Haidenaab bei Speichersdorf
24.02.2019 - 11:59 Uhr

"Bürgermeister aufwecken"

„Im Zweifelsfall Untätigkeitsklage einreichen.“ Das war eine Empfehlung beim Bürgerstammtisch der Speichersdorfer CSU im Gasthaus Scherm am Donnerstag. Manfred Porsch wird Verzögern von Entscheidungen vorgeworfen.

Beim CSU-Stammtisch wurde Bürgermeister Manfred Porsch immer wieder vorgeworfen Probleme vor sich herzuschieben anstatt zu lösen. Bild: bkr
Beim CSU-Stammtisch wurde Bürgermeister Manfred Porsch immer wieder vorgeworfen Probleme vor sich herzuschieben anstatt zu lösen.

Vor der teilweise lebhaften Diskussion gab Fraktionssprecher der CSU im Speichersdorfer Gemeinderat, Franc Dierl, einen Abriss zu den Brennpunkten der kommunalen Entwicklung. „Wir sind gewählt, um uns Gedanken zu machen.“ Die betraf besonders die Gebühren für Wasser und Kanal sowie die Investitionskosten für anstehende Kanalbaumaßnahmen in der Gemeinde. Dierl zeigte sich überrascht von neuen Planungen. Zum Sachstand konnte er wegen fehlender Information keine Ausführungen machen. Bei den ständigen Verzögerungen befürchtete er steigende Baukosten.

Aus Gründen des Datenschutzes wird es künftig bei Wahlen nur noch fünf Wahllokale in der Gemeinde geben. Das Wahllokal 4 umfasst dabei die Orte Guttenthau, Wirbenz und Haidenaab/Göppmannsbühl. Testlauf wird die Europawahl sein. Die CSU hatte andere Vorschläge, so Dierl. Ungeachtet dessen betonte er: „Wichtig ist, ihr geht alle zur Wahl.“

Dringen benötigt werden Baugebiete. Der zweite Abschnitt des Baugebiets in Kirchenlaibach muss erfolgen. Viele aus dem Bayreuther Raum siedeln sich an. Der Zuzug verhindert einen Einwohnerschwund. „Wir brauchen die Einwohner damit die vier Kindergärten und der Schulstandort möglichst lange weitergeführt werde können“, so der Fraktionssprecher. Gerade bei den Schulen sah er eine große Konkurrenz durch Kemnath. „Die dortige Real- und Mittelschule saugen uns die Schüler weg“, bedauerte er.

Mit Kemnath steht Speichersdorf ebenso in Konkurrenz bei den Gewerbeansiedlungen. Hier mahnte er eine offensive Politik der Gemeinde an. Es reicht nach seinen Worten nicht, einfach Grundstücke anzubieten. Eine Wirtschaftsförderung mit dem Ziel kostenlose oder zumindest kostengünstige Flächen bereitzustellen muss angestoßen werden, forderte Franc Dierl.

Demgegenüber sprach er sich dagegen aus, dass die Gemeinde ein Eldorado für Photovoltaikanlagen wird und Investoren die Heimat zubauen. Entsprechend kritisch äußerte er sich auch gegenüber Windrädern. „Man darf nicht alles durchwinken“, sagte Dierl und deutete auf die jüngst verhinderten Windradriesen mit einer Höhe von 250 Metern hin.

Franz Dierl wurde erwartungsgemäß mit der Frage nach einem Bürgermeisterkandidat der CSU für die Kommunalwahl 2020 konfrontiert. Seine Antwort war mit: „Wir wollen keinen Hüftschuss machen“, noch ausweichend. Dafür ermunterte er alle bei der Wahl mitzumachen. Parteimitglied müsse man nicht gleich werden, meinte er.

Ein Thema brannte den Diskussionsteilnehmern gewaltig auf den Nägeln: Die Haidenaabbrücke. Baufällig ist sie. Seit mindestens fünf Jahren wird ihre Sanierung gefordert. Der Bauausschuss soll damals festgestellt haben, das Bauwerk muss gleich überholt werden. Die Gehstreifen links und rechts der Brücke sollten erneuert werden. Geschehen sei nichts. Ein neues statisches Gutachten wurde jetzt erstellt mit der Befürchtung: Die Brücke soll bleiben und auf zwölf Tonnen begrenzt werden. Dieses Gewicht überschreiten landwirtschaftliche Geräte. 40 Tonnen wiegt ein Maishäcksler. Ironisch merkte dazu Gemeinderat Norbert Veigl an: „Die Landwirte dürfen dann absatteln und mit dem Schubkarren aufs Feld fahren." Ureigenste Aufgabe der Gemeinde sei es, für die Verkehrssicherheit zu sorgen. Die Gemeinde mache es sich leicht, so der Vorwurf an das Rathaus. Dafür baue sie bei der Tauritzmühle eine 40-Tonnen-Brücke, hieß es. Gefordert wurde Bürgermeister Porsch aufzuwecken.

Als Beispiel, dass der Rathauschef die Probleme vor sich herschiebt, diente die seit fünf Jahren regelmäßig angemahnte Begrüßungstafel am Ortseingang von Speichersdorf. Bei jeder Gemeinderatssitzung werde er erinnert und die Entscheidung von einer zu anderen Sitzung verschoben, lautete eine Aussage.

Angekreidet wurde ihm auch, die Beauftragten der Gemeinde nicht zu relevanten Sitzungen der Ausschüsse zu laden. Ihre Teilnahme sei nicht durchsetzbar, weil sie Sitzungsgelder kosten. Sie stehen nur auf dem Papier, war zu hören. Gezielt angesprochen wurde dabei die so verhinderte Arbeit des Natur- und Landschaftsschutzbeauftragten Bernhard Krannich. Unmut erregte hier auch die Pflege von Naturschutzflächen durch den Naturschutzbund. Die auferlegten zwei Mahden im Jahr werden nicht durchgeführt. Gefordert wurden im Gegenzug von der Gemeinde selbst bunte Blumenwiesen anzulegen und dem Naturschutz mehr Achtung zu schenken.

Die Brücke über die Haidenaab sollte längst saniert werden. Nun befürchten die Bürger eine Gewichtsbeschränkung von 12 Tonnen. Da blieb die Frage, müssen die Landwirte künftig über Wirbenz zu ihren Feldern fahren? Vielleicht kann es der Brückenheilige noch verhindern. Bild: bkr
Die Brücke über die Haidenaab sollte längst saniert werden. Nun befürchten die Bürger eine Gewichtsbeschränkung von 12 Tonnen. Da blieb die Frage, müssen die Landwirte künftig über Wirbenz zu ihren Feldern fahren? Vielleicht kann es der Brückenheilige noch verhindern.
Die Brücke über die Haidenaab sollte längst saniert werden. Nun befürchten die Bürger eine Gewichtsbeschränkung von 12 Tonnen. Da blieb die Frage, müssen die Landwirte künftig über Wirbenz zu ihren Feldern fahren? Vielleicht kann es der Brückenheilige noch verhindern. Bild: bkr
Die Brücke über die Haidenaab sollte längst saniert werden. Nun befürchten die Bürger eine Gewichtsbeschränkung von 12 Tonnen. Da blieb die Frage, müssen die Landwirte künftig über Wirbenz zu ihren Feldern fahren? Vielleicht kann es der Brückenheilige noch verhindern.
 
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