01.11.2020 - 11:08 Uhr
GuteneckOberpfalz

Vermessungsarbeiten beginnen im nächsten Jahr

Die Flurneuordnung und Dorferneuerung Guteneck-Weidenthal geht in ihre Endphase. Im nächsten Jahr beginnen die Vermessungsarbeiten. Dafür hat die Teilnehmergemeinschaft zwei Jahre eingeplant.

Beim Ausbau der Hofmarkstraße wurde auf die Dorfökologie ein besonderes Augenmerk gelegt. Wie hier am Dorfkreuz entstanden mehrere grüne Inseln.
von Richard BraunProfil

Sechs Jahre sind seit dem Beginn der Flurneuordnung und dem einfachen Dorferneuerungsverfahrens in Guteneck-Weidenhal vergangen. Bis auf wenige Teilstücke konnten seither alle Bauarbeiten abgeschlossen werden. Nun stehen im nächsten Jahr die Vermessungsarbeiten auf der Agenda. Wegen der Größe des Verfahrens werden dafür mindestens zwei Jahre angesetzt. Die Vorbereitung dieses Verfahrensabschnittes war das Hauptthema der öffentlichen Vorstandssitzung der Teilnehmergemeinschaft im Gemeindehaus in Guteneck. Aufgrund der Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes war eine Teilnahme nur gegen Voranmeldung möglich.

Zum Beginn der Sitzung gab der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft, BOR Martin Stahr, einen aktuellen Sachstandsbericht zum Verfahren. Seit Beginn der Bauarbeiten wurden Wegtrassen, Rückhaltebecken, ökologische Wegseitengräben und Bachrenaturierungen ausgeführt sowie kleinere Geländehindernisse und alte Wegtrassen beseitigt. Die Schlussabnahme der Bauleistungen erfolgte am 06. August. Ausdrücklich lobte in diesem Zusammenhang BOR Martin Stahr die gute Arbeit der Firma Baggerbetriebe Erwin Fischer. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Kosten in Höhe von 882 000 Euro angefallen. Mehrkosten in Höhe von 44 000 Euro entstanden durch Pflasterarbeiten an Hauptwirtschaftswegen mit einer Steigung größer zehn Prozent und einem zusätzlichen Rückhaltebecken. Die Schlussabrechnung wird erst im Jahr 2021 erfolgen. Das gesamte Bauprogramm wurde vom Freistaat Bayern mit 90 Prozent bezuschusst. Zum Abschluss kamen auch die Arbeiten in der Hofmarkstraße. Hier erfolgt die Abnahme in der nächsten Woche. Insgesamt wurden bisher Gesamtausgaben in Höhe von 1,84 Mio. Euro verbucht. Um in Zeiten der Corona-Pandemie die Bürgernähe zusätzlich zu stärken, wurde das Online-Tool "Mentimeter" getestet. Von den 67 Teilnehmern nutzten nur sechs dieses Angebot. Im Rahmen der Neugestaltung der Hofmarkstraße konnten zahlreiche Flächen entsiegelt und der Asphaltanteil im Ortszentrum gesenkt werden. Dadurch stehen entsprechende Flächen zur Aufwertung des Ortsbildes und als Beitrag zur Verbesserung der Dorfökologie zur Verfügung. Das Planungsbüro Blank hat dafür ein Pflanzprogramm entwickelt. Die nötige Pflanzleistung wird von der Firma Christian Gartner aus Vohenstrauß zum Angebotspreis von 15 169 Euro ausgeführt.

Als wichtigstes Thema der Vorstandssitzung stand die Vorbereitung der Vermessungsarbeiten auf der Tagesordnung. Es wurde festgelegt, dass die Abmarkung aller Flurgrundstücke mit Grenzsteinen aus Granit erfolgen soll. Im Ortsbereich, wo dies nicht möglich ist, können andere Markungszeichen verwendet werden. Es handelt sich zunächst um eine vorgezogene Abmarkung. Sie wird rechtsverbindlich nach Berichtigung von Grundbuch und Kataster. Dies kann sich bis 2028 hinziehen. BOR Stahr wies ausdrücklich darauf hin, dass jeder Grenzpunkt nur einmal abgemarkt wird und die Verantwortung für den anschließenden Schutz der Grenzzeichen beim Grundeigentümer und den Bewirtschaftern liegt. Ein Umackern oder eigenwilliges Versetzen der Grenzsteine ist eine Ordnungswidrigkeit und zieht eine Strafe nach sich. Bevor die Vermessungsarbeiten beginnen wird jeder Grundeigentümer informiert und sein Einverständnis eingeholt. An besonders neuralgischen Punkten werden als erstes Provisorium farblich gekennzeichnete Pflöcke gesetzt, die später gegen Granitsteine ausgetauscht werden. An Gewässern soll die vorgesehene Grundstücksgrenze in einem Abstand von mindestens 50 Zentimeter von der Böschungsoberkante verlaufen. Abmarkungen im Ortsbereich werden nur in Verbindung mit den bereits abgeschlossenen Baufreigaben vorgenommen. Ein weiterer Punkt ist die Abmarkung von Waldgrundstücken. Hier sind die Grundeigentümer mit einzubinden. In diesem Zuge können auch Grenzbegradigungen vorgenommen werden.

In der anschließenden Aussprache kam die Benutzung der neuen Wege zur Sprache. Bereits jetzt sind an einigen Stellen Beschädigungen des Pflasters festzustellen. Nach ersten Vermutungen sind diese auf eine Saatwalze zurückgeführt, die nicht auf den vorgesehenen Rädern transportiert worden ist. Ausdrücklich wurde an alle Landwirte appelliert, pfleglich mit den neuen Wegen umzugehen. Auch das Befahren der neuen Bankette ist verboten. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen handelt es sich um Ordnungswidrigkeiten, die auch entsprechend geahndet werden.

Als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft leitete Bauoberrat Martin Stahr die öffentliche Vorstandssitzung.

Der Ausbau der Hofmarkstraße erfordert von allen Beteiligten viel Geduld und Rücksichtnahme.

Guteneck
Die Erfahrungen aus dem Verfahren Guteneck wurden auch in Weidenthal umgesetzt. Um Ausschwemmungen zu vermeiden, wurden Gefällstrecken über zehn Prozent gepflastert.
Die Vermeidung von Bodenerosionen und der Ausbau der Wirtschaftswege waren ein großes Anliegen der Teilnehmergemeinschaft.
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