Bombe in Haselmühl: Entschärfung erfolgreich

Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen in Haselmühl. Bei Baggerarbeiten in einem Wohngebiet ist am Mittwochnachmittag eine 225-Kilo-Fliegerbombe gefunden worden. Kurz vor Mitternach kam die Entwarnung.

von Uli Piehler Kontakt Profil

Laut Informationen der Polizei handelte es sich bei dem 225 Kilogramm schweren Sprengkörper um eine Hinterlassenschaft aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Fliegerbombe wurde gegen 14 Uhr bei Baggerarbeiten auf einem Privatgrundstück im Ganghoferweg entdeckt. "Das hinzugerufene Sprengkommando der Firma Tauber stellte nach erster Sichtung fest, dass es sich wohl um eine amerikanische 225 Kilogramm-Bombe mit zwei Zündern und 112 Kilogramm Sprengladung handelt", teilte Polizeihauptkommissar Florian Beck vom Polizeipräsidium Oberpfalz mit.

Der Fundort liegt auf der nördlichen Seite der Vilstalstraße, etwa auf Höhe des Norma-Supermarktes Richtung Rathaus. Im Umkreis von 500 Metern wurden rund 1500 Menschen aufgefordert, ihre Wohnhäuser zu verlassen. Etwa 300 Beamte und Ehrenamtliche - darunter nicht nur Feuerwehrleute sondern auch Mitglieder von Johannitern, Maltesern und dem Roten Kreuz - waren im Einsatz. Die Feuerwehr fuhr mit einem Lautsprecher-Wagen durch die Straßen und rief die Betroffenen auf, sich zum Kümmersbrucker Sportzentrum zu begeben. Dort wurde zunächst eine erste Sammelstelle eingerichtet. Zitat aus der Durchsage: "Rückkunft für heute ungewiss."

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Einige Zeit später wurde diese Sammelstelle verlegt. Neuer Anlaufpunkt war gegen 18 Uhr das Jugendzentrum (Juz) in der Bruno-Hofer-Straße 8 in Amberg. Dorthin eilte auch der Kümmersbrucker Bürgermeister Roland Strehl. Auch das Rathaus der Gemeinde lag im Evakuierungsradius. In diesem Zirkel befand sich auch ein Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt, in dem 87 Bewohner gemeldet sind. Auch diese Einrichtung musste geräumt werden. Weil etliche pflegebedürftige Personen betroffen waren, waren Hilfsorganisationen mit einem großen Fahrzeug-Aufgebot vor Ort. Die ausquartierten Senioren kamen vorübergehend in der Turnhalle des Nachbarortes Ebermannsdorf unter. Dort richteten Helfer auf die Schnelle ein Notquartier her.

Das Sprengkommando der Firma Tauber aus Nürnberg war gegen 16 Uhr bereits vor Ort, es sollte die Bombe noch am Abend entschärfen. Gegen 18.30 Uhr wurde dann auch die Vilstalstraße gesperrt. Um 20 Uhr waren noch nicht alle Bewohner des gefährdeten Bereiches evakuiert. Die Entschärfung sollte erst dann starten, wenn Gewissheit besteht, dass sich kein Mensch mehr in dem 500-Meter-Radius aufhält. "Aus Sicherheitsgründen können die Entschärfungsmaßnahmen erst dann beginnen, wenn die Evakuierung vollständig abgeschlossen ist. Die dafür nötige Zeit kann ebenfalls noch nicht abgeschätzt werden", erklärte Polizeisprecher Beck gegen 20.30 Uhr. Gegen 23 Uhr war die Räumung des Gebietes laut Kriminalhauptkommissarin Sandra Mallmann bis zu 90 Prozent vorangeschritten. Eine halbe Stunde später folgte die Nachricht: "Evakuierung abgeschlossen. Die Entschärfung der Bombe beginnt." Wiederum 20 Minuten später kam dann endlich die Entwarnung: "Die Bombe wurde entschärft und verladen. Alle Sperren sind aufgehoben. Die Anwohner können nun wieder in ihre Wohnungen und Häuser zurück."

Die Einsatzleitung hatte am Abend am Bauhof in Haselmühl ihre Zentrale eingerichtet. Dort verfolgten neben den Führungskräften der Landkreis-Feuerwehr auch Bürgermeister Strehl und Landrat Richard Reisinger das Geschehen.

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