Es kann jeden treffen. Schon Mitte vergangener Woche warnte der Deutsche Wetterdienst vor lokal begrenzten Sturzfluten auch in Nordbayern. Die Meteorologen konnten nur nicht genau vorhersagen, zu welcher Uhrzeit welche Gemeinden betroffen sein würden. Am Samstag, 1. Juni 2024, um 18 Uhr hatte der Wetterdienst Kachelmannwetter allerdings ein ziemlich genaues Bild der Lage. Für Hahnbach, das Birgland und Kastl warnte das Portal vor den auftretenden Wassermassen. Ursache war ein Gewitterband, das sich von Nordosten kommend zwischen Vilseck und Kastl im Schneckentempo seinen Weg bahnte. Es lud im Landkreis Amberg-Sulzbach seine ganze Fracht ab.
Die erste Ladung bekam das Adlholz-Tal ab. Hier nahm die Sturzflut, die etwa eine halbe Stunde später den Ortskern von Hahnbach erreichte, ihren Anfang. Bürgermeister Bernhard Lindner sprach von zwei Gewitterzellen im Norden und Süden der Marktgemeinde, aus denen zeitgleich Starkregen niederprasselte. "Im Prinzip haben wir das Oberflächenwasser vom gesamten östlichen Teil des Hahnbacher Sattels abbekommen", sagte er. Am Berghang östlich von Hahnbach liegen die Orte Mülles, Unter- und Oberschalkenbach, Adlholz und Schalkenthan. Schon kurz nach 18 Uhr kam es in diesen Dörfern zu Überschwemmungen.
Die Flut raste dann talwärts der Vils entgegen. Auf der Staatsstraße in der Senke unterhalb des Kreuzbergs staute sich plötzlich ein See an, das Wasser bahnte sich weiter seinen Weg Richtung Hahnbach. "Als ich sah, dass die Staatsstraße und das Gelände des Schäferhundevereins überschwemmt war, war mir klar, dass da was Größeres auf uns zukommt", sagte Lindner. Er war in sein Auto gestiegen, um nach Gefahren Ausschau zu halten. Die Flut drückte über den Sportplatz des SV Hahnbach und den Gemeindeweiher in den Markt hinein. Am Oberen Marktgraben bildete sich dann ein Sturzbach, der sich in alle Hinterhöfe der Anwesen ergoss und schließlich durch den Torbogen des Amberger Tores in den Ortskern strömte. Von dort lief das Wasser in den Unteren Markt. Nach und nach verschwand es in der Kanalisation.
Ein Anwohner hat die Regenmenge gemessen. Er sprach von 55 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Dreiviertelstunde. In Kombination mit den vom Dauerregen gesättigten Böden und den Hanglagen war das die Gemengelage für die Sturzflut von Hahnbach.























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