10.05.2020 - 13:34 Uhr
HirschauOberpfalz

Corona: Nordbayerns Musikkapellen fehlen Einnahmen

Die Corona-Pandemie stellt die Musikkapellen vor Probleme bei Probenarbeit und Nachwuchswerbung. Die Absage von Konzerten und Festen bedeutet zudem schwer verkraftbare finanzielle Einbußen.

In einer virtuellen Sitzung beschäftigten sich die Vorsitzenden von 11 der 18 im NBMB-Kreisverband organisierten Musikvereine auf Einladung des Kreisvorsitzenden Werner Stein (obere Reihe, Zweiter von links) mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie.
von Werner SchulzProfil

Die mannigfaltigen Schwierigkeiten in Folge der Coronakrise wurden jetzt bei einer virtuellen Sitzung ausführlich erörtert. Der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds (NBMB), Werner Stein, hatte dazu eingeladen. Die Vorsitzenden von 11 der 18 im NBMB-Kreisverband organisierten Kapellen nahmen daran teil und nutzten ausgiebig die Gelegenheit zur Diskussion der aktuellen Situation.

Konzerte fallen aus

Fast unisono mussten sie berichten, dass neben den Jahreshauptversammlungen auch die geplanten Bockbierfeste, Frühjahrs- und Osterkonzerte, Sommer- und Marktfeste ausfallen mussten oder in absehbarer Zeit nicht stattfinden können und abgesagt werden müssen. Gestrichen sind auch die beiden Kreismusikfeste. Sie sollten am Wochenende 13./14. Juni in Auerbach und vom 3. bis 5. Juli in Gebenbach stattfinden. Sie sollen 2021 nachgeholt werden.

Ersatztermine für die ausgefallenen Konzerte der einzelnen Kapellen noch in diesem Jahr zu finden, ist sehr schwer, da noch unklar ist, wann weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen dies möglich machen und wann der Probenbetrieb wieder aufgenommen werden kann - denn ohne Orchesterproben keine Konzerte.

Deutlich wurde in der Konferenz auch: Die Absagen der Veranstaltungen bedeuteten für die Kapellen erhebliche finanzielle Einbußen. Die fehlenden Einnahmen waren im Vereinsetat eingeplant und sind nicht so leicht zu verkraften. Einige Vereine hoffen, ihre traditionellen Advents- oder Weihnachtskonzerte abhalten und damit der Bevölkerung wieder ein Stück Normalität zurückgeben zu können.

Mit viel Einfallsreichtum

Einfallsreichtum, das zeigte der Meinungs- und Erfahrungsaustausch, beweisen die Musikvereine in Sachen Ausbildung. Sie wird mittels verschiedener (Online-)Kanäle, von Telefon bis zu Video-Chats, aufrechterhalten. Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen die Nachwuchswerbung. Wegen der Ausgangsbeschränkungen sei sie derzeit so gut wie nicht möglich.

Prüfungen verschoben

Der Corona-Pandemie ist es auch geschuldet, dass die eigentlich für April vorgesehene Leistungsprüfung D1 auf den Herbst verschoben werden muss. 250 Prüflinge hatten sich dafür angemeldet. Die für diesen Ersatz-Zeitraum geplante D2-Prüfung wird dementsprechend auf das Frühjahr 2021 verschoben. Nach Aussage von Werner Stein ist der Bezirksverband derzeit bei der Terminplanung. Die D3-Prüfung (Gold) in Sulzbach-Rosenberg soll wie geplant im November 2020 stattfinden.

Im Blickpunkt:

Ein Problem: Probenarbeit

Neben der allgemeinen Probenarbeit stellt die Ausbildung ein großes Problem dar. Es ist noch nicht absehbar, wann diese wieder in bewährter Art durchgeführt werden kann. Für Verwirrung sorgte die derzeit gültige Regelung, dass ein Musiklehrer als Solo-Selbstständiger in den Privaträumen der Schüler unter Einhaltung der Hygienevorschriften unterrichten darf, da seine Tätigkeit als Dienstleistung eingestuft wird. Den Ausbildern der Musikvereine ist dies aber nicht erlaubt.

Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Musikkapellen

Hirschau

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