04.03.2019 - 15:25 Uhr
HahnbachOberpfalz

Locker, luftig, lecker: Faschingskrapfen

Die Schulküche könne man gar nicht verfehlen, sagt Marianne Lindner. Ihr Tipp ist goldrichtig: "Immer der Nase nach." Verführerisch duftet es am Samstag in der Hahnbacher Schule nach Schmalzgebäck. Faschingszeit ist Krapfenzeit.

Ein Krapfen, wie er sein soll: Außen knusprig, innen locker und luftig und mit richtig viel Hagebutten-Marmelade gefüllt.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Das Rezept steht groß an der Tafel in der Schulküche: 10 Pfund Mehl, 900 Gramm Zucker, 750 Gramm Margarine, 10 Teelöffel Salz, 30 Eier, 10 Hefewürfel, 10 Esslöffel Rum und eineinviertel Liter Milch. Das ist zweifelsohne Teigmasse, die jenseits der haushaltsüblichen Mengen liegt, aber schließlich bäckt die Hahnbacher KAB unter Federführung von Hauswirtschaftsmeisterin Marianne Lindner insgesamt rund 1000 Krapfen am Faschingssamstag.

Lustig ist die Fasenacht, wenn mei Mutter Krapfen backt. Wenn sie aber keine backt, dann pfeif ich auf die Fasenacht.

Marianne Lindner

Insgesamt sechs Mal werden diese Mengen an Zutaten abgewogen, vermischt zu einem Hefeteig, der mit der Hand abgeschlagen wird. Beim Teigmachen hilft Michaela Beer, mit ihren 16 Jahren die jüngste Bäckerin, tatkräftig mit. Und sie freut sich, dass heute ihre Mama Andrea ihr Lehrling ist. Die Sulzbach-Rosenbergerin war am Faschingssamstag kurzfristig eingesprungen, weil eine der Stamm-Bäckerinnen abgesagt hatte. "Ich kann zupacken", sagt die Mutter und freut sich, dass sie helfen kann - zumal es für einen guten Zweck ist.

Die Aufgaben sind an diesem Vormittag klar verteilt. Einige Frauen kümmern sich um den Teig, andere stechen mit Esslöffeln vom aufgegangenen Hefeteig die Krapfen ab. Jede Portion wiegen sie ab: um die 62 Gramm hat ein Teigstück. "Die Krapfen sollen ja ungefähr gleich groß sein", erklärt Marianne Lindner. Wiederum andere Frauen drehen den abgestochenen Teig dann auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu glatten Kugeln. Marianne Lindner holt Styroporplatten, deckt sie mit einem Tuch ab und bemehlt dieses. Darauf legen die Frauen die Kugeln. Ein weiteres Tuch kommt oben drauf, dann dürfen die Teiglinge gehen.

So langsam wird es warm in der Schulküche, denn in den Fritteusen erhitzt sich das Fett. Insgesamt fünf Geräte sind im Einsatz. Ingrid Wawersig betreut zwei davon. "Das Fett muss richtig heiß sein", sagt sie. 170 bis 180 Grad sind optimal. "Brenn dich fei net", ruft ihr fürsorglich eine andere Bäckerin zu.

Die Bildergalerie zum Krapfenbacken der Hahnbacher KAB:

Das Ehepaar Krieger bringt ebenfalls sein Arbeitsgerät in Position: eine Gebäckfüllmaschine, die Werner Krieger übers Internet erworben hat. Darauf ist er stolz. Jetzt geht das Befüllen der Krapfen mit Hagebuttenmarmelade viel leichter, erzählt er. Seine Frau Maria nickt zustimmend. In jeden Krapfen, der auf der Edelstahltülle aufgespießt wird, werden circa elf Gramm süßes Hiffenmark eingespritzt. Die ersten Teiglinge sind soweit aufgegangen, dass sie in die Fritteuse dürfen. Ingrid Wawersig hantiert an zwei Geräten.

Zum Ausbacken wird der Rohling gedreht, so dass die Unterseite oben ist - auf die allerdings darf kein Fett kommen, wenn man den Krapfen in die heiße Flüssigkeit gleiten lässt. Ingrid Wawersig beherrscht diese Kunst. Sind die Krapfen von beiden Seiten goldgelb gebacken, fischt Ingrid Wawersig sie aus der Fritteuse. Auf einem Kuchengitter tropft das Schmalzgebäck ab und wandert weiter zur letzten Station. Maria Krieger spießt einen Krapfen um den anderen auf und drückt die Marmelade ins Innere des Krapfens. 15 Kilo Hiffenmarkt hat Marianne Lindner besorgt. "Das werden wir auf alle Fälle brauchen", schätzt Werner Krieger. In der Schulkirche wird es ziemlich heiß - bloß kein Fenster öffnen! Das verträgt der Hefeteig nämlich gar nicht. An der ersten Station wird der Teig für die letzte Charge geknetet. Marianne Lindner ist höchst zufrieden: "So ein schöner Teig", lobt sie, "gelb wie Wachs, so soll er sein."

Um 7.30 Uhr ging's los, um kurz vor 10.30 Uhr steht der erste Kunde in der Schulküche, um Krapfen zu kaufen. Er ist extra aus Steinbach hergefahren. Danach geht es Schlag auf Schlag mit der Kundschaft. Verkauft wird vor Ort, bei der Vorabendmesse am Samstag und bei den Sonntagsgottesdiensten in Iber und Hahnbach, insgesamt rund 1000 Stück. Die Käufer sind voll des Lobes - und auch die Hobbybäcker sind mit ihrem Ergebnis zufrieden. "Die sind uns schon gut gelungen", freut sich Frieda Karl nach der Kostprobe.

Info:

Gar nicht so schwer

Um Krapfen zu backen, muss man zunächst einen klassischen Hefeteig zubereiten. Wichtig dabei ist, dass die Zutaten Zimmerwärme haben. „Der Hefeteig mag’s warm“, sagt Hauswirtschaftsmeisterin Marianne Lindner. Sie und ihre Mit-Bäckerinnen schwören darauf, das Mehl zu sieben. „Da werden die Krapfen luftiger und lockerer“, sagt eine der Frauen.

Auch Rum dürfe nicht fehlen. „Der hebt den Teig“, erklärt Lindner. Ist der Hefeteig abgeschlagen, darf er – zugedeckt mit einem Geschirrtuch – an einem warmen Ort gehen. Dann werden mit einem Löffel die Krapfen abgestochen, zu Kugeln gerollt und auf ein bemehltes Tuch gesetzt. Die Teiglinge müssen dann, abgedeckt mit einem Tuch, erneut gehen. Das Fett zum Ausbacken muss richtig heiß sein, circa 170 bis 180 Grad, erklärt Ingrid Wawersig, die seit zehn Jahren am Faschingssonntag in Hahnbach das Schmalzgebäck frittiert. Ist die Hitze nicht groß genug, bräunen die Krapfen nicht, sondern saugen sich mit Fett voll. Gebacken werden sie zunächst circa drei Minuten bei geschlossenem Deckel, dann umgestupst und wiederum circa drei Minuten gebacken, diesmal ohne Deckel. Kommen sie aus dem Fett, haben sie das für Krapfen so typische helle Rändchen in der Mitte.

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