: An Aufgaben mangelt es nicht in Guteneck. Bürgermeister Hans Wilhelm will sie auch in den nächsten sechs Jahren angehen.

Hans Wilhelm will Bürgermeister der Gemeinde Guteneck bleiben. Er tritt für die Wählergemeinschaft Gemeinde Guteneck an.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Parteipolitik hat bei uns in der letzten zwölf Jahren keine Rolle gespielt. Es geht um Sachthemen", sagt Wilhelm. Das ist ihm wichtig. Wie er es überhaupt damit hält, dass im Gespräch Lösungen gefunden werden. Das hat beispielsweise beim Breitbandausbau geholfen. "Da sind wir durch", sagt Wilhelm, "jetzt geht es um die Glasfaser bis ins Haus". Handynetz und Internet, das sei beides "tot" gewesen in der Gemeinde. "Wir waren ganz abgehängt." Die Zeiten sind vorbei. Jetzt gelte es, mögliche Fördertöpfe für die Glasfaser-Versorgung anzuzapfen.

Für Zukunft aufstellen

Im zuletzt ausgewiesenen Baugebiet haben sich junge Familien angesiedelt. "Auch die haben Wünsche", erläutert Wilhelm. Die Schule mit aktuell 25 Kindern gelte es zu erhalten, der Kindergarten ist gut genutzt. "Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Kinder schon ab einem Jahr nehmen können", plant der Bürgermeister. Die Mittagsbetreuung an der Schule und Ganztagsbetreuung ab 2025 werden Herausforderungen bringen.

Auch für die älteren Jugendlichen zeigt der Bürgermeister ein offenes Ohr. Am 14. Februar findet um 19 Uhr im Sportheim des SV Weidenthal eine Jugendbürgerversammlung statt. Federführend ist hier die Landjugend, die sehr aktiv ist in der Gemeinde. "Ich möchte wissen, was die Jungen interessiert, was man in ihrem Sinne machen soll", betont Wilhelm im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien. "Geldmäßig kann ich keine großen Sprüche machen", stellt er klar. Hintergrund ist auch das Ziel, möglichst viele junge Menschen im Ort zu halten. Weiterer Baugrund soll in Weidenthal zur Verfügung gestellt werden. Der finanzielle Rahmen ist mit einem Haushalt von unter drei Millionen Euro im Jahr knapp bemessen in der 850-Einwohner-Gemeinde. Da schmerzt es, wenn rund 270 000 Euro Straßenausbaubeiträge nicht mehr eingehoben werden können. Der pauschale Ersatz vom Freistaat ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Andererseits ist sich Wilhelm klar, wie die Beiträge die Bürger belastet hätten.

Zusammenhalt als Faktor

Die Förderungen für die Dorferneuerung in Guteneck, Pischdorf und Weidenthal sind zwar großzügig, die Restsummen wiegen aber dennoch schwer. Da hilft es, dass bei vielen Vorhaben die Vereine und die Dorfgemeinschaft selbst mit anpacken. Rund eine Million Euro Schulden hat die Gemeinde. "Ich weiß aber nicht, was wir in den letzten zwölf Jahren hätten weglassen sollen". Gemeinschaftshaus, Feuerwehrausstattung, Bauhof: Luxus ist das alles nicht.

Wilhelm schwebt noch ein Seniorentreff vor. Einen Träger gäbe schon, die Gemeinde müsste ein Gebäude zur Verfügung stellen. Und es gibt einen privaten Interessenten, der mit dem Gedanken für einen Dorfladen spielt.

"Ohne den Weihnachtsmarkt würde Guteneck kein Mensch kennen", spricht Wilhelm das Aushängeschild des Dorfs an. Das bringt natürlich Renommee. Die Gemeinde unterstütze den Markt, wo es geht. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Schmal hat erst vor ein paar Tagen seine neue Halle im Gewerbegebiet eingeweiht. Ein weiteres Grundstück im Gewerbegebiet ist verkauft. Möglicherweise, so lässt Wilhelm durchblicken, könnte auch bei "uplifter" eine Erweiterung anstehen. Betriebe anzuwerben, das ist für den Bürgermeister ohnehin eine Daueraufgabe.

"Der Zusammenhalt in den Ortschaften ist schon gut", sagt Wilhelm. Dieser Zusammenhalt im Dorf ist wohl auch ein Grund dafür, warum sich der 70-Jährige noch einmal für das Ehrenamt in die Pflicht nehmen lässt.

Zur Person:

Erfahrener Politiker

Hans Wilhelm aus Pischdorf ist 70 Jahre alt, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Der Landwirt und Metzgermeister ist seit 2008 ehrenamtlicher Bürgermeister, zuvor seit 1990 Gemeinderat in Guteneck. Für die CSU sitzt er seit 42 Jahren im Kreistag. Er tritt für die Wählergemeinschaft der Gemeinde Guteneck an. Wilhelm war 20 Jahre lang bis 2016 Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands.

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