06.08.2021 - 11:33 Uhr
GuteneckOberpfalz

Der lange Weg zum Weidenthaler Baugebiet

Für Kommunen wird es immer schwieriger, geeignete Baugebiete auszuweisen. Oft fehlt die Abgabebereitschaft der Eigentümer. Guteneck ist bereits einen Schritt weiter.

Der Bebauungsplan "Hütberg-Nord" steht kurz vor dem Beginn der Erschließungsmaßnahmen. Der Gemeinderat legte jetzt die Preise fest.
von Richard BraunProfil

Die Suche nach bezahlbaren Baugrund ist für viele Gemeinden zur Herkulesaufgabe geworden. Oft scheitert der Erwerb von bebaubaren Flächen für die Kommunen daran, dass landwirtschaftliche Betriebe keine Flächen verkaufen. Die Ursache dafür ist in der verfehlten Steuerpolitik zu finden. Ein Großteil des Kaufpreises muss an das Finanzamt abgeführt werden. Das Geschäft ist für Grundeigentümer daher wenig lukrativ. Bevorzugt werden dagegen Tauschgeschäfte, die oft an den fehlenden Grundstücken seitens der Kommunen scheitern.

Die Gemeinde Guteneck ist in der Ortschaft Weidenthal in der vorteilhaften Lage, dass sie bereits vor geraumer Zeit ein für eine Bebauung geeignetes Grundstück erwerben konnte. Daher bot sich die Gelegenheit, am nördlichen Ortsrand von Weidenthal das Baugebiet "Hütberg Nord" mit 15 Parzellen auszuweisen. Alle planerischen und bürokratischen Hürden wurden in den letzten Jahren bereits genommen und der Bebauungsplan seit dem 26. März 2021 rechtskräftig. "Es war ein hartes Stück Arbeit, bis alles unter Dach und Fach war", freute sich Bürgermeister Johann Wilhelm über den erfolgreichen Abschluss. Auch die Auftragsvergabe für die Erschließung des Baugebietes ist bereits erfolgt.

Jetzt geht es darum, die Erhebung des Erschließungsbeitrages sowie Art und Umfang der Erschließungsmaßnahmen festzulegen. Von den 15 Bauparzellen wurden die Parzellen eins und zwei bereits bei der Erschließung von "Hütberg Süd" veranlagt und werden daher nicht weiter berücksichtigt. Insgesamt erstreckt sich die Erschließung auf eine Fläche von 10 157 Quadratmeter. Für den Erschließungsaufwand "Straße" fallen Kosten in Höhe von 228 168 Euro an. Zehn Prozent davon beträgt der Anteil der Gemeinde, der Rest wird auf die Grundstücke umgelegt. Für die Wasserversorgungseinrichtungen wird ein Beitragssatz von 5,38 Euro je Quadratmeter und für die Entwässerungseinrichtung 13,76 Euro je Quadratmeter in Rechnung gestellt.

Aus diesen Beitragssätzen zuzüglich des Kaufpreises der Grundstücke durch die Gemeinde legte der Gemeinderat einen Kaufpreis von 89,50 Euro je Quadratmeter der Grundstücksfläche fest. Der Grundstückspreis deckt exakt die berechneten Kosten, welche der Gemeinde entstehen. Der Gemeinde wird ein Wiederkaufrecht für den Fall eingeräumt, dass auf dem Vertragsgrundstück innerhalb von vier Jahren, gerechnet ab dem Datum der Beurkundung, nicht mindestens der Wohnhausrohbau fertiggestellt ist. Die mit diesem Grundstücksverkehr zusammenhängenden Kosten tragen die Käufer. Alle notwendigen Beschlüsse wurden im Gemeinderat einstimmig gefällt.

Grünes Licht für den Erschließungsplan

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