17.11.2019 - 10:52 Uhr
HirschauOberpfalz

Africa Luz kann dank Conrad-Spende in Nepal helfen

Seit 2006 leistet Africa Luz Deutschland dank großzügiger Sponsoren Hilfe zur Selbsthilfe in Sauraha in Nepal. Ein herausragender Gönner ist Klaus Conrad. Von ihm erhielt der Verein eine neuerliche 20.000-Euro-Finanzspritze.

von Werner SchulzProfil

Dem Gründer und Vorsitzenden von Africa Luz Deutschland, Dieter Dausch, war es ein Anliegen, sich persönlich bei Klaus Conrad für die Spende zu bedanken und ihm gemeinsam mit der ehrenamtlichen Geschäftsführerin Bärbel Birner das Engagement von Africa Luz und die Verwendung seiner Spendengelder in Nepal zu erläutern. Bärbel Birner war im April zusammen mit ihrem Mann Reinhold und Isabelle Haustein in Sauraha, wo Africa Luz in Kooperation mit Green Society Nepal das Dausch Kinderhaus, ein Ambulatorium und eine Elefantendung-Fabrik errichtet sowie ein Grundstück erworben hat, auf dem mittlerweile ein Schulgebäude steht. Das Kinderhaus, so Birner, sei 2017 samt Nähschule und dem „Elephant-Dung-Paper-Shop“ meterhoch überflutet worden. Unter der Regie von Shir Lal Pariyar, Vorstandsmitglied von Green Society Nepal, der seit Jahren die Africa-Luz-Projekte in Sauraha betreut, seien die Sanierungsarbeiten erfolgreich durchgeführt worden. Die Dorfkinder könnten dort wieder ihre Hausaufgaben erledigen und ihr Essen einnehmen. Auch die Nähschule sei wieder dank einer 5 000-Euro-Conrad-Spende wieder in Betrieb, ebenso der Shop. Aktuell erhalte das Gebäude zum Schutz vor den Monsunregen ein neues Metalldach. Dafür werden ca. 3 000 Euro der Conrad-Spende verwendet. Der Monsunregen habe an der Außenfassade des 2015 eingeweihten Ambulatoriums deutliche Spuren hinterlassen. Das Gebäude brauche dringend einen neuen Anstrich, außerdem müssten die Balkone fertiggestellt und angebracht werden. Auch dafür werde man die Conrad-Spende verwenden. Grundsätzlich hatte Bärbel Birner viel Positives über das Krankenhaus zu berichten. Wie immer habe man auch während des letzten Aufenthaltes dort mit den Ärzten Sprechstunden abgehalten, Diabetes- und Blutdrucktage durchgeführt. Der Andrang sei so groß gewesen, dass man den eigentlich geplanten Vier-Tage-Urlaub im Anapurnagebiet absagen musste. Das Ambulatorium werde einmal wöchentlich von einem Radiologen genutzt. Er führe mit dem von Africa Luz angeschafften Ultraschallgerät internistische Untersuchungen durch. Mit den Augenärzten aus Bharapur habe man einen Vertrag schließen können. Sie kommen einmal pro Woche zu Untersuchungen. Patienten mit schwierigen Augendiagnosen würden in das Bharapur Eye Hospital überwiesen. Stehen mehrere Cataractpatienten zur Operation an, werden diese im Ambulatorium in Sauraha durchgeführt. Zur Freude der Augenärzte habe man für 100 Patienten OP-Material und intraoculare Linsen mitgebracht, die man in Deutschland mit Geldern aus der Conrad-Spende gekauft hatte. Für die Augenärzte wie für die Patienten sei es erfreulich, dass man einen Optometristen anstellen konnte. Ihm konnte man dank der Conrad-Spende eine 3 000 Euro teure transportable Spaltlampe übergeben. Mit dieser kann er die Patienten in den Dörfern vor Ort untersuchen und bei Bedarf in die Klinik bestellen.

Einen mehr als nachhaltigen, bis heute nachwirkenden Eindruck, so Birner, habe bei ihr, ihrem Mann Reinhold und bei Isabelle Haustein der Ausflug zu den Chepang-Kindern hinterlassen. Die Chepang seien Nepals Ureinwohner und heute eine der kleinsten ethnischen Minderheiten des Landes. Sie seien ein fast vergessenes Volk, dessen Angehörige heute zu den ärmsten Nepals zählen. Die Einwohner Saurahas haben nach dem Motto „Nepalesen helfen Nepalesen“ 100 Kinder in ihren Ort geholt und in Wohnungen am Ortsrand untergebracht. Für diese Kinder habe man aus Mitteln der Conrad-Spende Hähnchenfleisch, Reis, Kartoffeln, Linsen, Salz und Öl gekauft. Die Kinder seien vor Freude fast außer sich gewesen, als man die Waren mit einem voll beladenen Lastwagen angeliefert hat. Im Vorfeld hätten sie erfahren, dass bei den Kindern nur einmal pro Vierteljahr Fleisch auf dem Speisenkarte steht. Für den nächsten Nahrungsmitteleinkauf habe man Shir Lal Pariyar noch Geld da gelassen. Nach seiner Aussage versorgen auch viele Dorfbewohner die Chepang-Kinder mit Lebensmitteln, wenn diese ins Dorf kommen.

Stolz könne Africa Luz darauf sein, mit dem Kauf eines 20 000 Quadratmeter großen Grundstücks die Voraussetzung für den Bau der Schule geschaffen zu haben. Sie werde aktuell von 365 Kindern aus Sauraha und Umgebung besucht. Angesichts der vielen Anmeldungen müsse man an eine Erweiterung denken. Bärbel Birner berichtete, dass die Schuluniformen der Kinder von den Frauen der Nähschule des Prof. Dausch-Kinderhauses gefertigt werden. Das Material dafür sowie die Schuhe und Strümpfe würden mit Spendengeldern von Africa Luz finanziert, die zu einem erheblichen Teil von Klaus Conrad stammen.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.