Siedlergemeinschaft Haselmühl: Westumfahrung bleibt größter Wunsch

Zu gerne würde er es noch erleben, dass sein Herzenswunsch in Erfüllung geht, sagt der Haselmühler Siedler-Vorsitzende Heinrich Schäfer. Mittlerweile ist er über 80 Jahre alt. Doch auf die Westumfahrung wartet er immer noch.

Bezirksvorsitzender Reinhard Ott (links),Bürgermeister Roland Strehl (Zweiter von links) und Vorsitzender Heinrich Schäfer (Dritter von rechts) gratulieren den Geehrten (ab Drittem von links: Johann Kalteis, Erwin Kugler, Alfred Beier (Zweiter von rechts) und Diethard Glaser (rechts).
von Klaus HöglProfil

Das Thema kommt bei diversen Versammlungen immer wieder zur Sprache. Bei der Mitgliederversammlung der Siedler berichtete Schäfer jetzt von seinen letzten Eingaben an die Regierung der Oberpfalz und die Staatsregierung. Immer mit dem Ziel, die Baumaßnahme Westumfahrung Kümmersbruck zu beschleunigen - Ausgang ungewiss. Von Bürgermeister Roland Strehl gab es bei dem Treffen Informationen aus erster Hand. Aktuell sei von Bedeutung, dass 2020 festgestellte werde, in welche Dringlichkeitsstufe die Westumfahrung eingereiht werden soll - Ausgang ebenfalls ungewiss. Gebe es ein entsprechendes Signal aus München, müsste erst mit den Grundstücksfragen begonnen werden. "Dann wird's aber auch noch Jahre dauern", sagte Strehl.

Heinrich Schäfer blickte auf das Siedler-Jahr zurück, da seien wohl die Funde der beiden Fliegerbomben binnen weniger Tage die einschneidendsten Ereignisse gewesen. Von Roland Strehl gab's Anerkennung für die Haselmühler: "Das ruhe Agieren war lobenswert." Und zwar von den betroffenen Personen und von den beteiligten Organisationen. Strehl beruhigte die Anwesenden: "Mit ganz großer Wahrscheinlichkeit wiederholt sich so ein Fund nicht." Zumindest nicht in diesem Bereich der Gemeinde.

Heinrich Schäfer griff die Wohnraumentwicklung auf, die Ausweisung der Baugebiete an der Peripherie, wodurch das bisher bebaute Gebiet nicht verdichtet werde und eher einer Art Schweizer Käse gleiche. Der Vorsitzende sorgt sich auch um die weitere Entwicklung in der Siedlergemeinschaft: "So sehr es mich freut, zu Geburtstagen jenseits der 80 zu gratulieren, so sehr treibt es mich um, dass wir kaum jüngeren Nachwuchs in unseren Reihen zu verzeichnen haben", zeichnete er ein düsteres Bild. Wurde es in den Familien versäumt, den Nachwuchs mit dem Siedlergedanken vertraut zu machen? Die Frage laute folglich: "Wer soll nach uns für die Häuser sorgen?" Bezirksvorsitzender Reinhard Ott hat aber auch einen "schweren Stand " für die Haselmühler Siedler festgestellt, weil sie "eingekesselt von drei Siedergemeinschaften in Kümmersbruck" seien. Ott redete der Förderung des Eigenheimneubaus das Wort, wobei Bayern mit 50 Prozent Wohnungen und der Landkreis mit 60 Prozent gut dastünden. Bundesweit schaue es so gut nicht aus: Laut Ott waren 1952 insgesamt 42 Prozent der Wohnungen in Privatbesitz, derzeit seien es 43 Prozent: "Da ist nicht viel passiert, das ist die schlechteste Quote in Europa."

Viele Mitglieder standen zur Ehrung an - nur wenige waren da. Johann Kalteis wurde für 20 Jahre geehrt. Alfred Beier ist seit 30 Jahren dabei. Diethard Glaser bringt es auf 40 Jahre. Erwin Kugler wurde wegen seiner großen Verdienste um die Siedlergemeinschaft Haselmühl seit 1974 besonders geehrt.

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