13.02.2020 - 08:59 Uhr
HahnbachOberpfalz

Die Saat für reiche Ernte setzen

Im Februar und März können die Tomaten-Samen in Keimschalen angesät werden. Bis sie nach draußen kommen, haben sie einen hellen Platz am Fensterbrett. OWZ-Autorin Helga Kamm ist Hobbygärtnerin und weiß, wie auch Anfänger zu prächtigen Früchten kommen.

Tomaten sind nicht einfach nur rot: Sie kommen in allen Farben und Formen.

"Du bist viel zu früh dran", sagt meine Nachbarin, als sie mich in der Küche antrifft mit Samentütchen, Anzuchterde und Keimschale. Sie hat ja Recht, aber ein ungeduldiger "Gartler" kann es halt kaum erwarten und fängt schon im Februar an mit dem Tomaten säen auf der Fensterbank. Normal wäre Anfang bis Mitte März, das weiß ich, aber wer ein Glashaus hat wie ich, darf schon früher beginnen.

So fülle ich also meine Keimschale mit nährstoffarmer Anzuchterde. Ich könnte auch kleine Pflanztöpfe aus Holzfasern verwenden, die später zusammen mit den Pflanzen ins Beet gesetzt werden. Sie sind frei von Torf und schonen so die Moore. Geeignet sind auch Zellulose-Tabletten, die im Wasser aufquellen oder sogar ausgediente Eierkartons.

In die Schale lege ich im Abstand von drei Zentimetern meine Samenkörner, bedecke sie mit Substrat und gieße vorsichtig an. In die Töpfchen oder die Tabletten würde ich jeweils einen Samen legen.

Meine Keimschale wird abgedeckt und steht einige Tage hell, aber nicht zu sonnig. Anschließend bekommt sie ihren Platz am hellen Küchenfenster. Sie braucht 20 bis 24 Grad Wärme, wird feucht gehalten und ab und zu ein wenig gelüftet. Nach etwa zwei Wochen stelle ich mit Freude fest, dass Pflänzchen aus der Erde drängen, dass sie das noch gebückte Köpfchen strecken und sich bald darauf die ersten Blättchen bilden.

Natürlich habe ich kleine Marker in die Erde gesteckt, denn es sind verschiedene Sorten von Tomaten, die ich jedes Jahr säe. Da sind einmal die Arten, die sich bewährt haben, die runde Stabtomate "Sparta", die Kirschtomate "Philovita" oder die ovale Mini-Cherrytomate zum Naschen. Von der großen Fleischtomate "Ochsenherz" habe ich im vorigen Sommer Samen getrocknet. Sie kommen auch dieses Jahr wieder in die Erde.

Dann gibt es immer noch ein paar Versuche mit neuen Sorten wie der dunklen Schoko-Tomate, einer gestreiften, einer gelben oder einer Tomate in Erdbeerform. Diese Tests fallen nicht immer zur Zufriedenheit aus, oftmals aber kommt es dadurch zu einer neuen, genussvollen Tomatenernte.

Nachdem meine Fensterbank-Tomaten aufrecht stehende Pflänzchen geworden sind, wollen sie es nicht mehr so warm. Also ziehen sie um vom Küchen- ans Schlafzimmer-Fenster. Dadurch vermeide ich, dass sie lang und dünn wachsen, sondern stabil und kräftig werden.

Zeigt sich das zweite Blätterpaar, ist es Zeit zum Pikieren. Nun bekommt jedes Pflänzchen einen eigenen Topf, von dem aus es später ausgepflanzt werden kann. Dankbar ist die kleine Tomate für eine Stütze zum Anlehnen. Ich befestige sie deshalb an einem Schaschlikstäbchen aus Holz.

Die Folgezeit verbringen die Tomatenpflanzen noch immer im Haus. Weil ich ein Gewächshaus habe, dürfen meine etwa Mitte April in diesen geschützten Raum. Die anderen werden Ende April an warmen Tagen für einige Stunden zum Abhärten ins Freie gestellt. Im Glashaus kommen meine mittlerweile kräftigen Pflanzen Anfang Mai in die Erde, im Freiland sollte das nicht vor den Eisheiligen riskiert werden. (hka)

Hintergrund :

Tomaten

Paradeiser, Liebesapfel oder Goldapfel – die Tomate, ein Nachtschattengewächs aus Mittel- und Südamerika, hat viele Namen. Sie ist verwandt mit Kartoffeln, Paprika und Auberginen, aber auch mit der Tollkirsche, der Engelstrompete und dem Tabak.

Vermutlich wurde sie um 1500 von Columbus nach Europa gebracht, als Lebensmittel aber ist sie hier erst seit etwa 1900 bekannt. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 3100 Sorten, dazu noch Unmengen anderer, die von Hobbyzüchtern entwickelt wurden. 2017 wurden in Europa fast 25 Millionen Tonnen Tomaten geerntet, vor allem in den Ländern rund ums Mittelmeer. (hka)

Wenn sie groß genug sind, können die Tomatenpflänzchen im garten eingepflanzt werden.
Wenn die Zellulose-Tabletten im Wasser aufgequollen sind, nehmen sie ein Samenkorn auf. In Torftöpfchen pikiert können die Tomatenpflänzchen später darin ausgepflanzt werden.
Auf Küchenkrepp im vorigen Sommer getrocknet, kommen auch Samen der polnischen Fleischtomate in die Keimschale.
Unzählige Sorten von Tomaten gibt es in Samentütchen im Handel zu kaufen.
Wenn draußen der Garten noch winterlich ist, steht die Anzuchtschale für die Tomatenaussaat schon bereit.
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