19.06.2018 - 10:25 Uhr
HirschauOberpfalz

Eigenkapitalquote beneidenswert

Auf 164 Millionen Euro ist die Bilanzsumme der Raiffeisenbank Hirschau gestiegen. Damit kann das Institut laut Vorstand Michael Hirmer zufrieden sein. Eine Dividende von drei Prozent auf die Geschäftsanteile sei ein guter Ertrag.

Für 50- und 60-jährige Mitgliedschaft werden einige Genossenschaftsmitglieder geehrt. Der Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk (rechts) gratuliert.

(gfr) Bei der Generalversammlung im Josefshaus erinnerte der Vorstandssprecher Norbert Waldhauser, dass Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Gründer der Genossenschaftsidee heuer seinen 200. Geburtstag feiern könnte. Dessen Vorstellung von Solidarität und Selbsthilfe habe sich erfolgreich entwickelt: Derzeit seien in Deutschland über 22 Millionen Menschen Mitglieder in einer Genossenschaft, weltweit über eine Milliarde Menschen in Genossenschaften organisiert.

Waldhauser wies darauf hin, dass die Raiffeisenbank Hirschau gemeinsam mit der Stadt Hirschau einen fußläufigen Durchgang von der Innenstadt zum neue Edeka-Markt ermöglich habe. In Freudenberg sei im Obergeschoss des ehemaligen Bankgebäudes die Nachfolgeregelung für eine Arztpraxis erfolgreich abgeschlossen worden.

Die Raiffeisenbank Hirschau sei ein vertrauenswürdiges Unternehmen, betonte der Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk, denn sie komme engagiert ihren Verpflichtungen gegenüber Kunden und Genossenschaftsmitgliedern nach. Das Geldinstitut sei in der Region verwurzelt und ein verlässlicher und kompetenter Partner für Handwerk, Mittelstand und Privatkunden, fördere außerdem gemeinnützige und kulturelle Einrichtungen. Trotz schwieriger Zeiten, sagte Falk, sehe er die Raiffeisenbank Hirschau als gesundes Unternehmen an, dessen Geschäfte fachmännisch und mit freundlichem Service geführt werden.

Als Raiffeisenbank sei die Bank vor Ort Partner für Geldanlage und Kreditvergabe bei Privat- und Firmenkunden, erklärte Vorstand Michael Hirmer. "Trotz immer stärkerer Regulierungen und trotz der von der EZB niedrig gehaltenen Zinsen ist es der Bank gelungen, ihre Position gegenüber den Konkurrenten nicht nur zu halten, sondern noch auszubauen", hob er hervor. Ein wichtiger Maßstab dafür sei die gegenüber dem Vorjahr um 3,3 Prozent auf 164 Millionen Euro gestiegene Bilanzsumme. Das Kundenkreditgeschäft entspreche nicht den Erwartungen und habe sich lediglich um 0,1 Prozent auf fast 80 Millionen Euro erhöht. Die Kreditnachfrage mittelständischer Unternehmen und Handwerker sei derzeit verhalten, informierte Hirmer. Aber Privatkunden würden das niedrige Zinsniveau für Baufinanzierung und Sanierungsmaßnahmen nutzen, ein deutlicher Trend zu langfristiger Zinsfestschreibung sei festzustellen. Das Kundenguthaben liege aktuell bei 123,4 Millionen Euro, ein Plus gegenüber Vorjahr von 3,8 Prozent. Michael Hirmer wies darauf hin, dass sich die Bestände auf Sparguthaben um 9 Prozent, auf Festgeldkonten um 5,2 Prozent reduziert hätten, wogegen Giro- und Geldmarktkonten um 11,3 Prozent zugenommen hätten. Das von der Raiffeisenbank Hirschau betreute Kundenvolumen sei um 3,9 Prozent auf fast 328 Millionen Euro angestiegen. In seiner Gewinn- und Verlustrechnung bedauerte Michael Hirmer, dass Zinserträge und Zinsaufwendungen rückläufig seien und nur knapp drei Millionen Euro betragen. Das Provisionsergebnis aus Wertpapierhandel sowie der Vermittlung von Finanzprodukten und -dienstleistungen sei um 4,1 Prozent auf über eine Million Euro verbessert worden. Den Jahresüberschuss bezifferte Hirmer auf fast 100000 Euro, woraus auf die Geschäftsguthaben eine dreiprozentige Dividende ausbezahlt werde. Derzeit hätten 2766 Genossenschaftsmitglieder 10747 Geschäftsanteile gezeichnet - eine neuer Höchststand, wie Hirmer betonte. Das sei darauf zurückzuführen, dass nun bis zu zehn Geschäftsanteile und damit doppelt so viele wie bisher gezeichnet werden könnten.

"Trotz immer schwierigerer Rahmenbedingungen hat sich die Raiffeisenbank Hirschau erfolgreich fortentwickelt", unterstrich Aufsichtsratsvorsitzender Martin Nagler. Daher habe auch der Genossenschaftsverband Bayern bei der Jahresprüfung den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Er habe aber darauf hingewiesen, dass die Ertragslage zwar rückläufig, aber stabil und dennoch verbesserungswürdig sei. Nagler wörtlich: „Um unsere Eigenkapitalquote beneiden uns selbst deutsche Großbanken.“ Turnusgemäß war Nagler aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden, wurde aber mit überwältigender Mehrheit erneut in das Gremium gewählt.



Info:

Langjährige Genossenschaftsmitglieder

60 Jahre Genossenschaftsmitglied: Martin Rumpler

50 Jahre: Johann Berndt, Andreas Binner, Johann Dotzler, Franz Fellner, Alfred Fruth, Georg Grosch, Erwin Heldmann, Johann Heldmann, Franz Hohl, Josef Holzer, Adolf Mader, Adolf Märkl, Karl Schurz, Helmut Sperber und Hans-Veit Ulrich (gfr)

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Raiffeisenbank Hirschau wird im Amt bestätigt (von links): Michael Hirmer, Dieter Kohl, Norbert Waldhauser, Martin Nagler, Liborius Gräßmann und Alwin Märkl.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.