05.11.2020 - 11:15 Uhr
GuteneckOberpfalz

Schlossherr sagt Gutenecker Weihnachtsmarkt ab

"Der 16. historische, romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Guteneck kann dieses Jahr nicht stattfinden." Mit dieser Botschaft im Internet sagt Burkhard Graf Beissel von Gymnich das Großereignis überraschend ab. Aber er hat neue Ideen.

Als Corona noch kein Thema war: Glanzvolle Eröffnung historischen Weihnachtsmarkts auf Schloss Guteneck durch den Veranstalter Burkhard Graf Beissel von Gymnich (Mitte des Bildes) im Jahr 2018.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Von 26. November bis 20. Dezember sollte der überregional bekannte und beworbene Weihnachtsmarkt rund um das Schloss in Guteneck über die Bühne gehen. Noch vor wenigen Wochen kam Aufgeben für Burkhard Graf Beissel von Gymnich nicht in Frage. "Ich gehe fest davon aus, dass der Markt unter Auflagen stattfinden kann", sagte der Veranstalter des größten Weihnachtsmarktes der Region Mitte September. 400 Meter zusätzliche Wege, Einbahn-Verkehr, Online-Tickets im Vorverkauf, limitierte Besucherzahlen, zusätzliche Öffnung am Donnerstag: Beissel und sein Team hatten Ideen, um Vorgaben zu erfüllen. "Viele Gäste warten schon sehnsüchtig drauf." Auch für die Fieranten sei der Markt wichtig, hieß es damals.

Optimismus im Oktober

Noch im Oktober herrschte vorsichtiger Optimismus, auch wenn Landratsamtssprecher Hans Prechtl darauf aufmerksam gemacht hatte, dass "ohne Ausnahmegenehmigung der Gutenecker Weihnachtsmarkt aufgrund seiner Besucherzahlen derzeit verboten wäre". Diese Ausnahmegenehmigung würde das Landratsamt erteilen. So sieht es die aktuell gültige, "Siebte Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung" vom 1. Oktober vor. Kernpunkt dabei: Die Veranstaltung muss aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar sein.

"Vernünftige Entscheidung"

Zwischenzeitlich hat sich die Lage mit dem Anstieg der Coronazahlen weiter verschärft. Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat den Landratsämtern mitgeteilt, sein Haus werde ein Papier veröffentlichen, wie mit Weihnachtsmärkten umzugehen sei. "Dieses Papier haben wir noch nicht," erklärte Prechtl auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. So habe es auch zum Gutenecker Weihnachtsmarkt von Seiten des Amtes noch keine Entscheidung geben können.

Burkhard Graf Beissel von Gymnich hätte in der derzeitigen Situation vom Landratsamt eine "ad hoc-Entscheidung" gebraucht, die laut Prechtl "nicht zu treffen war". Weil der Veranstalter aber nicht zwei oder drei Wochen warten konnte und wollte, bis verbindliche Richtlinien für die Behörden vorliegen, habe er laut Prechtl "von sich aus den Markt abgesagt". Das sei, so sieht es der Sprecher des Landratsamts, eine "vorausschauende und vernünftige Entscheidung gewesen."

Herber finanzieller Verlust

Der Graf selbst teilte mit, er habe sich am Wochenende dazu durchgerungen, den Markt ausfallen zu lassen. Ausschlaggebend seien für ihn Äußerungen von Helge Braun gewesen, die der Chef des Bundeskanzleramts in der TV-Talksendung von Anne Will gemacht habe. Da habe er erkannt, dass es wohl noch bis in den Dezember hinein dauern könnte, bis die zuständigen Behörden zu einer Entscheidung kommen werden, wie mit den Weihnachtsmärkten umzugehen sei. "Ich hätte dann keine Reaktionszeit mehr," bedauerte Beissel, der daraufhin die Reißleine zog.

Nicht nur die Fieranten und die teilnehmenden Vereine, sondern auch der umtriebige Schlossherr selbst, der von den Hochzeiten und den Märkten auf seinem Anwesen lebt, müssen mit der Absage einen herben finanziellen Verlust ertragen. "Das ist ein enormer wirtschaftlicher Schaden," bedauert Beissel, der jetzt unter anderem auf seine "Gartentage" setzt, die im nächsten April in Guteneck über die Bühne gehen sollen.

Darüber hinaus möchte Beissel seinen Betrieb und die zugehörige "Schloss Guteneck Projekt GmbH" noch auf breitere Beine stellen. "Ich habe da noch die eine oder andere Idee," kündigte der Graf an, und nannte in diesem Zusammenhang die Einrichtung eines Schloss-Cafés, das an den Wochenenden geöffnet haben soll und im nächsten Jahr aufmachen wird. Vorstellen kann er sich auch das Angebot von Schlossführungen für Busgruppen und "noch speziell etwas für Kinder". Aber das sei noch nicht spruchreif. Grundsätzlich gelte: "Ich will neue Wege beschreiten." Dabei möchte er sich nicht von Corona unterkriegen lassen, "denn ich bin überzeugt, dass das Ende dieses Jahres noch nicht beendet ist". Und vorausschauend verspricht er: "Der Weihnachtsmarkt 2021 soll besonders schön und noch größer werden!"

Homepage von Schloss Guteneck

Lange ist es unklar, ob der Markt stattfinden kann

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Noch Anfang Oktober war die Hoffnung auf einen Weihnachtsmarkt groß

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