13.09.2019 - 17:23 Uhr
HahnbachOberpfalz

Als Hahnbach Feuerwehr-Geschichte schrieb

12. Juli 1959: Die Feuerwehr Hahnbach macht das Leistungsabzeichen. Als erste Landwehr in Bayern. Eine besondere Episode in der Geschichte der Wehr. Grund genug, sie jetzt noch einmal neu aufleben zu lassen.

von Florian Schlegel (egl)Profil

Die Hahnbacher Wehr machte also jetzt das Löschabzeichen aus den 1950er-Jahren noch einmal. Aktuell mit Schiedsrichtern aus dem Landkreis und aus Regensburg. 1959 waren die drei Feuerwehr-Gruppen pünktlich um 9 Uhr im Schulhof angetreten. Ihr Brandmeister Eduard Siegert meldete das an Kreisbrandmeister Wiesgickl. Zur Abnahme waren die Herren Branddirektor Stadler und Keppner vom Landesamt für Feuerschutz aus München erschienen. Die beiden waren skeptisch: Sie konnten sich nicht gut vorstellen, dass es einer Land-Feuerwehr zuzumuten sei, diese Leistungsprüfung abzulegen.

Weitere Gäste waren Kreisbrandinspektor Kredler, Kreisbrandmeister Lehner, die beiden Hahnbacher Bürgermeister Strobl und Heldmann mit dem vollständigen Gemeinderat sowie viele Kommandanten aus dem Landkreis. Unter den aufmerksamen Blicken der vier Schiedsrichter von der Feuerwehr Amberg liefen dann die Prüfungsaufgaben. Vor Schweiß triefend erfuhren die Männer danach, dass sie aufgrund ihrer Leistungen bestanden hatten.

Kredler beglückwünschte die 27 Männer zur bestandenen Leistungsprüfung. Er gratulierte aber aber auch der Gemeinde: Die Feuerwehr Hahnbach sei die erste Landwehr in Bayern (auch die erste Feuerwehr überhaupt im Altlandkreis Amberg sowie im Landkreis Amberg-Sulzbach), die die Leistungsprüfung abgelegt habe. Kredler betonte, es sei sehr beruhigend, eine schlagkräftige Feuerwehr auf dem Lande zu wissen.

Das Leistungsabzeichen wurde in der Mai-Ausgabe der Brandschutz-Zeitschrift "Brandwacht" 1959 offiziell veröffentlicht und den Feuerwehren zur Abnahme freigegeben. Die Richtlinie dazu orientierte sich an der Übungsordnung für die Bayerischen Feuerwehren "Die Löschgruppe" von 1956. Ziel war es, angesichts des sehr unterschiedlichen Ausbildungsstandes bayernweit ein einheitliches Niveau in der Arbeit der Feuerwehren zu schaffen. Die Leistungsprüfung bot dem Kreisbrandinspektor (KBI, heute Kreisbrandrat/KBR) und auch den Obrigkeiten der Gemeinde die Möglichkeit, sich von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr zu überzeugen.

Info:

Die Teilnehmer

Hermann Siegert (Sohn von Eduart Siegert, damals Gruppenführer Gruppe 1); Günter Berger (Sohn von Karl Berger, damals Schlauchtruppführer Gruppe 1); Dominik Preuß; Werner Berger (Sohn von Hans Berger, damals Schlauchtruppführer Gruppe 3), Manfred Wismeth (Sohn von Xaver Wismeth, damals Maschinist Gruppe 2), Annemarie Lindner; Stefan Gericke, Michael Iberer und Richard Schuster.

Info:

Gerätschaften von 1959

Auch Gerätschaften von 1959 wurden jetzt wieder verwendet:

Tragkraftspritze/TS8/8, Firma Ziegler (Baujahr 1959)

Saugschläuche

Handlampen

Feuerwehräxte

Kombieinheit Verteiler/Druckbegrenzungsventil

Kupplungsschlüssel

Kübelspritze.

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