In Haselmühl waren die rund 500 „Grammer“-Mitarbeiter der Frühschicht am Mittwoch zu einem Warnstreik aufgerufen. Knapp die Hälfte von ihnen dürfte es gewesen sein, die um 11 Uhr an Pforte 1 von Grammer in Haselmühl dem Aufruf gefolgt sind. Lars Roder, der Betriebsratsvorsitzende, rechtfertigte in seiner Rede das Scheitern der Tarifrunde und den Aufruf der Gewerkschaft IG Metall zum Warnstreik.
Im Tarifstreit geht es um mehr Lohn für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr ab April 2027 bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Einmalzahlung und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent bis Juli 2028 vorgeschlagen. Die Einmalzahlung soll aber bei Krisenunternehmen ausgesetzt werden können.
"Mehr Lohn für gute Arbeit"
„Wir machen gute Arbeit, deswegen haben wir auch mehr Lohn verdient“, begründete Udo Fechtner, der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Amberg, die Forderung der Gewerkschaft. Lars Roder, der Betriebsratsvorsitzende von Grammer in Haselmühl, zählte in seiner Rede die Pläne von Politik und Arbeitgeberseite auf, die derzeit im Raum stünden. Sie reichten von der Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren über die Einführung von Karenztagen ohne Bezahlung bei Krankheit und einen höheren Eigenanteil im Gesundheitssystem bis hin zur Erhöhung der Wochenarbeitszeit. All diese Pläne gingen zu Lasten der Arbeitnehmer.
„Immer mehr Arbeitnehmer haben jetzt schon das Gefühl, dass ihnen Monat für Monat weniger bleibt“, erklärte Roder. Fast die Hälfte von ihnen greife laut einer Studie bereits auf ihre Ersparnisse zurück. „Das werden wir nicht hinnehmen“, begründete er die Forderung von fünf Prozent Lohnerhöhung.
Bayernweit hatten sich insgesamt 64 Betriebe am Mittwoch an den Warnstreiks beteiligt. In der Oberpfalz legten neben Grammer auch Beschäftigte in Wackersdorf (BMW), Nabburg (Emz), Cham (Siemens) und Auerbach (ZF) die Arbeit nieder.















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