Mit ein paar Wochen Abstand zog der Vereinsvorsitzende Hans Drexler ein Fazit, und das fiel positiv aus. Bei den Besucherzahlen wurden die Erwartungen voll erfüllt. Zu den acht Aufführungen kamen knapp 2400 Zuschauer, bei denen das Stück bestens ankam. Sie sparten nicht mit Applaus und lobenden Kommentaren für die Leistungen der 68 Darsteller, bei dem nicht nur alte Festspielhasen wie Roland Fritsch, Christian Gnan oder Kerstin Ackermann ihre Rollen überzeugend verkörperten. Dass dies auch auf weniger bühnenerfahrene Akteure und Neulinge zutraf, darf dem Regiegeschick von Dieter Held und Saskia Krügelstein zugeschrieben werden. Beide feierten ein glänzendes Regiedebüt. Auch spielte das Wetter fast perfekt mit. Einmal Nieselregen vor, einmal gegen Ende einer Aufführung, das war verkraftbar. Sogar beim Gewitter am 27. Juli kam man glimpflich davon. Der Regenguss prasselte fast auf die Minute genau zur Pause nieder.
Das Publikum war aber nicht nur vom Inhalt des Stücks und von den Schauspielerleistungen angetan. Allseits bewundert wurde der Aaglander, mit dem Roland Fritsch (Otmar Buche) und seine Tochter Annemarie (Meike Birner) chauffiert wurden. „Wo haben’s denn das tolle Ding herbekommen?“, wird noch heute gefragt. Hans Drexler: „Die Idee ist im Hause Fritsch entstanden. Evi ist im Internet auf das Gefährt mit dem Motto ,Luxus der Langsamkeit' gestoßen." Roland Fritsch nahm über die Stadt Pottenstein, wo die Aaglander-Produktion in Kühlenfels ursprünglich beheimatet war, Kontakt zur Inhaberin Irmgard Belz auf. Bei einem Besuch gab es eine Einweisungsfahrt. Dann stand der Ausleihe des 70 000 Euro teuren Fahrzeugs nichts mehr im Weg.“
Großes Lob gab es ebenso für das Bühnenbild. In unzähligen Arbeitsstunden hatten die Kulissenbauer Roland Fritsch, Erhard Ackermann, Ludwig Koller und Lothar Fischer ganze Arbeit geleistet. Professionelle Unterstützung erhielten sie vom freischaffenden Künstler und Bühnenmaler Fredi Neubauer aus Ingolstadt. Ausgezeichnete Arbeit leisteten wieder die Schneiderinnen Ingrid Dobat und Elisabeth Ernstberger. Sie staffierten die Darsteller mit feinstem Biedermeier-Zwirn aus. Dass die Akteure, ihre Kostüme, die Kulissen und die musikalischen Beiträge akustisch und optisch optimal in Szene gesetzt wurden, dafür sorgten Alfred Härtl, Sepp Strobl und Rudi Richthammer.
Eine organisatorische Neuerung gab es bei der Bewirtung der Theaterbesucher. Die von Erwin Zach perfekt organisierte lange, mit Fingerfood bestückte Theke wurde bestens angenommen. Bewährt haben sich die zwei größten Neuerungen. Die fest installierte, durch mobile Elemente ergänzte und dadurch vergrößerte Bühne eröffnete den Regisseuren, Schauspielern und Kulissenbauern neue Gestaltungsmöglichkeiten. Die Tribüne bot den Zuschauern eine deutlich verbesserte Sicht auf das Bühnengeschehen.
Dass sowohl Bühne als auch Tribüne, samt darunter untergebrachter Sanitäranlagen, rechtzeitig fertig wurden, ist das Verdienst zahlreicher Helfer aus den Reihen des Festspielvereins, in besonderer Weise das des Vorsitzenden Hans Drexler. Regisseur Dieter Held brachte es auf den Punkt: „Der Einsatz von Hans Drexler war nicht nur unermüdlich. Er war fast unmenschlich.“ Der so Gelobte sieht den erfolgreichen Verlauf der achten Hirschauer Stückl-Festspiele bescheiden als große Gemeinschaftsleistung, zu der viele beigetragen haben, vor wie hinter den Kulissen.
Eine solche wird auch 2021 bei den neunten Stückl-Festspielen notwendig sein. Dann steht vom 16. bis 31. Juli das Volksstück "Die Pfingstorgel" von Johannes Lippl auf dem Spielplan.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.