14.06.2021 - 14:02 Uhr
HirschauOberpfalz

Im Bereich Hirschau 774 Adressen unzureichend mit Breitband ausgestattet

Eine Markterkundung bringt es an den Tag: In Hirschau sind von den insgesamt 2119 Adressen bislang 774 nicht ausreichend mit Breitbandanschlüssen versorgt. Der Stadtrat bringt für diese Anwesen den Glasfaserausbau auf den Weg.

Die Ausbaulücken bei der Breitbandversorgung sollen im Bereich der Stadtgemeinde Hirschau bis zum Jahr 2026 geschlossen werden.
von Gerhard FleischmannProfil

Die Tagesordnung war vielfältig im öffentlichen Teil der Sitzung des Hirschauer Stadtrats. Doch das Treffen ging harmonisch und mit meist einstimmigen Beschlüssen über die Bühne. Freuen dürfen sich auch die Hirschauer Vereine. Wie bekannt gegeben wurde, hatte das Gremium in der vorangegangenen Sitzung nichtöffentlich für 2021 für diese Gruppierungen 18 250 Euro an Fördermitteln genehmigt.

Sebastian Krysa von der Breitbandberatung Bayern stellte ein Konzept vor, mit dem die meisten Lücken in der Breitbandversorgung Hirschaus und seiner Ortsteile geschlossen werden können. In einer Markterkundung war seinen Angaben zufolge festgestellt worden, dass von den 2119 Adressen in der Gemeinde derzeit 774 nicht ausreichend mit Breitbandanschlüssen versorgt sind. 539 Adressen sind förderfähig im Rahmen eines entsprechenden Programms der Staatsregierung. Das Ausbauziel lautet: Ein Gigabit für gewerbliche Anschlüsse, 200 Megabit für private Anschlüsse, der Ausbau erfolgt mit Glasfaserkabel bis ins Haus. Der Förderantrag wurde in zwei Lose aufgeteilt. Dem einen gehören die Ortsteile Massenricht, Ehenfeld, Krickelsdorf, Burgstall/Krondorf und Urspring/Steiningloh an. Das zweite Los beinhaltet die Nürnberger Straße 112 bis 118 sowie Teile von Hirschau Nord und Südwest.

Pro Anschluss werden 6000 Euro gefördert, zwei Anschlüsse sind Härtefälle, die mit 15 000 Euro zu Buche schlagen. Daraus ergibt sich insgesamt ein Förderbetrag von 2,85 Millionen Euro bei gedeckelten Gesamtkosten von 4,3 Millionen Euro. Demnach würden etwa 28 Prozent der Projektkosten auf die Stadt zukommen, der maximal mögliche Fördersatz von 90 Prozent würde nicht erreicht. Wenn die Angebote zu hoch und damit unwirtschaftlich erscheinen, kann die Stadt aus dem Verfahren aussteigen.

Der Stadtrat war einhellig der Meinung, den Förderantrag zu stellen und das Projekt auszuschreiben. Kann die Auftragsvergabe Anfang kommenden Jahres erfolgen, rechnet Sebastian Krysa mit der Fertigstellung bis zum Frühjahr 2026. In Vorbereitung sei auch ein Bundesförderprogramm. Sollte das günstiger sein, könne man den Antrag wohl abändern.

Mehrfach vorberaten waren die geplanten Ortsabrundungen in Krondorf und Ehenfeld und der Solarpark Kindlas-Ehenfeld. Die zweite Anhörungsrunde der Fachbehörden und der Bürgerschaft hatte keine neuen Aspekte gebracht. So stellte das Plenum die Ortsabrundungssatzungen für Krondorf und Ehenfeld sowie den vorhabenbezogenen Bebauungs- und Grünordnungsplan mit Änderung des Flächennutzungsplans für den Solarpark Kindlas-Ehenfeld einstimmig auf.

Als Erfrischungsgeld für die Wahlhelfer bei der Bundestagswahl im September wurden analog zur vergangenen Kommunalwahl 35 Euro festgelegt, Johanna Erras-Dorfner hatte 30 Euro favorisiert, wie sie bei der letzten Bundestagswahl bezahlt worden waren.

Ralph Brandt hatte der Stadt vorgeschlagen, im Stadtzentrum einen öffentlichen Bücherschrank zu platzieren, Die Betreuung würden er und seine Frau übernehmen. Alle Fraktionen fanden diese Idee gut. Anstatt des angedachten Holzschranks brachte Johanna Erras-Dorfner eine ausmusterte Telefonzelle ins Gespräch, die sei wetterfester. Ralf Brandt begeisterte diese Variante nicht so recht. Als Standorte wurden das Rathausumfeld oder auch der untere Marktplatz beziehungsweise der Infopoint ins Gespräch gebracht. Die Kosten sollen über eine Spendenaktion aufgebracht werden. Schließlich einigte man sich, eine ausgemusterte Telefonzelle am Infopoint zu platzieren. Die könnte bei Bedarf kreativ gestaltet werden. Und wenn sich der Standort nicht bewährt, könnte man diesen auch ändern.

Den Umbau der städtischen Wälder zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels sprach die SPD-Fraktion an. Es gebe ein gut dotiertes Förderprogramm, auf das die Regierung der Oberpfalz aufmerksam mache. Günther Amann trat dafür ein, sich zu informieren und Fachleute beizuziehen. Bürgermeister Hermann Falk sagte, dass die 116 Hektar städtischen Waldes seit 2008 vom Hirschauer Forstbetrieb Helm betreut würden und zuletzt staatlich geförderte Pflegemaßnahmen nach Rücksprache mit dem Forstamt Schnaittenbach durchführt worden seien. Zudem seien die städtischen Pachtflächen unter ökologischen Gesichtspunkten vergeben worden. Nach ausgiebiger Diskussion einigte man sich, Matthias Helm um einen Fachbericht zum Zustand des Hirschauer Stadtwalds zu bitten.

Katrin Enderer führte im tagesaktuellen Finanzbericht zur Haushaltslage der Stadt aus, dass bislang sowohl bei den Ausgaben als auch bei den Einnahmen alles nach Plan laufe. Auch der bewilligte Kassenkredit von zwei Millionen Euro werde mit derzeit 700 000 Euro deutlich unterschritten. Auf Nachfrage erläuterte der Bürgermeister, dass die Schulsanierung wohl kaum mehr heuer beginnen werde, da der Förderbescheid der Regierung noch ausstehe und vorher nicht ausgeschrieben werden könne.

Auf Nachfrage von Wolfgang Bosser informierte Bauamtsleiter Martin Beck, dass es bislang nicht gelungen sei, Angebote für die geplante Einzäunung der beiden Spielplätze an der Schönbrunner Straße und am Kreuzweiher zu erhalten, man aber dran bleibe. "Das Rathaus soll in nächster Zeit wieder stundenweise auch ohne Termin geöffnet werden – allerdings mit aller Vorsicht", beantwortete Bürgermeister Falk eine Frage von Johanna Erras-Dorfner. Zudem hätten sich Termine nach telefonischer Vereinbarung sehr bewährt, da die Wartezeit entfalle und auch vorab klar sei, was alles mitzubringen sei.

Günther Amann regte an, über die klimaneutrale Gestaltung des Freizeitparks am Monte Kaolino nachzudenken, auch für derartige Maßnahmen gebe es Förderprogramme. Rudolf Wild monierte, dass es sehr schwierig sei, sich über die Hygienevorgaben für Gruppentreffen etwa im Seniorenbereich fundiert zu informieren. "Lockerungen sind super, doch man muss auch die Regeln dafür leichter zugänglich machen", stellte er fest.

Hirschauer Haushalt 2021 umfasst gut 26 Millionen Euro

Hirschau

"Das Rathaus soll in nächster Zeit wieder stundenweise auch ohne Termin geöffnet werden – allerdings mit aller Vorsicht."

Hermann Falk, Bürgermeister von Hirschau

 

 

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