Energiewende braucht neue Impulse

Die Energiewende schreitet nicht so zügig voran, wie man es sich erhofft hat. Sie braucht neue Impulse. Darüber waren sich die Mitglieder der CSU-Arbeitskreise "Umweltsicherung und Landesplanung" (AKU) sowie "Energiewende" einig.

Die Gewinnung von Energie aus der Nutzung der Wasserkraft sieht man aus ausgereizt an. Die Chancen für weitere Wasserkraftwerke ist damit vorbei - so sehen es die Fachverbände.
von Paul BöhmProfil
Die Bezirksvorstandsmitglieder des CSU Arbeitskreises Umweltsicherung und Landesplanung sowie des CSU Arbeitskreises Energiewende tagten unter der Federführungen ihres Vorsitzenden Klaus Hofbauer aus Cham in Haselmühl. Ihr Ziel war es, der Energiewende neue Ideen zu geben und bei der Politik anzuschieben.

Besondere Besorgnis erregte die Lücke zwischen Energieerzeugnis und -verbrauch. Dass dieses Verhältnis in den kommenden Jahren noch weiter auseinandergehen könnte, "gibt Anlass zur Sorge", sagte AKU-Bezirksvorsitzender Klaus Hofbauer beim Treffen in Haselmühl. Seine Forderung: "Bei der CSU sollten deutliche Akzente für die Sicherung der Energiewende gemacht werden." Es muss hier an den gesetzlichen Grundlagen gearbeitet und an einer gewissen Umstrukturierung gearbeitet werden, so Hofbauer.

Positionspapier erarbeitet

"Vor allem die bayerische Wasserkraftbranche macht sich Sorgen, wie es mit der Energiegewinnung aus der Wasserkraft weitergehen soll, wenn bestehende Verträge mit den Stromversorgern in den nächsten Jahren auslaufen." Und wie schafft man den Energieausgleich, wenn Kohle, Kernkraft und Biomasse vom Markt verschwinden werden? Kommt es dann zu Stromausfällen, wie man dies in den vergangenen Monaten immer wieder hören musste?, so die Versammlungsrunde.

"Wir dürfen aber sicher sein, dass uns Strompreiserhöhungen ins Haus flattern werden", davon sind die Mitglieder der beiden CSU-Arbeitskreise überzeugt. Dem pflichtete auch Franz Zöllner, der Leiter der Kreiswerke Cham bei. "Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung muss es uns gelingen die CO2-Konzentration deutlich zu senken." Da sollten wir uns alle Gedanken machen, wie der nachgelagerte Klimaschutzplan für die Jahre bis 2050 aussehen soll, sagte er. "Es kann letztlich nur gelingen, wenn wir die Sonnenenergie verstärkt nutzen und den Ausstoß der Treibhausgase in den Griff bekommen. "Es darf nicht sein, dass wegfallende Einspeisevergütungen die Energiewende gefährden." AKU-Bezirksvorstandsmitglied Helmut Kraus (Landkreis Amberg-Sulzbach) hat die damit verbundenen Probleme mit dem Thema "Kollaps der regenerativen Stromerzeugung" aufgearbeitet. Mit einem Positionspapier stellte er die Inhalte den Mitgliedern beider Ausschüsse vor.

Die zwei CSU-Arbeitskreise und der Bezirksvorstand wollen sich erneut und verstärkt in die politische Diskussion einbringen und Anregungen in die Parteigremien hineintragen, so der langjährige Bundestagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende Klaus Hofbauer aus Cham. Wie Helmut Kraus aus seinem Positionspapier anmerkte, wird die Weltbevölkerung laut einer Prognose in 20 Jahren auf knapp neun Milliarden Menschen ansteigen. "Es wird zu einer weiteren Verstädterung kommen."

Derzeit werden noch knapp 30 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus Kohle gewonnen, etwa 23 Prozent stammen aus Erdgas und etwa ein Drittel der Energie kommt aus dem Bereich Erdöl. Der Anteil der Energiegewinnung aus Uran liegt mittlerweile etwas unter fünf Prozent, und der Anteil aus dem Bereich der erneuerbaren Energien stagniert bei etwas unter zehn Prozent, so war bei der Fachtagung zu hören.

Ziel müsse es sein, die Sonne als Energiequelle weiter auszubauen. Die Nutzungspotentiale erneuerbarer Energien liegen in Deutschland vor allem in der Solar- und Geothermie und die Nutzung der Windenergie auf See und an Land, sowie die Energienutzung über Photovoltaikanlagen. Nur noch wenig ausbaufähig sei die Nutzung der Wasserkraft und auch die Stromerzeugung mit Biomasse kommt mehr und mehr ins Hintertreffen. Wie Rudolf Kraus vortrug, ist zwar die Energiewende im Jahr 2010 mit dem Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität beschlossen worden, aber in der Praxis hinke man diesen Zielen ein gutes Stück hinterher.

Fehlende Anreize

"Das Ziel muss sein, eine langfristige Strategie zur zukünftigen Energieversorgung, basierend auf einem Energiemix mit einem Hauptanteil an erneuerbaren Energieformen zusammenzustellen. In Bayern schaut es derzeit so aus, dass knapp 45 Prozent des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, in Deutschland liegt man da bei etwa 38 Prozent, so Kraus.

Vor allem das Auslaufen von garantierten Einspeisevergütungen gefährdet die Erreichung der Ziele für eine nachhaltige Energiewende. Die Ursachen sieht Rudolf Kraus in fehlenden Entwicklungsanreizen und Markteinführung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Landtagsabgeordneter Harald Schwartz merkte an, dass Umweltsicherung und Energiewende nicht immer auf Landesebene regelbar sind: "Wir sind aber aus der Landespolitik heraus stets bestrebt, Hilfestellungen zu geben, um auf Bundesebene diese Ziele zu erreichen." Zum Ausbau der Wasserkraft sagte er, dies sei in Bayern nicht mehr möglich. Auch die Zeit der Biomasse-Anlagen habe den Zenit überschritten. Um die Energiewende herbeizuführen, sollten wir alle in der Pflicht sehen und unseren Beitrag leisten, so Schwartz.

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